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Full text of "Wilhelm Von Tyrus Und Der Templerorden"

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HISTORISCHE STUDIEN 
Wilhelm uon Tyrus 

und der 

templerorden 

mit sechs Abbildungen, fünf Stammtafeln und einer 
Tafel der nachweisbaren Templermeister bis 1182 


Von 


Prof. Lic. Dr. Friedrich Lundgreen 


HEFT XCVII 


Berlin 1911 

Nachdruck mit Genehmigung vom 
Matthiesen Verlag, Lübeck 

KRAUS REPRINT LTD. 
Vaduz 
1965 


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HISTORISCHE STUDIEN 


VERÖFFENTLICHT 


VON 


E. EBERING 

DR. PHIL 


HEFT XCVII 

WILHELM VON TYRUS UND DER TEMPLERORDEN 
VON PROFESSOR LIC. DR. FRIEDRICH LUNDGREEN. 




Berlin 1911 


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Wilhelm uoti Ttjrus 

und der 

Templerorden 

mit sechs Abbildungen, fünf Stammtafeln und einer 
Tafel der nachweisbaren Templermeister bis 1182 


Von 


Prof. Lic. Dr. Friedrich Lundgreen 


Berlin 1911 


Nachdruck mit Genehmigung vom 
Matthiesen Verlag, Lübeck 


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KRAUS REPRINT LTD. 

Vaduz 

1965 

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Reprinted from a oopy in the collecüons of 
The New York Public Library 


Printed in the United States of America 


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Dem K. K. Hofrat 

Herrn Prof. D. D. Dr. Georg Loesche 

in Wien. 


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„Das eigentlich monumentale Werk der frän¬ 
kischen Geschichtsschreibung über die Kreuzzüge 
ist für uns die groß angelegte Historia rerum 
in partibus transmarinis gestarum des Erzbischofs 
Wilhelm von Tyrus.“ 

H. Prutz, Kulturgesch. d. Kreuzzüge, 
1SS3 S. 458. 


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Vorwort. 

Einer Gesamtdarstellung über die Anfänge des Templer¬ 
ordens dürfte man noch nicht gerecht geworden sein. Dies 
liegt hauptsächlich wohl daran, daß die Geschichte Wilhelms, 
des Erzbischofs von Tyrus, — streng genommen die einzige 
Quelle hierüber — immer sehr hoch eingeschätzt wurde. 
Zum richtigen Verständnis der Entstehung des Ordens ist 
es notwendig, Kritik an Wilhelm zu üben. 

Zunächst alle in Betracht kommenden Nachrichten des¬ 
selben zusammenzustellen und dann erst in die Untersuchung 
des Stoffes einzutreten, ist gewiß verlockend, weil die Eigen¬ 
art der Quelle so am besten in die Augen springen würde. 
Aber ein solches Verfahren erwies sich als undurchführbar, 
da Wiederholungen unausbleiblich gewesen wären. 

So ist der Verfasser in den ersten beiden Hauptteilen 
chronologisch vorgegangen, indem er zum ersten die Ent¬ 
stehung und die innere Entwicklung des Ordens behandelte 
und zum zweiten die nachweisbare Beteiligung der Templer 
an Ereignissen im Orient ins Auge faßte. 

Die Nachrichten Wilhelms sind wegen ihrer Breite nicht 
wörtlich wiedergegeben. Für unsern Zweck genügt die Mit¬ 
teilung des Inhaltes. Diese ist an die Spitze der einzelnen 
Abschnitte gestellt und durch Längsstriche am 


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Rande der Seite gekennzeichnet. Dadurch wird 
es leicht sein, die Berichte des Erzbischofs zu übersehen. 

Es war notwendig, in einem dritten Hauptteile die 
Gründe darzulegen, die Wilhelm veranlaßten, eine unfreund¬ 
liche Stellung zum Templerorden einzunehmen. 

Diese Gründe waren auch außerhalb seiner „Historia“ 
zu suchen. Hier konnte also nicht wie oben — analytisch — 
von irgendeinem Ausspruche des Erzbischofs ausgegangen 
werden, sondern unsere Darstellung mußte — synthetisch — 
womöglich in einer wiederum durch Längsstriche am Rande 
gekennzeichneten Bemerkung Wilhelms ihren Schlußpunkt 
erreichen. 

Da wir unter dem Mangel an einer Quellenkunde der 
Kreuzzüge leiden, dürfte das beigegebene Bücherverzeichnis 
als ein bescheidener Beitrag vielleicht nicht ganz unwill¬ 
kommen sein. Freilich sind auch Werke in demselben auf¬ 
geführt, deren Benutzung für den Fachmann selbstverständ¬ 
lich ist. Aber der Verfasser glaubte sie nicht weglassen 
zu dürfen, weil er ihnen oft mehr verdankt als den besonderen 
Quellen. Jedenfalls soll das Verzeichnis die nötigen Auf¬ 
klärungen für Anmerkungen unter dem Texte geben. 

Die heutigen Ortsbezeichnungen auch im Orient sind 
stets berücksichtigt worden. Jedoch erschien es nicht 
nützlich, diese auch da immer zu brauchen, wo ältere Be¬ 
zeichnungen uns geläufig sind, während die orientalischen 
Namen ein Rätsel sein würden. So ist oft Tyrus für Sür 
gebraucht, Tiberias für Tabanja, Jerusalem für el-Quds, Gaza 
für Razze, Askalon für ‘Asqalän, Kairo für el-Qähira oder 
Masr, Damaskus füre§-Sam. 

Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß die Er- 


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wähnung manches Buches in den schließlich nach Möglich¬ 
keit verkürzten Anmerkungen wegfiel, obgleich dasselbe im 
Bücherverzeichnisse angeführt werden mußte, weil sein In¬ 
halt bei der Sammlung und Sichtung des Stoffes von Wichtig¬ 
keit war. 

Rudolstadt, im Januar 1911. 

Friedrich Lundgreen. 


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Verzeichnis der Bücher und der Abkürzungen. 

S. Abel, Besprechung von B. Kuglers Studien zur Geschichte des 
2. Kreuzzuges. Gott. gel. Anz. 1866. St 44, S. 1726- -1740. 

Aba’ l-‘Abbäs Ahmed Ben 'All (+ 1418), s. El- QalqaiandL 

Abü’l-Farag (1226—1286). Gregorii Abulpharagii sive Bar-Hebraei 
Chronicon Syriacum e codicibus Bodleianis ed. P. J. Bruns 
u. G. G. Kirsch. 2 Vol. Lips. 1789. (Vgl. Brockelmann S. 177; 
Sorin in RE 3 . I. Art. „Abulfaradsch“.) 

AbQ M-Fida’ (1273—1331). R6sum£ de l’histoire des Croisades. Rec. 
or. 1. 1872. S. 1—180. (Vgl. Brockelmann S. 195.) 

AbQ Säma (1202—1268). Le livre des deux jardins. Histoire des 
deux rfcgnes, celui de Nour ed-dln et celui de Salah ed-dln ed. 
Ä. C. Barbier deMeynard. Rec. or. IV. 1898. (Vgl. Brockelmann 
S. 160.) 

L. d’Achery, Spicileghun sive collectio veterum aliquot scriptorum, 
qui in Galliae bibliothecis delituerant. III. Parisiis 1723. 

Acta contra Templarios. Wilkins, Concilia Magnae Britanniae et 
Hiberniae. II. London 1727. 

Adriani IV. papae epistolae LV. Bouquet XV. 1878. S. 666—693. 

Alberidi von Trois-Fontaines, s. Chronica Albrici. 

Albert Milioli, Notar von Reggio, cronica imperatorum (— 1213), ed. 
O. Holder-Egger. MO. SS. XXXI. 1903. S. 580-667. 

J. Albu, Der Ursitz des Alten vom Berge. Globus, Illustrierte Zeit¬ 
schrift für Länder- u. Völkerkunde. Bd. LXV. Braunschweig 1894. 
S. 210—212 u. 225—227. 

Alexandri III. Romani pontificis opera omnia id est epistolae et 
privilegia. Migne, Patr. lat. CC. 1855. 

Andreas Quercetanus, Bibliotheca Cluniacensis. Paris 1614 fol. 

Annales abbatiae Sancti-Petri Blandiniensis ed. R. D. F. van de 
Putte. Gand 1842. 

Annales Brunwilarenses ed. Pertz. MG. SS. XVI. 1859. S. 724—728. 

Annales Casinenses. MG. SS. XIX. 1866. S. 203—320. 

Annales Colonienses maximi. Handausgabe: Chronica regia Colo- 
niensis cum continuationibus in monasterio S. Pantaleonis scrip- 


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tis aliisque historiae Coloniensis monumentis. rec. Q. Waitz. 
Hannover 1880. 

Annales Cremonenses ed. Phil. Jaff£. MG. SS. XVIII. 1863. S. 800 
bis 808. 

Annales Egmundani bei Pertz. MG. SS. XVI. 1859. S. 442—479. 
Annales Gradicenses et Opatowicenses ed. Wattenbach. MG. SS. XVII. 
1861. S. 643—653. 

Annales Herbipolenses bei Pertz. MG. SS. XVI. 1859. S. 1—12. 
Annales Magdeburgenses bei Pertz. MG. SS. XVI. 1859. S. 105—196. 
Annales Monasterii de Waverleia a. d. 1 usque ad. a. 1291. ed. H. R. 

Luard. London 1865. Rer. Brit. med. aevi SS. 36. S. 127—411. 
Anniles Palidenses (Pöhlde, Kloster am Harz) audore Theodoro 
Monacho bei Pertz. MG. SS. XVI. 1859. S. 48-98. 

Annales Rodenses (Klosterrath bei Aachen) bei Pertz. MG. SS. XVI. 
1859. S. 688-723. 

Annales Sandae Cohimhae Senonensis (Sens). MG. SS. I. 1826. 

, Annales S. Jacobi Leodiensis, s. Chronicon breve Leodiense. 

Annali Genovesi di Caffaro e de’ suoi continuatori. Nuova ed. a cura 
di L. T. Belgrano. Genova. I, 1890; II, 1901. Fonti per la storia 
d' Italia. Scrittori, Secoli 12 e 13. 

Anonymi Blandiniensis appendicula ad Sigebertum. Bouquet XIV. 
(nov. ed. L. Delisle) 1877. S. 16—21. — Siehe auch Annales abb. 
S. Petri Bland, ed. Putte. 

Ansbert, Historia de expeditione Friderid imperatoris. Hg. v. H. 

Tauschinski u. M. Pangerl. Fontes rer. Austr. SS. V. Wien 1863. 
K. G. Anton, Versuch einer Geschichte des Tempelherrenordens 2 . 
Leipzig 1781. 

AOL. = Archives de l’Orient latin, publikes sous le patronage de la 
societ£ de l’Orient latin par le comte Riant. 2 Bde. Paris 1881 
u. 1884. 

H. d’Arbois de Jubainville, Histoire des ducs et des comtes de 
Champagne. Paris. II. 1860, III. 1861. 

Archiv für katholisches Kirchenrecht mit bes. Rücksicht auf Oester¬ 
reich u. Deutschland in Verein mit d. kathol. Kanonisten Deutsch¬ 
lands u. Oesterreichs v. Ev. Moy de Sons, fortges. v. Fr. H. 
Vering. Bd. 21 u. 22. Mainz 1869. 

Arnold von Lübeck. Amoldi abbatis Lubecensis chronica Libri VII 
(1171—1209), ed. Lappenberg. Handausg. ex rec. Lappenberg. 
Hannover 1868. 

L’art de verifier les dates . . . depuis la naissance de Notre-Seigneur. 
Paris 1818. 


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Assises de Jerusalem ou recueil des ouvrages de jurisprudence 
composle pendant le XIHe sitde dans les royaumes de Jerusalem 
et de Chypre, ed. Beugnot. I. Assises de la Haute-Cour. Paris 
1841. II. Assises de la Cour des bourgeois. Paris 1843. Bes. 
benutzt: Chartes S. 479—537. 

Baedeker, Aegypten und der Sudan, hg. v. Georg Ebers (f 1898) u. 
Steindorff. 6. Aufl. Leipzig 1906. 

— Palästina und Syrien, hg. v. Socin (f) u. Benzinger in Jerusalem. 

6. Aufl. Leipzig 1904. 

Balduin von Ninove (Diöc. Mecheln, Praemonstr.), Chronicon (usque 
ad a. 1294), ed. O. Holder-Egger. MG. SS. XXV. 1880. S.515 
bis 546. 

A. C. Barbier de Meynard, Prlface du tradudeur. Rec. or. IV. 1898. 
S. I—XI. 

BECh. =•■ Biblioth&que de l'Ecole des Chartes. Paris. 

C. H. Becker, Christentum u. Islam. Religionsgesch. Volksbücher. 
Tübingen 1907. 

Beha’ed-dln (1145—1234), (Baha ed-din, Boha ed-din) Anecdotes et 
beaux traits de la vie du sultan Youssof (Salah ed-din). Rec. 
or. III. 1884. S. 1-374. 

Benedicti regula monachorum rec. E. Woelfflin. Lips. 1895. 
Benjamin von Tudela, Itinerarium. Ausg. v. L. Grünhut in Jerusalem 
u. Markus N. Adler. Hebr. u. deutsche Ausg. London-Jerusalem 
1903. 

M. van Berchem, Notes sur les croisades. I. Le royaume de Jerusalem 
et le livre de M. Röhricht. Paris 1902. S. A. d. Journal Asiatique. 
Numero de Mai-Juin 1902. 

Bernhard von Clairvaux, De laude novae militiae ad inilites templi. 
Migne, Patr. lat. CLXXXII. 1862. S. 921—940. 

— Epistolae. Bouquet XV. 1878. S. 541-625. 

W. Bernhardi, Konrad III. 2 Bde. Leipzig 1883. 

M. le comte Beugnot, s. Assises. 

— M&noire sur le rlgime des terres dans les principautls fondees en 

Syrie par les Francs ä la suite des croisades. BECh. IV, 3. 
1853 (14). S. 529-545; 1854 (15). S. 31-57, 236-262, 409-429. 

L. Blancard, Le besant d’or sarrazinas pendant les croisades. Ftude 

comparee sur les monnaies d’or, arabes et d’imitation arabe 
frapples en Egypte et en Syrie aux Xllme et Xlllme siides. 
Marseille 1880. 

M. Blanckenhorn, Entstehung und Geschichte des Todten Meeres. 

Ein Beitrag zur Geologie Palästinas. ZDPV. XIX. 1896. S. 1—59. 


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M. Blanckenhorn, Geologie der näheren Umgebung von Jerusalem. 
ZDPV. XXV1I1. 1905. S. 75-120; dazu Tafel II und III. 

— Syrien in seiner geologischen Vergangenheit. ZDPV. XV. 1892. 

S. 40 f. 

E. Blochet, s. al-Maqrizl und Kamäl-ad-dln. 

H. Böhmer, Jakob von Vitry in RE 3 . Bd. 8. 1900. S. 562—565. 

Jac. Bongarsius, Gesta Dei per Francos sive orientalium expeditionum 
et regni Francorum Hierosolimitani historia (ab a. 1095 ad 
a. 1420) a variis sed illius aevi scriptoribus litteris commendata. 
Hanoviac 1611. 2 tomi. 

Bouquet = Recueil des hist, des Gaules etc., siehe da. 

F. Bourquelot, Notice sur Ie cartulaire des Templiers de Provins. 

BECh. IV (Bd. 19). 1858. S. 171—190. 

L. Brihier, L’Eglise et l’Orient au moyen äge. Les croisades 2 . 
Paris 1907. 

Brevis regni Jerosolymitani historia (a. 1099—1268). Hg. v. Belgrano. 
Annali Genovesi. I. Genova 1890. S. 125—149. 

E. Bridrey, La condition juridique des croises et le privil&gc de croix. 

Etüde d’histoire du droit frangais. Paris 1900. 

C. Brockelmann, Gesch. d. arabischen Litteratur. Leipzig 1901. 

J. Brompton (Bromton), Chronicon abb. Jornalensis ab a. 588 usque 
ad 1198. Historiac Anglicanae SS. antiqui cd. Tvvysden. X. 
London 1652. S. 720—1283. (Saec. XV.) 

F. Buhl, Geographie des alten Palästina. Freiburg i. B. u. Leipzig 

1896. 

Bulles pour l’ordre du Templc, s. Delaville le Roulx. 

Aug. Bürck, Die Reisen des Venetianers Marco Polo im 13. Jahrh. 
Zum ersten Male vollständig nach den besten Ausgaben deutsch 
mit einem Kommentar. Nebst Zusätzen und Verbesserungen 
von K. Fr. Neumann. Leipzig 1845. 

H. Canisius, Thesaurus monumentorum ccdesiasticonml et histori- 
corum, cd. Jacob Basnagc. III. Amstclaedani 1725, saec. X. 
I; saec. XII. II; siehe Chron. Weingartensc. 

A. Cartellieri, Philipp II. August, König v. Frankreich. Bd. II. Der 
Kreuzzug 1187—1191. Leipzig-Paris 1906. — Bd. III. 1910. 

— Philipp, Graf von Flandern. Atlgem. Deutsche Biographie. Bd. 53. 

S. 50-53. 1907. 

O. Cartellieri, Abt Suger von Saint-Dcnis, 1081—1151. Berlin 1898. 
Casus monastcrii Petrishuscnsis (Petershausen bei Konstanz) reg. a. 
Ott. Abel et L. Weiland a. 1134—1156 et 1165. MG. SS. XX. 
1868. S. 621-683. 


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Catalogue de la bibliothfeque de feu M. le comte Riant, r6dig£ p. L. 
de Gerraon et L. Polain. II. T. Paris 1899. 2. vol. 

U. Chevalier, Repertoire des sources historiques du moyen-äge. Bio- 
Bibliographie 2 . Paris 1905—1907. 

— Repertoire des sources historiques du moyen-äge. Topobiblio- 
graphie. Montbeiiard I A-J 1894—1899. II K—Z 1900—1903. 

C. A. Christomanos, Abendländische Geschlechter im Orient im An¬ 
schluß an Du Canges Farn, d’outre mer. Wien 1889. 

Chronica Albrici monachi Trium-fontium a monacho novi monasterii 
Hoiensis interpolata, ed. Scheffer-Boichorst. MG. SS. XXIII. 
1874. S. 631-950. 

Chronica regia Coloniensis ed. Waitz. Hannover 1880. Siehe Annales 
Colonienses tnaximi. 

Chronicon breve Andegavense. Chroniques des eglises d’Anjou par. 
P. Marchegay et Emile Mabille. Paris 1869. 

Chronicon breve Leodiense. Ex cod. Aureaevallis cum prooemio et 
notis L. C. Bethmann; recogn. N. J. Alexandre. Leodii 1874. 

Chronicon coenobii S. Medardi Suession. auctore anonymo ejusdem 
coenobii monacho. Bouquet XII. 1877. S. 278—279. 

Chronicon ecclesiae S. Bertini, s. Johannes v. Ypern. 

Chronicon Gaufredi coenobitae monasterii S. Martialis Lemovicensis 
ac prioris Vosiensis coenobii. Bouquet XII. 1877. S. 421—451. 

Chronicon Guillelmi de Nangis sive Nangiaci monachi S. Dionysii in 
Francia, ordinis S. Benedidi. — Chronique latine de 1113—1300 
p. pour la Soc. de l’histoire de France par H. Glraud. Paris 
1843. 2 vol. 

Chronicon Nicolai Ambianensis. Bouquet XIV. 1877. 

Chronicon Nicolai Triveti Dominicani ab a. 1136 ad a. 1307. Thom. 
Hog. Londini, English histor. Society 1845. 

Chronicon Richardi Pictaviensis monachi Cluniacensis. Bouquet XII. 
1877. S. 411—421. 

Chronicon S. Petri Catalaunensis. Bouquet XII. 1877. S. 276—277. 

Chronicon universale anonymi Laudunensis v. 1154 bis zum Schluß 
1219, ed. A. Cartellieri, bearb. v. W. Stechele. Leipzig-Paris 1909. 

Chronicon Weingartens» monachi. Handausg. m. Titel: Monumenta 
Welforum antiqua ed. Weiland. Hannover 1869. 

Chronique d’Emoul, s. Ernoul. 

Chronique de Robert de Torigni, &. Rob. v. Torigni. 

Chronique de Terre-Sainte (1097—1202). ROL. VIII. 1901. 

Chroniques des Iglises d’Anjou, s. Chronicon breve Andegavense. 

Chronologia Roberti Altissiodorensis praemonstratensis ad S. Maria¬ 
mim canonid. MG. XXVI. 1882, ed. Holder-Egger. S. 219—276. 
cont. I. et II. add. S. 276-287. 


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A. Chroust, Tageno, Ansbert und die Historia peregrinorum. Drei krit. 

Unters, zur Gesch. d. KZ. Friedrichs I. Graz 1892. 

Joh. Cinnamus, Historiarum libri Vil. Rec. grecs. I. 1875. 

La citez de Jherusalem in T. Tobler’s Descripriones terrae sanctae 
ex saeculo VIII. IX. XII. et XV. Lips. 1874. S. 197—224 u. 
S. 452—496. 

Clermont-Ganneau, Mont Gisart et Teil el-Djezer in Recueil d’archeo- 
logie orientale. I. Paris 1888. S. 351-391. 

— Nouveaux monuments des crasts recueillis en Terre-Sainte. AOL. 

II. 1884 A. S. 457—464. 

Codex Strahoviensis ed H. Tauschinski u. M. Pangeri. Fontes rer. 
Austr. SS. V. Wien 1863. S. Ansbert, Historia de expeditione 
Friderici. 

Continüatio Lambacensis ed.. Wattenbach. MO. SS. IX. 1851. 
S. 556-561. 

Continüatio Ottonis Frisingensis Sanblasiana s. Chronici Frisingensis 
conscripti cont. S. Otto v. St Blasien. 

H. de Curzon, La maison du Temple de Paris. Paris 1888. 

— La rtgle du Temple publice pour la sociltl de Phistoire de France. 

Paris 1886. 

Dahlmann-Waitz, Quellenkunde der deutschen Geschichte 7 . Hg. v. 

E. Brandenburg. Leipzig 1906. Ergänzungsband Leipzig 1907. 
C. Defrlmery, NouveDes recherches sur les Ismalliens ou Bathiniens 
de Syrie, plus connus sous le nom d’Assassins, et principalement 
sur leurs rapports avec les Etats chrltiens d’Orient. Journal 
asiatique, Serie 5, III mai-juin. Paris 1854. S. 373—421; IV. 
1855. S. 5—76. 

H. Fr. Detaborde, Charles de Terre-Sainte provenant de l'abbaye de 
N.-D. de Josaphat. Paris 1880. 

— Oeuvres de Rigord et de GuiUaume le Breton publ. pour la Soc. 

de l’histoire de France. Paris 1883. I. Bd., s. Rigordus. 

J. Delaville le Roulx, Bulles pour l’ordre du Temple tirtes des 
archives de S. Oervasio de Cassolas. ROL. XI. 1905—1908. 
S. 405—439. 

— Cartulaire g6n£ral de l’ordre des Hospitaliers de Saint-Jean de 

Jerusalem I—IV. Paris 1894—1904. 

— Chartes de Terre-Sainte. ROL. XI. 1905-1908. S. 181—191. 

— Doouments coocernant les templiers extraits des archives de Malte. 

Paris 1882. 

— Les archives, la bibliothique et le tr&or de l’ordre de Saint-Jean 

de Jerusalem k Malte. Paris 1883. 


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J. DeUvillc le Roulx, Les Statuts de l’ordre de l’höpital de St.-Jean 
de Jerusalem. BECh. XLVIII. 1887. S. 341-356. 

— Mdanges sur l'ordre de S. Jean de Jerusalem. Paris 1910. 

H. Delbrück, Gesch. der Kriegskunst. 3. T. Berlin 1907. 

L. Delisle, M&noire sur les opIrations finandfcres des Templiers. 
Mltnoires de l’institut national de France. Acad&nie des inscrip- 
tions et belles-lettres 33,2. Paris 1889. 

De passagiis in Terram Sanctam. Excerpta ex chronoiogk magna cod. 
lat. 399 bibliothecae ad D. Marri Venetiarum auspice sodetate 
illustrandis Orient» latini anonument» ed. O. Mart. Thomas. 
Venetiis 1879. 

H. Derenbouig, Les croisades d’apds le dictioonaire glographique 
de Yäqoat. Centenaire de l'Ecole des langues orientales vivantes 
1795—1895. Recueil de mänoires publ. p. les professeurs de 
l’Ecole. Paris 1895. S. 71—92. 

— s. Ousäma. 

S. M. Deutsch, Bernhard von Clairvaux in RE 5 . Bd. 2. 1897. 
S. 623-638. 

W. H. Dixon, Das heilige Land. Autorisierte Ausgabe für Deutsch* 
land nach der 4. Auflage von J. E. A. Martin. Jena 1870. 

Rog. Dodsworth u. G. Dugdale, Monastid Anglicani volumen secim- 
dum de canonids reguUribus Augustinianis scilicet Hospital ariis, 
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— Henrici Remensis archiepiscopi. Bouquet XVI. 1814. S. 171—200. 

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S. 625—655. 

— S. Bemardi abbatis Clarevaliensis. Bouquet XV. 1878. S. 541—625. 

— Sugerii abbatis S. Dionysii. Migne, Patr. lat CLXXXVI. 1854. 

S. 1347—1440. 

Epistolamm volumen, quas pontifices Romani, imperatores, reges, 
cardinales, episcopi, abbates, duces, comites et alii orbis christiani 
iUustres viri ad Ludovicum VII. Frandae regem et alios de 
rebus praecipue statum regni Francorum concernentibus scrip* 
serunt. Bouquet XVI. 1814. S. 1—170. 

Ernoul, Chronique d’Ernoul et de Bemard le Tr^sorier p. p. la 
prem. fois d’apris les mss. de Bruxelles, de Paris et de Berne; 
pour la Soe. de Fhistoire de France par M. L. de Mas-Latrie. 
Paris 1871. 

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de Sur. Rec. occ. I, 1 u. 2 p. 1844. 

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A. Ferreira, Supplemento Historico ou Memorias e notidas da celebre 
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de Nosso Senhor Jesu Christo. I. vol. Lisboa 1735. II. vol. 
Mem. e. not. historicas de cel. ord. militar d. Tempi, na Pa- 
lestina. Para a. hist. d. adm. ord. d. N. S. J. Ch. em Portugal 
Lisboa Occidental 1735. 

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H. Finke, Papsttum u. Untergang des Templerordens. Vorrefor¬ 
mationsgeschichtliche Studien Bd. IV. I. Bd. Darstellung. II. 
Bd. Quellen. Münster i. W. 1907. 

— Professor Hans Prutz und d. Templerkatastrophe. Beil. z. Allg. Z. 

München vom 31. März 1906. 


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H. de Fourmont, L'ouest aux croisades. Nantes—Paris. I. 1864. 
II. 1866. III. 1867. 

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haus. Leipzig 1854. S. 817—829. 

Fragmentum historicum vitam Ludovici VII. summatim complectens. 
Recueil 12. S. 285-287. 

E. Friedberg, Lehrbuch des katholischen u. evangelischen Kirchen¬ 
rechts 5 . Leipzig 1903. 

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röther-Kaulen) Bd. XII. Freibg. i. B. 1901. 

Ph. Funk, Jakob v. Vitry. Leben u. Werke. Leipzig u. Berlin 1909. 
Beitr. z. Kulturgesch. d. Mittelalters u. d. Renaissance. Hg. 
v. W. Götz. 

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VII. 1884. S. 1-14. 

— Legende zum Plane von Gaza. ZDPV. XI. 1888. S. 149—160. 

Dazu eine farbige Karte (Tafel II. D. heutige Gaza). 

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J. Germer-Durand, Topographie de Jerusalem. Seconde periode: 

depuis Hadrien jusqu’au XVe S. Echos d’Orient, 7 e an. 
Nr. 46 (Mai 1904). S. 139—148. 

Gervasius von Canterbury. Historical Works of Gervase of Canter- 
bury. Hg. v. W. Stubbs. London. 1. 1879, II. 1880. Rer. 
Brit. med. aev. SS. 73. 

Oesta regis Henrici secundi Benedicti abbatis a. D. 1169—1192 ed. 
W. Stubbs. London 1867. 2 Bde (Benedict of Peterborough.) 
Rer. Brit. med. aev. SS. 49. 

Gestes des Chiprois, s. O. Raynaud. 

W. v. Giesebrecht, Geschichte der Deutschen Kaiserzeit Bd. V. 
Leipzig 1895. 

J. Gildemeister, Beiträge zur Palästinakunde aus arabischen Quellen. 
ZDPV. VIII. 1885. S. 117—148. 

A. Giry, Histoire de la ville de Saint-Omer et de ses institutions 
jusqu'au XlVe sifccle. Paris 1877. 

— Les chätelains de Saint-Omer, 1042—1386. BECh. XXXV. 1874. 

S. 325—355 u. XXXVI. 1875. S. 91—117. 

Gislebert v. Mons (Hennegau). La chronique de G . . . nouv. Id. 
par L. Vanderkindere. Bruxelles 1904, 


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Lösung der Frage. Stuttgart 1891—1893. 

Godefroy, Dictionnaire de l’ancienne langue frangaise du IX e au 
XV e sifcde. 10 Bde. Paris 1880—1902. 

E. P. Goergens u. R. Röhricht, Arabische Quellenbeiträge zur Gesch. 

der Kreuzzüge 1. Berlin 1879: Zur Geschichte Saläh ad-dln’s. 
Gottfried v. Viterbo, Pantheon. De Conrado III. qualiter ultra mare 
perrexit cum exerdtu christianorum. Hg. v. G. Waitz. MG. 
SS. XXII. 1872. S. 263-264. 

Fr. Groh, Der Zusammenbruch des Reiches Jerusalem. Diss. Jena 1909. 
H. Grotefend, Zeitrechnung des deutschen Mittelalters u. der Neu¬ 
zeit. I. Glossar u. Tafeln. Hannover 1891. (Tafel 23—25 
Umrechnungstabellen der moh. Zeitrechnung.) 

Ph. G(rouvelle), Memoires historiques sur les Templiers. Paris 1805. 
Grützmacher, „Tempelherren“ in RE J . Bd. 19. 1907. 

M. V. Gulrin, Description geographique, historique et archeologique 
de la Palestine, accompagnee de cartes detaillees. 7 Bde. Paris 

1868—1880.I. Jud£e 1—3. 1868-1869. — II. Samarie 

1—2. 1874—1875. — III. Galitee 1—2. 1880. 

— La Terre-Sainte, son histoire, ses Souvenirs, ses monuments 2 . Paris 

1884. 

Guilelmus Tyrensis archiepiscopus, Historia rerum in partibus trans- 
marinis gestarum a tempore successorum Mahumeth usque ad 
anmun Domini MCLXXXIV. 1. Bei J. Bongarsius, Gesta Dei 
per Francos. Hanoviae 1611. I. S. 625—1046. — 2. Bei Migne, 
Patr. lat. CCI. Paris 1903. S. 199—891. — 3. Rec. occ. I. 1844. 
2 Bde. (Ich zitiere nur nach der Ausg. im Rec., als der ver¬ 
hältnismäßig besten.) 

Guilelmi Tyrensis continuatio belli Sandi Hist. Ebenda. 

J. Gurlitt, Kurze Geschichte des Tempelherrenordens. Angehängt 
ist eine kurze Ueberskht des Deutschherren-Ordens nebst der 
Literatur über beide Orden. Hamburg 1823. 

Nicol. Gürtler, Historia Templariorum*. Amsterdam 1703. 

H. Outhe, Die Ruinen Askalons. ZDPV. II. 1879. S. 164—171. 

— Eine neue Handkarte von Palästina in Mitteil. u. Nachr. d. 

Deutsch. Pal. Vereins 1896. Nr. 5. 

— „Jerusalem“. Kurz. Bibelwörterbuch. Tübingen u. Leipzig 1903. 

S. 298-311. 

— „Jerusalem“ in RE S . Bd. 8. 1900. S. 666—693. 


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— Un grand maitre des Assassins au temps de Saladin. Exträit du 
Journal asiatique. Paris 1877. 

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v. F. Nippold. Bd. II Das Mittelalter 3 . Leipzig 1885. 

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ROL. III. 1895. S. 107-128. 

J. v. Hammer, Die Geschichte der Assassinen aus morgenländischen 

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Wissensch. I. Kl. Bd. XII, Abt. 2. München 1872. S. 217—295. 
M. Hartmann, Der Islam — Geschichte, Glaube, Recht. Leipzig 1909. 
R. Hartmann, Die geographischen Nachrichten über Palästina u. 
Syrien in Haiti az-?ähirls zubdat kaif al-mamälik. Diss. 
Tübingen 1907. 

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Vorlesungen 7 . Leipzig 1854. — 2. Mittlere Kirchengesch. 2 . 
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Stewart Macalister. Autorisierte deutsche Ausgabe mit An¬ 
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Histoire anonyme des reis de Jerusalem, s. Köhler. 

Histoire critiquc et apologetique de l’ordre des Chevaliers du Temple 
de Jerusalem dits Templiers par feu le R. P. M. J. chanoine 
regulier de l’ordre de Premontre Docteur en Theologie prieur 
de l’abbaye d’Etival. I. Paris 1789 (Annonym.-ed. M. Jeune). 
Historia Gestorum viae nostri temporis Hierosolymitanae auctore 
Gilone Parisiensi. De expeditione Hierosolymitana libri VI. 
Ex MS. monasterii S. Germani a Pratis. Martene et Durand. 
Thesaur. nov. aneed. III. Paris 1717. S. 212—266. 
al-Hitat, Geographie und Geschichte Aegyptens, s. al-Maqrfzi. 

O. Molder-Egger, Ueber die verlorene größere Chronik Sicards 
von Cremona. NA. XXIX. 1904. S. 177—245. 

— „Wilhelm II, Erzbischof von Tyrus“ in RE 3 . Bd. 21. 1908. S. 

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G. Hölscher, Landes- und Volkskunde Palästinas. Leipzig 1907. 
Göschen. 

O. Hüffcr, Die Anfänge des 2. KZ. Hist. Jahrb. VIII. München 1887. 
S. 391-428. 

HVS. — Historische Vierteljahrsschrift. 

HZ. = Historische Zeitschrift 

JA. = Journal Asiatique ou Recueil de memoires, d’extraits et de 
notices relatifs ä I’histoire, ä la Philosophie, aux langues et 
ä la littlrature des peuples orientaux, publik par la Socilte 
Asiatique. Paris 1822 ff. 

K. Jacob, Quellenkunde der deutschen Geschichte. I. Leipzig 1906. 
Sammlung Göschen. 

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Dei per Francos. Hanoviae 1611. S. 1047—1145. — Hand¬ 
ausgabe, Duaci 1597. 

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— Tusculanus episcopus. Sermones vulgares bei Pitra, Anal. nov. 

II. S. 344-442. 


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Fr. Jacquot, Bibliographie des Tetnpliers. Annales du Monde Religieux, 
organe offkiel de la sockte d’histoire ecctesiastique. Bor-le- 
Duc 1880. S. 7—14. 

— Defense des Templiers, contre la routine des historiens 
et les prljugls du vulgaire. Etüde prlliminaire. Les origines 
et la rfcgle des Templiers, avec documents et pi&ces justifioatives. 
Paris—Nancy 1882. 

Ph. Jafte, Das Verhältnis der Oesta Ludovici VII. zu Wilhelm von 
Tyrus. Schmidts Z. f. Geschichtswissenschaft II. 1844. S. 
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Jafte-Löwenfeld, Regesta Pontificum Romanorum ab condita ecclesia 
ad anmim post. Chr. n. MCXCVIII. Ed. sec. (S. Loewenfeld 
u. a.) Leipzig I. ,1885. II. 1888. 

M. Jähns. Handbuch einer Geschichte des Kriegswesens von der 
Urzeit bis zur Renaissance. Techn. Teil: Bewaffnung, Kampf* 
weise, Befestigung, Belagerung, Seewesen. 100 Tafeln. Leipzig 
1880. 

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J. Jastrow u. G. Winter, Deutsche Geschichte im Zeitalter der 
Hohenstaufen. 2 Bde. Stuttgart 1897. 1901. 

JBGW. = Jahresberichte d. Geschichtswissenschaft. 

Ibn al-Atlr (1160—1234). Ibn-Alatyr, Extrait de la chronique inti- 
tutee Kamel-Altevarykh. Rec. or. I. 1872. S. 187 f. (Vgl. 
Wüstenfeld 28 Nr. 315. — Brockelmann S. 164.) Wenn kein 
Zusatz bei Ibn al-A. steht, ist dieses Werk gemeint. 

— Ibn el-Athlr, Histoire des atabecs de Mosul. Rec. or. II. 1876. 

S. 1-394. 

Ibn Gubair (Ibn Dschubair, Djubair) (1145—1217]. Viaggio in Ispagna, 
Sicilia, Siria e Palestina, Mesopotamia, Arabia, Egitto compiuto 
nel secolo XII. Prima traduzione fatta sull’ originale arabo da 
Celestino Schiaparelli. Roma 1906. 

Ibn Haldün (f 1405). Ibn Khalduni narratio de expeditionibus 
Francorum in terras islamismo subjectas ed. et lat. vert. C. J. 
Tornberg. Upsala 1840. Ex actis reg. soc. scient. Ups. Tom. 
XII (Vergl. Wüstenfeld 29 Nr. 456.) 

Ibn Hallikän (+ 1282). Ibn Khallikan (Ibn Challican), Blographiral 
dictionary translated from the arabic by Mac Guckin de Slane. 
4 vol. (London). Paris 1842—1871. (Vergl. Wüstenfeld 28 
S. 144. — Brockelmann S. 165—166.) 


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Ibn Moyesser (nach Wüstenfetd: Mujassar, Tärikh-Ibn-Mlsar), Ta£ 
ad-dln Muhammed b. ‘AU b. Jasuf b. Mlsar, Extraits in Rec. 
or. III. 1884. S. 461—473. (Vergt. Blochet. ROL. IV. 1896. 
S. 149.) 

M. Jeune (Lejeune), s. Histoire critique. 

‘Immäd ad-dln (f 1301). 1. Auszüge bei Abü Säma in Rec. or. 

IV. 1898. — 2. Bei Goeigens. Berlin 1879, s. d. — 3. Im Wochen¬ 
blatt der Joh.-Ordens-Balley Brandenburg. Jg. XI (1870) Nr. 
19. 20. — Jg. XII (1871) Nr. 28. 29. (Vgl. Wüstenfeld 28 Nr. 284. 
— Brockelmann S. 158—159.) 

Index ad acta SS. Botandi, s. Patriarchae Hierosolymitani. 

P. Joanne, Dictionnaire glographique et administratif de la France 
et ses colonies p. sous la direction de . . . Paris 1890. II. 
1892. III. 1894. IV. 18%. V. 1899. VI. 1902. VII. 1905. 
Johann von Ypern (Johannes Longus od. Joh. Iperius). Chronica 
monasterii Sancti Bertini auctore Johanne Longo de Ipra ed. 
Holder-Egger. MO. SS. XXV. 1880. S. 736—866. 

Johannis cognomine Saresberiensis Camotensis episcopi opera omnia. 

Migne, patr. lat. CXCIX. Paris 1855. 

Johann v. Würzburg, Descriptio terrae sanctae in T. Tobler, Descrip- 
tiones Terrae Sanctae. Lips. 1874. S. 108—192 u. B:m. dazu 
S. 415—448. 

J. Johnen, Philipp von Elsaß, Graf v. Flandern. Brüssel 1910. 
Kamäl ad-dln (1192—1262). L’histoire d’ Alep. Version franfaise 
d’apris le texte arabe par E. Blochet. ROL. III. 1895. S. 
509-565. Ebenda IV. 18%. S. 145-225 (Ebenda v. 1897. 
S. 37-107. Ebenda VI. 1898. S. 1—49.) (Vergl. Wüstenfeld 
28 Nr. 345.) S. auch Röhricht, Beiträge. 

Karte von Palästina. AOL. II. 1884 zw. S. 328 u. 329. S. Rey, 
Les plriples usw. 

O. Kaufmann, Konrad III. (König der Deutschen). Allgemeine 
Encyklopädie der Wissenschaften u. Künste v. J. S. Ensch u. 
J. O. Grub 0 ' II. Sektion, 38. T. Leipzig 1885. S. 296—304. 
Kervyn de Li.tenhove, Histoire de Flandre. Bruxelles. III. 1847. 
(6 Bde.) 

R. Kittel, Die orientalischen Ausgrabungen u. d. ält. bibl. GeschA 
Leipzig 1908. 

C. Klein, Besprechung der deutschen Uebersetzung ; Usäma ibn 
Munqid von G. Schumann in ROL. XI. 1908. S. 499—501. 

— Die Kreuzzüge, s. Helmolt VI S. 355—419. 

— Kreuzzüge, JBGW. XVI. Jg. 1893. Berlin 1895 III. S. 464—478. 

Ebenda XVII. Jg. 1894. 18% III. S. 244-262. — Ebenda XX. Jg. 
1897. 1899 III. S. 356-375. 


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— Revue des principaux travaux relatifs aux tiroisades parus en 

Allemagne dans les annies 1893 et 1894. ROL. III. 1895. S. 
460—480. 

Klippel, „Templer“ in RE 1 .*) Bd. 15. Gotha 1862. 

— „Wilhelm von Tyrus“ in RE 1 .*) Bd. 18. Gotha 1864. S. 151. 
C. Klöpper, Französisches Real-Lexikon. 3 Bde. Leipzig 1898—1902. 
Knöpfler, Die Ordensregel der Tempelherren. HJb. i. Auftr. d. 

Görres-Gesellschaft hg. v. Grauert VIII. München 1887. S. 
666—695. 

F. Kober, Das Interdict. Archiv f. Kathot. Kirchenrecht. I. Artikel 
Bd. 21 (Neue Folge Bd. 15). S. 1—45. II. Artikel ebenda 
S. 291—341. III. Artikel Bd. 22 (Neue Folge Bd. 16). S. 1-53. 
Mainz 1869. 

Ch. Köhler, Besprechung v. Fr. Groh, Der Zusammenbruch des 
Reiches Jerusalem. ROL. XII. 1909. S. 210-213. 

— Chartes de l’abbaye de notre Dame de la valle de Josaphat en 

Terre-Sainte (1108-1291). ROL. VII. 1899. S. 108-222. 

— Histoire anonyme des rois de Jerusalem (1099—1187) composee 

peut-ltre ä la fin du XII e siede. ROL. V. 1897. S. 213—253. 

— Mllanges pour servir ä I’histoire de l’Orient latin et des croisades. 

Paris 1900. S. 63-103. 

— Rerum et personarum, quae in adis sandorum Bollandistis et 

analedis Bollandianis obviae ad orientem latimim spedant index 
analyticus. ROL. V. 1897. S. 400—561. 

K. Körner, Die Templerregel. Aus d. Altfranz, übers, u. m. erläu¬ 
ternden Anmerkungen versehen. Jena 1902. 

— Ist die lateinische oder die altfranz. Fassung d. Templerregel als 

die urspr. anzusehen? XII. Bericht d. städt. Realschule zu 
Gotha. Gotha 1901. 

A. v. Kremer, Kulturgeschichte des Orients unter den Chalifen. 2 Bde. 

Wien 1875 u. 1877. 

B. Kugler, Geschichte der Kreuzzüge. Berlin 1880. W. Onckens 

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* Es sind aus den früheren Auflagen der RE. Aufsätze heran¬ 
gezogen, wenn diese von namhaften Fachgelehrten herrühren. 


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v. E. Schultze. Bd. 1. 

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Bd. 2. Stuttgart u. Berlin 1902. 

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Traduction frangaise accompagnle de notes historiques et gco- 
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VIII. 1900—1901. (Vergl. Brockelmann S. 195.) 

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nur deutsch zugänglich gewesen.) 

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bis 1225. Anast. Neudruck v. H. Weiter. Paris 1903. 

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Bongarsius. Gesta Dei per Francos II. S. 1—281. (Saec. XV.) 


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Paria 1724. (Im ganzen 9 Bde. Paris 1724—1733.) 

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(5 Bde.) 

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u. Kaulen). Bd. 6. Freiburg i. B. 1889. 

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Paris 1871. 

— Les comtes de Jaffa et d’Ascalon du Xlle au XIXe si&cle. Archiv» 

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— Les seigneurs du Crac de Montrlal appeles d’abord seigneurs 

de la Terre au delä du Jourdain. Archivio Veneto. XXV. Venezia 
1883. 'S. 475-494. 

— Les Patriarches latins de Jerusalem. ROL. I. 1893. S. 16—41. 

— Lettre ä M. Beugnot sur les sceaux de l’ordre du Temple. BECh. 

IV. 1847—1848. S. 385—404. 

— Trlsör de Chronologie d’histoire et de glographie pour l’64ude 

et l’emploi des documents du moyen äge. Paris 1889. 
Matthaeus Parisiensis monachus Sancti Albani, Historia Anglorum 
sive ut vulgo dicitur Historia minor. Hg. v. Fr. Madden Vol. 
I. London 1866. 

F. L. Matzner, De Jacobi Vitriacensis crucis praedicatoris vita et 
rebus gestis. Monasterii 1863. Diss. 

E. Mayer, Deutsche u. franz. Verfassungsgeschichte Vom 9. bis zum 
14. Jahrhundert. Leipzig 1889. 2 Bde. 

Memoires et documents in6dits pour servir 4 l’histoire de la Franche- 
Comte publils par l’acadlmie de Besangon. Besanfon 1867. 
Merzdorf, Die Geheimstatuten des Ordens der Tempelherren. Nach 
der Abschrift eines vorgeblich im vatikanischen Archiv befind¬ 
lichen Manuscripts zum ersten Male in der lateinischen Urschrift 
und in deutscher Uebersetzung herausgegeben. Halle 1877. 
W. Meyer, Ludus de Antichristo und Bemerkungen über die lat. 
Rhythmen des XII. Jahrhunderts. SB. d. König!, bayer. Akad. 
d. Wissenschaften, Philos.-philol. Classe. München 1882. I. 
S. 1—192. 

MG. — Monumenta Germaniae historica. Hannover. 

Michaud, Biblioth&que des croisades. I. Chroniques de France. II. 
Suite des chroniques de France, chroniques d’ltalie et d’Angle- 


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terre. III. Chroniques d’ABemagne et da Noid de l’Europe, 
chroniques diverses. Chroniques grecques, turques et arm£- 
niennes. IV. Chroniques arabes. Paris 1829. 

— Histoire des croisades. sept £d. augmentee d' un appendice 

p. M. Huidard-BrehoQes. Paris 1849. 4 voL 
Mich eiet, Les Templiers. Revue des deux mondes. X. Paris-London 
1837. S. 281—319. 

— Procis des Templiers. I. Collection de documents in&iits sur 

I’histoire de France. I. Ser. Histoire politique. Paris 1841. 
Michael Synis. 1. Extrait de la chronique. Rec. arm. I. 1869. 
S. 311—409. — 2. Chronique de Michel le Syrien, patriarche 
jacobite d’Antioche (1166—1199) 6d. pour ta prem. fois et trad. 
en fran^ais par J.-B. Chabot. Paris. I. 1899. II. 1901. II. fase. 
1. 2. 3. 1904. III. fast 1. 1906. fast 2. 1906. — Rec. arm. 
nur zitiert, soweit das Werk v. Chabot noch nicht fertig war. 
Migne, Patrologia latina. Paris. 

MlOO. = Mitteilungen des Instituts für Oesterreichische Geschichts¬ 
forschung. Innsbruck. 

Mirilt ez-Zemän, Extraits. Rec. or. III 1884. S. 513—570. 
Modern Map of Palestine, 12 Blätter. — (Die besten Karten von 
Palästina.) London 1900. Palestine Exploration Fund. 

Mugir ed-din (f 1520). Moudjir ed-dyn, Histoire de Jerusalem et 
d’H6bron. Fragments de la Chronique de Moudjir ed-dyn 
traduits sur le texte arabe p. H. Sauvaire. Paris 1876. 
Mommert, Topographie des alten Jerusalem. I. Zion u. Akra, die 
Hügel der Altstadt. — II. D. salom. Tempel u. Palastquartier 
auf Moriah. — III. Salom. Mauerhau, Wasserversorgung Jeru¬ 
salems. Mauerhau Manasses. Leipzig. I 1900; II 1903; III 1905. 

F. Mühlau, Beiträge zur Palästinaliteratur im Anschluß an Röhrichts 

Bibliotheca geographica Palaestinae. ZDPV. XVI. 1893. S. 
209—234. 

A. Müller, Der Islam im Morgen- und Abendland. Berlin. 2 Bde. 

(Ohne Jahreszahl- 1885 u. 1887.) 

— Orientalische Bibliographie. Berlin 1887. 

G. Müder, Documenti sulle relazioui delle cittä Toscane coli* Oriente 

cristiano e coi Turchi. Firenze 1879. 

K. Müller, Kirchengeschichte. Tübingen u. Leipzig. I. 1892. II. 1902. 
F. Münter, Das Statutenbuch des Ordens der Tempelherren. Berlin 

1794. Th. 1. 

L. A. Muratori, Rerum Italicarum Scriptores praeripui. Mediolani 

1723-1751 I. III. V. VI. VIII. IX. 


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III. Ethnologischer Reisebericht 1908. 

— Karten v. Arabia Petraea (1:300000). Wien 1906. 

NA. = Neues Archiv der Gesellschaft für ältere Deutsche Geschichts¬ 
kunde. Hannover. 

Naef, Recherches usw., s. Bemerkung am Schlüsse des Verzeichnisses. 
C. Neumann, Griechische Geschichtsschreiber und Geschichtsquellen 
im zwölften Jahrhundert. Leipzig 1888. 

— Bernhard von Clairvaux und die Anfänge des 2. KZ. Diss. Heidel¬ 

berg 1882. 

Ex. Nicolai Ambianensis chronico seu appendice ad Sigebertum 
ab anno 1135 ad a. 1204. Bouquet XIV. 1877. S. 21—23. 
NKZ. == Neue kirdilidie Zeitschrift hg. v. W. Engelhardt i. Mönchen. 
Erlangen u. Leipzig. 

Notae Pisanae. MO. SS. XIX. 1866. S. 266 f. 
an-Nugom az-zähira. Nodjoum ez-Zahireh, Extraits. Rec. or. III. 
1884. S. 481—509. 

Odo von Deuil, Kaplan König Ludwigs VII. von Frankreich. De 
via sancti sepulchri a Ludovico VII. Francorum rege suscepta. 
MG. SS. XXVI. 1882. S. 59—73. 

Orderiri Vitalis ecclesiasticae historiae libri trededm. Hg. v. Auguste 
le Prevost. Paris 1852. IV. (T. I—V.) 

Fr. Ost Die altfranzösische Uebersetzung der Geschichte der Kreuz¬ 
züge Wilhelms v. Tyrus. Diss. Halle a. S. 1899. 

Otto v. Freising. Ottonis episcopi Frisingensis opera ex recensione 
Rogeri Wilmans in usum Scholarum ed. O. H. Pertz. Hannover 
1867. 2 Bde. 

— Chronicon. Libri VIII. ed. Wilmans. MO. SS. XX. 1868. S. 

83-301. 

Ottonis et Rahewini Gesta. Friderici I. imperatoris rec. G. Waitz. 
Hannover 1884. (Handausgabe.) 

Otto v. St Blasien. Chronid ab Ottone Frisingensi conscripti con- 
tinuatio sive continuaho Sanblasiana (1146—1209). 1. ed. Rog. 
Wilmans in MG. SS. XX. 1868. S. 302—337. — 2. in Ottonis 
Frising. opera in usum scholarum ed. Pertz. Hannover 1867. 
(Zitiert.) 

Ousäma Ibn Mounqidh (Usäma ibn Munqid). Un 6mir Syrien au 
Premier siede des croisades (1095—1188) par H. Derenbourg. 
Paris. I. 1889. S. 1—202. II. 1893. S. 203—730. — (Vergl. 
Brockelmann S. 160. — Deutsche Uebersetzung abhängig von 
Derenbourg, s. Schumann u. Besprechung v. C. Klein.) 


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C. Perlons, The Knights Templars in the British Isles. in English 
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209—230. 

— The Wealth of the Knights Templars in England and the Dis¬ 

position of it after their Dissohition. in American Historical 
Review XV. S. 252—263. Januar 1910. 

Perredot, Diss. Queis sont les princes et seigneurs de Franche-Comt< 
qui se sont distinguls pendant les croisades. M£m. de la 
Franche-Comte IV. Besanqon 1867. S. 313—366. 

Perthes, Handlexikon für ev. Theologen. 3 Bde. Gotha 1890/1891. 
A. P6tel, Templiers et Hospitaliers dans le dioctse de Troyes. La 
Commanderie de Payns et ses dlpendances i Savifcres, a Saint* 
Mesmin, ä Messon et au Pavillon. Revue Champenoise et 
Bouiguignonne 1. Bar-sur-Aube 1904. S. 25—84. S. 133—181. 
S. 281 ff. 

Petri Venerabilis abbatis Chiniacensis noni opera omnia. Migne, 
patr. lat. CLXXXIX. 1890. 

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E. Pfeiffer, Zwei vermeintliche Templerdenkmale. Z. f. Kulturgesch. 

hg. v. G. Steinhausen. IV. Weimar 1897. S. 385—419. 
v. Pflugk-Harttung, Acta Pontificum Romanorum inedita. (I. Tübingen 
1881. II. Stuttgart 1884.) III. Stuttgart 1888. a. a. 590—1197. 

G. Phillips, Walter Map. Ein Beitrag zur Geschichte König Heinrichs 

von England u. des Lebens an seinem Hofe. SB. d. phil.- 
hist. Classe d. K. Ak. d. Wissensch. 10. Bd. Jg. 1853. Wien 
1853. S. 319-399. 

PJB. =■■ Palästinajahrbuch des Deutschen evangelischen Instituts 
für Altertumswissenschaft des heiligen Landes zu Jerusalem. 
Hg. v. G. Dalman. Ber>>n 1905—1910. 

H. Pirenne, Philippe d’Alsa.e. Biographie nationale de Belgique. 

17 (1903) S. 163-176. 

C. Piton, A propos des accusateurs des Templiers. ROL. III. 1895. 
S. 423-432. 

I. B. Pitra cardinalis, Analeda novissima spicilegii Solesmcnsis altera 

Continuatio. II. Tusculana. Tuscul. 1888. 

Joh. Poloner, s. T. Tobler. 

A. Potthast, Bibliotheca historica medii aevi s . Berlin 1896. 2 Bde. 

— Regesta Pontificum Romanorum Vol. I. Berlin 1874. 


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Privileg!« ccdesiae santi sepulcri Iherusalem. (Cartulaire du Stint* 
Söpulcre.) Migne, patr. lat. CLV. 1880. S. 1111—1262. 

H. Protz. D. Anteil der geistL Ritterorden an dem geistL Leben 
ihrer Zeit. Festrede geh. i. d. öffentl. Sitzung d. K. Akad. 
d. Wiss. am 14. Nov. 1908. München 1908. 

— Aus Phönizien. Geographische Skizzen und historische Studien. 

4 Karten 1 Plan. Leipzig 1876. 

— Autonomie des Templerordens. SB. d. K. B. Akad. d. W. z. Mün¬ 

chen. Philos.-philol. u. hist. Classe Jg. 1905. S. 7—54. 

— Die geistlichen Ritterorden. Ihre Stellung zur kirchlichen, poli¬ 

tischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen' Entwickelung des 
Mittelalters. Berlin 1908. 

— Ein neuer Versuch zur Lösung des Templerproblems. Beilage 

z. Allgem. Z. vom 5. u. 6. März 1908 (Nr. 36 u. 37). 

— Entwickelung und Untergang des Tempelherrenordens. Berlin 

1888. 

— Forschungen zur Geschichte des Tempelherrenordens. Königs¬ 

berger Studien 1887. S. 145-180. 

— Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherrenordens. Ber¬ 

lin 1879. 

— Kritische Bemerkungen zum Prozeß des Templerordens. Zur 

Abwehr und zur Verständigung. Deutsche Z. für Geschichts¬ 
wissenschaft. XI, Heft 2. Freiburg u. Leipzig 1894. S. 242—275. 

— Kulturgesch. d. Kreuzzüge. Berlin 1883. 

— Malteser Urkunden und Regesten zur Geschichte der Tempel¬ 

herren und der Johanniter. München 1883. 

— Quellenbeiträge zur Geschichte der Kreuzzüge. I. Heft Danzig 

1876. 

— Studien über Wilhelm von Tyrus. NA. VIII. 1883. S. 93—132. 

— Studien zur Geschichte der Ritterorden. SBAK. München 1906. 

— Zur Genesis des Templerprozesses. München 1908. SB. d. philos.- 

philol. u. hist. Classe d. K. B. Akad. d. W. z. München. 
Jg. 1907. S, 5-67. 

Purgstall, Die Schuld der Templer in SB. d. philos .-hist. Klasse d. K. 

Akad. d. Wiss. Wien 1854. S. 3—4. S. 109—110. S. 193-194. 
Quatremfcre, Notice historique sur les Ismaeliens. Fundgruben des 
Orients. IV. Wien 1814. S. 339—376. 

P. Quesvers et H. Stein, Essai de genealogie de la famille des 
Barr es (Brie, Gätinais, Slnonais, Nivernais, Bern, Bourbon na is, 
Bourgogne). Fontainebleau 1901. 

Radulf von Coggeshall, Chronicon Anglicanum hg. v. J. Stevenson. 
London 1875. Rer. Brit. med. aevi SS. 


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Radulfus de Diceto decanus Lundoniensis, Opera Historica hg. v. 

W. Stubbs. London 1876. 2 Bde. Rer. Brit. med. aev. SS. 68. 
L. v. Ranke, Weltgeschichte. Vlli., Kreuzzüge und päpstliche Welt¬ 
herrschaft, nachträgl. hg. v. A. Dove. Leipzig 1887. 

A. Rastoul, Les Templiers 1118—1312. Trois. 6d. Paris 1908. Questions 
historiques Nr. 329. 

Fr. v. Raumer, Geschichte der Hohenstaufen uqdl, ihrer Zeit 3 . 6 Bde. 
Leipzig 1857—1858. Bes. I. S. 251—385. — II.'S. 219—343. 

G. Raynaud, Gestes des Chiprois publ. p. 1. prem. fois. Genfcve 1887. 

Publ. de la Soc. de l’Orient latin. Serie hist. V. Darin: Chronique 
de Terre-Sainte. 

RE. = Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche. 
— RE 1 .* = 1. Auf), v. Herzog. Hamburg-Gotha 1854—1868. 
— RE 2 .* = 2. Aufl. v. Herzog in Verbindung mit Plitt u. 
Hauck. Leipzig 1877—1888. — RE 3 . = 3. Aufl. von Haudc. 
Leipzig 1896—1909. 

Recueit des historiens des croisades. Paris 1841 f. — Rec. arm., 
Rec. grec., Rec. occ., Rec. or. = Recueil des historiens des 
croisades. Doaunents armeniens, historiens grecs, historiens 
occidentaux, historiens orientaux. 

Recueil des historiens des Gaules et de la France (Rerum Galli- 
carum et Franricarum Scriptores). Paris, s. Bouquet. 

Registrum epistolarum Alexandri Papae III. bei Martene et Durand. 
Veterum scriptorum et monumentorum historicorum etc. 
amplissima collectio. II. Paris 1724. S. 622—1011. — (Nur 
zum Vergleich mit dem neueren Drucke bei Migne, Patr. lat 
CC. 1855, herangezogen.) 

Regum Jerusalem, principum, praelatorum epistolae viginti sex ad 
Ludovicum Francorum regem, huius nominis septimum cogno- 
mine Juniorem. Migne, Patr. lat. CLV. 1880. S. 1263—1290. 
Reinaud, Extraits des historiens orientaux rdatifs aux guerres des 
croisades. Nouv. 6d. Paris 1829 Bd. 4, s. „Michaud“, Biblio- 
th&que des croisades. 

— Geographie d’Aboulflda, traduite de l’arabe en fran^ais. I. II, 
1 Paris 1848. — II, 2 v. St. Guyard. Paris 1883. 

Reram Britannkrarum medü aevi Scriptores or Chronides and memo- 
rials of Great Britain and Ireland during the middle ages published 
— — — under the direction of the Master of the Rolls. 
London. 

H. Reuter, Geschichte Alexanders III. und der Kirche seiner Zeit. 

Bd. III. Leipzig 1864. 


* S. Bern, auf S. 27. 


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Revue de l’Orient latin pub!. sous la direction de MM. le marquis 
de VoguE et Ch. Schefer. I—XI. Paris 1893—1009. 

E. Rey, Geoffroy Foucher, grand-commandeur du Temple 1151—1170 
in Rev. de Champagne et de Brie 2. SErie 6. Jg. 19. Arcis-sur- 
Aube 1894. S. 259—269. 

— Les colonies franques de Syrie aux XII e et XIII e siedes (mit 

5 Plänen). Paris 1883. 

— Les periples de cötes de Syrie et de Ja Petite ArmEnie. AOL. II. 

1884. S. 329—331. 

— Les seigneurs de Mont-Rea! et de la Terre d’outre le Jourdain. 

ROL. IV. 1896. S. 19—24. 

— L'ordre du Temple en Syrie et ä Chypre. Les Templiers en Terre- 

Sainte. Arcis-sur-Aube 1888. Revue de Champagne et de Brie 
XXIV. S. 24—56. 

— Redierches gEographiques et historiques sur la domination 

des Latins en Orient, accompagnees de textes inedits ou peu 
connus du XII e au XIV e siEde Paris 1877. 

— Note relative ä la Situation gEographique de plusieurs chäteaux 

ElevEes en Orient ä l’Epoque des croisades. Soc. nation. des 
Antiq. de France. Seances, 15 fevr. 1893. 

— REsumE chronologique de l’histoire des princes d’Antioche. ROL. 

IV. 1896. S. 321-407. 

RH. = Regesta regni Hierosolymitani, s. Röhricht. 

Comte Riant, Les archives des Etablissements latins d’Orient. AOL. 
I. 1881. S. 705—710. 

— Inventaire critique des tettres historiques des croisades. Ebenda. 

S. 1—224. 

AI. L. Richter, Lehrbuch des Katholischen und Evangelischen Kirchen* 
rechts 7 . R. W. Dove. Leipzig 1874. 

P. Richter, Beiträge zur Historiographie in den Kreuzfahrer¬ 

staaten, vornehmlich für die Geschichte Kaiser Friedrichs II. 
MIÖG. XIII. 1892. S. 255—310. — XV. 1894. S. 561-599. 
Rkordanus Malespini patritius Florentinus, Istoria Florentina (1095 
bis 1217). Zus. m. Dino Compagni hg. v. E. Sonzogno. Milano 
1876. 

Q. Rietschel, Bibellesen u. Bibelverbot in RE 3 . Bd. 2 1897. 
Rigordus, De gestis Philippi Augusti Francorum regis. Oeuvres 

de Rigord et de Guillaume le Breton puU. pour la Soc. de 
l’histoire de France. Paris. I. 1883. 

C. Ritter, Erdkunde. XV. Vergleichende Erdkunde der Sinai-Halb¬ 
insel, von Palästina und Syrien. 2 Bde. Abt. 1. Berlin 1850. 
Abt. 2. 1851. 


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Ritters geographisch-statistisches Lexikon” hg. v. j. Penzler. 2 Bde. 
Leipzig 1905—1906. 

Robert von Auxerre, s. Chronologia Roberti. 

Robert von Torigni. 1. Chronique hg. v. L. Ddisle. Rouen 1872/73. 
2 Bde. 2. The chronide of Robert of Torigni, abbot of the 
monastery of St. Michael-im-Peril-of-the-Sea, edited by Rieh; 
Howlett in Chronicles of the reigns of Stephen, Henry II., 
and Rieh. I. London ,1889. Rer. Brit. «ned. aevi SS. Nr. 82. 
Vol. IV. Ich zitiere nach Delisle. 

E. Robinson, Palästina und die südlich angrenzenden Länder. Tage¬ 
buch einer Reise im Jahre 1838. Bd. 2 u. 3 Abt. 1 u. 2. 
Halle 1842. 

Roger v. Howden, Chronica magistri Rogen de Houedene libri 2 
(449-1201) ed. W. Stubbs Vol. II. London 1869. Rer. Brit. 
med. aev. SS. Bd. 51. 

R. Röhricht, Amalrich I., König von Jerusalem (1162—1174). MlOO. 
XII. 1891. S. 433—493. 

— Anna]es de Terre-Sainte. AOL II. 1884. S. 427—461. 

— Arabische Quellenbeiträge zur Geschichte der Kreuzzüge. S. 

G oergens. 

— Beiträge zur Geschichte der Kreuzzüge. Berlin. I. 1874. II. 1878. 

— Bibliotheca geographica Palaestinae. Chronologisches Verzeich¬ 

nis der auf die Geographie des heiligen Landes bezüglichen 
Literatur von 333—1878 u. Versuch einer Cartographie. Berlin 
1890. 

— Der Untergang des Königreichs Jerusalem. MIÖG. XV. 1894? 

S. 1—58. 

— Deutsche Pilgerreisen nach dem heiligen Lande. Neue Ausgabe. 

Innsbruck 1900. 

— Die Deutschen im Heiligen Lande. Innsbruck 1894. 

— Etudes sur les derniers ternps du royaume de Jerusalem. AOL. 

I. 1881. S. 617—652 

— Geschichte des Königreichs Jerusalem (1100—1291). Innsbruck 

1898. 

— Karten und Pläne zur Palästinakunde aus dem 7. bis 16. Jahr¬ 

hundert. Dazu Tafel 5—7. ZDPV. XVIII. 1895. S. 173—182. 

— Kleine Studien zur Geschichte der Kreuzzüge. Progr. d. Hum- 

boldt-Gymn. Berlin 1890. 

— Nachträge (zu Syria sacra u. Studien zur mittelalterlichen Oeogr. 

u. Topogr. Syriens). ZDPV. XL 1888. S. 139—142 Ebenda 
XII. 1880 S. 33-34. 

— Neue Nachträge zu ZDPV. X, 195—345. XI, 139—142. XII, 33 

bis 35. ZDPV. XV11I. 1895. S. 82-87. 


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37 


R. Röhricht, Quellenbeiträge z. Gesch. d. Kreuzz. Progr. d. Louisen- 
städt. Realschule Berlin 1875. (Darin Uebersetzung der Aus¬ 
züge aus Ibn Haldün u. 2 Briefe aus d. Codex Vetero- 
Cellensis, einem Formelbuche.) 

— Regesta regni Hierosolymitani (1097—1291). Oeniponti 1893. 

— Additamentum. Oeniponti 1904. 

— Studien zur mittelalterlichen Geographie u. Topographie Syriens. 

ZDPV. X, 1887. S. 195—345. XI, 1888. S. 139-149. XII, 1889. 
S. 33-35. XVIII, 1895. S. 82-87. XIX, 1896. S. 61-62. 

— Syria sacra. Entwurf einer Kirchengeschichte des mittelalter¬ 

lichen Syriens (1095—1291). ZDPV. X. 1887. S. 1—48. 

— Zur Bibliotheca geographica Palaestinae. ZDPV. XVI. 1893. S. 

269—296. 

— Zusätze und Verbesserungen zu Du Cange, Les familles d’outre 

mer (ed. E. Rey Paris 1869). Progr. d. Humboldt-Gymn. Berlin 
1886. 

ROL. =r Revue de l’Orient latin, siehe da. 

G. Rosen, Aus dem Cartular der Kirche des heiligen Grabes zu 

Jerusalem. Wochenblatt der Johann.-Ordensballey Branden¬ 
burg. Berlin 1863. Nr. 5. S. 29—32. Ebenda Nr. 7. S. 43—44. 
Ebenda Nr. 9. S. 52-53. 

E. de Rozitre, Cartulaire de l’eglise du Saint-Sepulcre de Jerusalem. 
Paris 1849. 

Th. Rymer, Foedera, conventiones, litterae et cuiuscunque generis 
acta. I, 1 ab anno 1066 ad a. 1272. Londini 1816. 

Ed. Sachau, Reise in Syrien und Mesopotamien. Leipzig 1883. 

SB. = Sitzungsbericht. 

Ch. Schefer, Etüde sur la devise des chemins de Babiloine. AOL. 
II. 1884. S. 89-101; bes. S. 94. 

P. Scheffer-Boichorst, Die florentinische Geschichte der Malespini 
eine Fälschung. HZ. v. Sybel 24. München 1870. S. 274—313. 
W. Scherer, Zum Tegemseer Antichristspiel. Z. f. deutsches Alter¬ 
tum u. deutsche Litteratur Bd. 24. Berlin 1880. S. 450—455. 
Scheurl, „Interdikt“ in RE 3 . Bd. 9. 1901. S. 208-210. 

Schiaparelli, s. Ibn Oubair. 

H. Schiller, Weltgeschichte. Bd. 2. Gesch. d. Mittelalters. Berlin- 

Stuttgart 1901. 

H. Schindler, Die Kreuzzüge in der altprovenzalischen u. mittel¬ 
hochdeutschen Lyrik. Dresden, Progr. d. Annenschute. Dresden 
1890. 

A. Schiatter, Topographie u. Geschichte Palästinas. Calw 1893. 


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— Renaud de Chätillon prince d’Antioche, seigneur de la Terre 

d’Outre Jourdain. Paris 1898. 

B. Schmeidler, Italienische Geschichtsschreiber des XII. u. XIII. Jahr¬ 
hunderts. Leipzig 1909. Leipziger hist. Abhandlungen v. E. 
Brandenburg, G. Seeliger u. Wilcken. Heft XI. 

G. Schnürer, Die ursprüngliche Templerregel. Kritisch untersucht 
und herausgegeben. Freiburg i. B. (Herder) 1903. S. 1—157. 
Studien u. Darstellungen aus dem Gebiete der Geschichte i. Auftr. 
d. Görresgesdlschaft hg. v. H. Grauert Bd. III. 

K. Schottmüller, Der Untergang des Templerordens mit urkundl. 
u. krit. Beiträgen. Berlin 1887. 2 Bde. 

F. Schräder, Atlas de geographie historique. Paris 1907. — Bes. 

Kart. 24. 

G. Schrötter, Kreuzzüge (1896—1904). JBGW. XXIX. Jg. 1906. Zweite 

Hälfte. Berlin 1908. III. S. 230—252. XXXI. Jg. 1908. III. S. 
163—178. 

A. Schüttens, Vita et res gestae Saladini ex ms. arabias ed. ac lat. 
vert. Lugd. Bat. 1732. 

G. Schuhmacher, Beschreibung des Dschölän. ZDPV. IX. 1886. S. 
196—363. 

— Ergänzungen zu meiner Karte des Dschölän u. westlichen Haurän. 

Dazu Tafel 4: Karte des Ostjordanlandes. Bl. I Dschölän u. 
westl. Haurän. ZDPV. XXII. 1899. S. 178—188. 

G. Schumann, Usama ibn Munqidh. Memoiren eines syr. Emirs 
aus der Zeit der Kreuzzüge. Uebersetzung ins Deutsche. Inns¬ 
bruck 1905. — S. Ousäma. 

Sicard v. Cremona. Cronica ed. O. Holder-Egger. MG. SS. XXXI. 
1903. S. 22-181. 

Sigbert von Gembloux. Chronographia cum continuationibus. Hg. 
von L. C. Bethmann. MG. SS. VI. 1844. S. 263—274. — Darin: 
Sigeberti auctarium Aquidnense (Anchin in Nordfrankreich). 
S. 392—398. Sigeb. auct. Affligemense (Affligham in Belgien). 
S. 398—405. Sigeb. continuatio Aquidnctina. S. 405—438. 

De Smet. Memoire historique et critique sur Philippe d’Alsace, comte 
de Flandre et de Vermandois (1157—1191). M6m. de l’Acadlmie 
royale de Belgique. 1848. Bd. 2L 
A. Socin, „Abulfaradsch“ in RE 3 . Bd. 1 1896. S. 123—124. 

— Die arabische Literatur (Bibliographie) in: „Arabische Grammatik“ 

bearb. v. K. Brockelmann. Berlin 1904. S. 140—176. 


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H. v. Soden, Palästina und seine Geschichte 2 . Leipzig 1904. Natur 
und Geisteswelt Bd. 6. 

Spruner-Menke, Handatlas für die Geschichte des Mittelalters und 
der noieren Zeit 3 . Gotha 1880. 

SS. = Scriptores. 

Stieler, Handatlas 10 . Gotha 1910. 

E. Strehlke, Tabulae ordinis Theutonici. Ex Tabularii regii Bero- 
linensis codice potissimum. Berlin 1869. 

L. Streit, De rerum transmarinarum qui Guilelmum Tyrium excepisse 

fertur gallica audore specimen. Diss. Greifswald 1861. 

— Ueber das Verhältnis der Gesta Ludovici VII. zu Wilhelm von 

Tyrus. Forschungen z. deutsch. Gesch. XVII. Göttingen 1877. 
S. 618-619. 

W. Stubbs, Chronides and Memorials of the reign of Richard I. 
Rer. Brit. Script. 

Sugerus abbas, oeuvres compl. de Suger publ. par. A. Lecoy de !a 
Marche. Paris 1867; s. auch Vita Sugerii. 

H. v. Sybel, Aus der Geschichte der Kreuzzüge. Braunschweig 1858. 
S. 1—95.. 

— Geschichte des I. Kreuzzuges 2 . Leipzig 1881. 

— lieber den II. Kreuzzug. Z. f, Geschichtswissenschaft hg. v. 

W. A. Schmidt. IV. Berlin 1845 S. 197—228. 

Tabula geographica Marini Sanuti, in T. Tobler, Descr. T. S. 

M. J. Tardif, Monuments historiques. Inventaires et documents publ. 

par l’ordre de l’empereur sous la direction de M. le marquis de 
Laborde. Paris 1866. 

— Tafeln zu Monum. hist, in fol. max. Paris 1866. 

Thesaurus novus aneedotorum, s. Martene et Durand. 

P. Thomsen, Die Palästinaliteratur. Eine internationale Bibliographie 
in system. Ordnung. Leipzig 1911. 

Titus Tobler, Descriptiones terrae sandae ex saeculo VIII. IX. XII. 
et XV. Lips 1874. (S. Willibaldus, Commemoratorium de casis 
Dei, Bernardus Monachus, Innominatus VII., Johannes Wirzi- 
burgensis, Innominatus VIII., La dtez de Jherusalem, Johannes 
Poloner.) 

— Topographie von Jerusalem u. s. Umgebung. Berlin 1853—1854. 

2 Bde. 

— BiUiographica geographica Palaestinae. Leipzig 1867. 

R. Toeppen, Chronik der vier Orden von Jerusalem. Progr. d. Gymn. 
z. Marienburg 1895. 

Wilb. Tomaschek, Zur historischen Topographie von Kleinasien im 


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40 


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Mittelalter. SB. d. Kaiser!. Akad. d. W. Philos.-hist. Klasse. 
Wien 1891 (Bd. 124 VIII S. 1-106). 

Tractatus de locis et statu sancte terre ierosolhnitane. Hg. v. G. 
Thomas. SB. Akad. München, philos.-philo!. Kl. 1865. 2. S. 
144—160. 

A. Trudon des Ormes, Liste des maisons et de quelques dignitaires 
de l’ordre du Ternple en Syrie, en Chypre et en France d’aprts 
les pifcces du procfcs. ROL. V. 1897. S. 389—459. Ebenda VI. 1898. 
S. 156-213. (Ebenda VII. 1899. S. 223—274. S. 504—589.) 
Usäma ibn Munqid (1096—1188), s. Ousäma, Schumann u. Klein. 
E. Vacandard, Vie de Saint-Bernard. I. Paris 1895. 

Vartan le Grand, Histoire universelle. Text u. franz. Uebers. Rec. 
arm. I. S. 431-443. 

C. W. M. van de Velde, Reise durch Syrien und Palästina. 2 Teile 
in 1 Bd. Leipzig 1855—1856. 

Joh. Villani, Croniche di Giovanni, Matteo e Filippo Villani secondo 
le mignori stampe e corredatc di note filologiche e storiche. 
2 vol. Trieste 1857 u. 1858. Biblioteca Classica Italiana, Secolo 
XIV. Nr. 21. 

H. Vildhaut, Handbuch der Quellenkunde zur deutschen Geschichte. 

I. Werl 1906. 

Vincenz v. Beauvais, Memoriale omnium temporum ed. Holder- 
Egger. MO. SS. XXIV. 1876. S. 154-162. 

Vita Sugerii abbatis S. Dionysii Parisiensis a Willelmo San-Dio- 
nysiano ejus discipulo. 6d. A. Lecoy de la Marche. Oeuvres 
compl. de Suger. Publ. pour la Soc. de l’hist. de France. 
Paris 1867. S. 377—411. 

M. de Vogul, Achard d'Arrouaise poime sur le Templum Domini. 
AOL. I. 1881. S. 562—579. 

— Le Temple de Jerusalem. Monographie du Haram-ich-Chlrif 

suivie d’un essai sur la topographie de la Ville-Sainte. Paris 1864. 
P. Volz, Das Jerusalem der Kreuzfahrer. PJB. 1907. S. 56—71. 
Wagemann, „Wilhelm von Tyrus“ in RE 2 .*) Bd. 17. Leipzig 1886. 
Walter Map, De nugis curialium distindiones quinque hg. v. Th. 

Wright (Camden Society). London 1850. 

W. Wattenbach, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter. II. 
Berlin 1894. 

— Geschichte des römischen Papsttums. Berlin 1876. 

J. M. Watterich, Pontificum Romanorum vitae. II. Leipzig 1862. 

A. Wauters, Table chronologique des chartes et diplömes imprimls 


* S. Bern, auf S. 27. 


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41 


concernant l’histoire de la ßelgique. II. (1101—1190). Bruxelles 
1868. VII, 1. Ebenda 1885. VII, 2. 1889. XI, 1. Ebenda 1907. 
C. J. Weber, Das Ritterwesen und die Templer, Johanniter u. Marianer 
oder Deutsch-Ordensritter insbesondere 2 . Stuttgart I. u. II. 1836. 
III. 1837. 

O. Weil, Geschichte der Chalifen nach handschriftl., größtenteils 
noch unbenützten Quellen beurteilt. Bd. 1—3. Mannheim 1846 
bis 1851. Bd. 4 u. 5. Stuttgart 1860 u. 1862 (mit dem Sonder¬ 
titel: Geschieh;«, des Abbasiden-Chalifats). Bes. Bd. III. S. 
945—1258. 

— Zur Literatur der Geschichte der Kreuzzüge. HZ. Sybel 24. 

München 1870. S. 257—273. 

H. Weingarten, Zeittafeln und Ueberblicke zur Kirchengeschichte 6 . 

V. S. M. Deutsch u. C. F. Arnold. Leipzig 1935. 

K. Wenck, Besprechung: 1. v. Schottmüller, Untergang des T.-Ordens. 
Göttinger gelehrte Anzeigen 1888. S. 465 f. — 2. von Prutz, 
Entwickelung und Untergang des T.-Herrenordens. Ebenda Jg. 
1890. S. 253 f. — 3. v. Gmelin, Schuld oder Unschuld des T.- 
Ordens. Ebenda Jg. 1896. S. 532 f. 

F. Wilcke, Geschichte des Ordens der Tempelherren 2 . 2 Bde. Halle 
1860. 

Wilhelm v. Nangis, s. Chronicon Guillelmi de Nangis. 

Wilhelm v. Newburgh, Historia rerum Anglicarum. (MG. SS. XXVII. 
1885. S. 221—248.) ed. R. Howlett. London 1884. Rer. Brit. 
medii aevi SS. 82. 

Wilhelm von Tyrus, s. Guillelmus Tyrensis. 

Fr. Wilken, Geschichte der Kreuzzüge nach morgenländischen und 
abendländischen Berichten. (I. veraltet.) II. Leipzig 1813. III. 
1817. IV. 1826. 

Wilkins, s. Acta contra Templarios. 

Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Ballev Brandenburg. Berlin. 

F. Wüstenfeld, Calcaschandl’s Geographie und Verwaltung von 
Aegypten, s. El-Qalqasandl. 

— Die Geschichtsschreiber der Araber und ihre Werke. Abhand¬ 

lungen der Königl. Gesellsch. d. Wissenschaften zu Göttingen. 
Bd. 28. Göttingen 1881. S. 1-70. Bd. 29. 1882. S. 1—139. 

— Die Litteratur der Erdbeschreibung bei den Arabern. Z. f. ver¬ 

gleichende Erdkunde hg. v. J. G. Lüdde. I. 1842. S. 24—67. 

— Die Statthalter von Aegypten zur Zeit der Chalifen. 1. u. 2. Abt. 

Abhandl. d. Kgl. Ges. d. Wissenschaften zu Oöttingen 1875. 
Bd. 20. — 3. u. 4. Abt. ebenda 1876. Bd. 21. 

— Jäcüt’s Reisen aus seinem geographischen Wörterbuche be¬ 

schrieben. ZDMO. XVIII. 1864. S. 397-493. 


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Go« 'gle 


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— Vergleichungs-Tabellen der Muhammedanischen und Christlichen 
Zeitrechnung, nach dem ersten Tage jedes muhammedanischen 
Monats berechnet u. auf Kosten der deutsch-morgenl. Gesell¬ 
schaft herausgegeben. Leipzig 1854. (Fortsetzung v. E. Mahler. 
Leipzig 1887.) 

W. v. T. — Wilhelm von Tyrus, s. Guillelmus Tyr. 

Z. = Zeitschrift. 

G. Zacher, Die Historia Orientalis des Jacob v. Vitiy. Ein quellen- 
kritischer Beitrag zur Geschichte der Kreuzzüge. Diss. Königs¬ 
berg 1885. 

Zöckler (Klippel), „Templer“ in RE 2 .*) Bd. 15. Leipzig 1885. 
ZDMG. = Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft. 
Leipzig. 

ZDPV. = Zeitschrift des deutschen Palästinavereins. Hg. v. Guthe 
bezw. Benzinger bezw. Steuernagel. Leipzig, Baedeker. 

Bemerkung. 

F. Naef, Rechcrches sur Ies opinions religieuses des Templiers 
et sur les traces qu’elles ont laustes dans la littlrature et dans 
Fhistoire, Nimes 1390, war in keiner Bibliothek Deutschlands zu 
finden. Auch deutsche Buchhändler vermochten das Werk nicht 
zu liefern. Die Buchhandlung Alphonse Picard et Fils in Paris 
hatte die Güte, mir auf meine Anfrage hin mitzuteilen, daß der 
Verfasser die ganze Auflage vom Verleger zurückgezogen habe und 
daß auch letzterer nicht wisse, was aus Naef geworden sei. 

Für die Prüfung der Bekanntschaft Wilhelms von Tyrus mit der 
klass. Literatur des Altertums sind die herkömmlichen Ausgaben be¬ 
nutzt. Es wurde daher auf ihre Anführung im Bücherverzeichnisse 
verzichtet. 


*) S. Bern, auf S. 27. 


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Einleitung. 

Besonders zuverlässige Nachrichten Uber den Anfang des 
Templerordens sind bei Wilhelm von Tyrus zu erwarten. 

Wir haben nur spärliche Kenntnis vom Anfang des 
Tempelherrenordens; denn die Archive desselben sind unbe¬ 
kannt. Vielleicht sind sie zerstört worden, vielleicht liegen 
sie noch irgendwo verborgen und harren der Entdeckung. 
Vorläufig müssen wir uns jedenfalls mit den Nachrichten 
begnügen, die sich anderweit finden lassen. 

Da kommt vor allem Wilhelm von Tyrus in Betracht. 
Er vermochte der Nachwelt zuverlässige und eingehende 
Mitteilungen über die ersten Zeiten des Templerordens zu 
machen. 

Schon durch seine allgemeine Bildung war er befähigt, 
ein sicheres Urteil zu fällen. Die französische Sprache, die 
er lingua nostra nennt 1 , hat er vermutlich schon von seinen 
Eltern gelernt. Gelegentlich verrät er einige Kenntnis im 
Hebräischen 9 und sogar im Persischen 3 . Das Arabische hat 
er wahrscheinlich von Jugend auf sprechen können. Daß 
er auch der arabischen Schriftsprache mächtig war, ergibt 
sich aus seiner leider verloren gegangenen „Geschichte der 
morgenländischen Fürsten seit Mohammed bis auf seine Zeit 


1. W. v. T. 17, 19. 

2. W. v. T. 13, 1. 

3. W. v. T. 3, 1. 


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nach arabischen Quellen“ 4 . Auch das Griechische, das da¬ 
mals nur wenige Gelehrte verstanden, wenn sie der grie¬ 
chischen Kirche nicht angehörten, war ihm geläufig; denn 
er beweist dies nicht nur durch sprachliche Bemerkungen, 
sondern auch durch Benutzung der Schriften des Josephus. 
Daß er Philosophen, wie Plato und Aristoteles, genau ge¬ 
kannt hat, ist unwahrscheinlich, obgleich er von „unserem 
Plato“ und von „unserem Aristoteles“ redet 5 . 

Vor allem beherrschte er die lateinische Sprache in 
seltenem Maße. Er führt Stellen aus Ovid, Vergil und Horaz 
an. Er verrät Kenntnis von Statius, Terenz und von Lucans 
Pharsalia. Auch mit den römischen Prosaikern ist er ver¬ 
traut; namentlich Livius, Cicero und Solinus hat er fleißig 
gelesen 6 . An Wortspielen fehlt es in seiner Darstellung nicht. 
Es ist wahrscheinlich, daß er auch lateinische Verse gemacht 
hat; denn mit „quidam nostrum“, als dem Verfasser eines 
geistreichen Distichons, meint er wohl sich selbst 7 . Ein¬ 
gehendste Kenntnis der Vulgata beweisen viele Zitate. 

Zu seiner vorzüglichen wissenschaftlichen Bildung 
kömmt ein durch ausgedehnte Reisen geschärfter praktischer 
Blick. In Anerkennung seiner Gewandtheit in schwierigen 
Fragen schickte ihn König Amalrich I. von Jerusalem 1168 
an den Hof nach Konstantinopel 8 . Im Oktober 9 1178 wurde 


4. W. v. T. Prologus. 

5. W. v. T. 19, 24. 21, 7. 

6. Ovid: W. v. T. 15, 16. 17, 27. 18, 10. 18, 17. Vergil, 

Aeneis: W. v. T. 11, 6. 13, 1. Horaz, Ars poet. Epist. Carm: W. 

v. T. 1, 16. 5, 9. 14, 6. u. 14. 15, 5. Statius, Theb.: W. v. T. 

14, 7. Terenz: W. v. T. Pro!, u. 22, 25. Lucan, Phars: W. v. T. 

13, 1. Livius: W. v. T. 23 praef. Cicero, De amicitia u. Tuscul.: 
Prolog. S. 3 u. 4. Solinus: W. v. T. 8, 9. 

7. W. v. T. 16, 7. Vgl. Protz, Studien 98. 

8. W. v. T. 20, 4. 

9. Röhricht, Königr. 381 „im September“; dagegen W. v. T. 
21, 6: mense Odobri. 


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er nach Rom zu dem von Papst Alexander III. ausge¬ 
schriebenen Laterankonzile gesandt Er erhielt dort den 
ehrenvollen Auftrag, über die Beschlüsse des Konzils, sowie 
über die Teilnehmer einen amtlichen Bericht abzufassen 10 . 
So ist es kein Wunder, wenn Wilhelm als zuverlässiger Ge¬ 
schichtsschreiber anerkannt wird 11 . 

War er schon im allgemeinen durch seine hohe Bildung 
und durch seine erprobte scharfe Urteilskraft imstande, über 
die Templer ein helles Licht zu verbreiten, so war er dazu 
noch besonders geeignet durch persönliche Beziehungen zu 
diesem Orden. Wir zweifeln nicht daran, daß Wilhelm 
zwischen 1128 und 1134 in Jerusalem geboren wurde 12 . Mit 


10. W. v. T. 21, 26. — Dat. p. manum Willelmi Tyr. archiep. 
regisque cancellarii in Urk. v. 1. April 1179 u. 1. Mai 1179 (Prutz, 
Malt. Urkund. 118 Nr. 48 u. 49) ist nur stehende Formel; denn 
W. v. T. befindet sich zu dieser Zeit weder an der Jakobsfurt, noch 
in ‘Akkä. Er kehrt erst am 6. Juli 1180 zurück. W. v. T. 22, 4. 
Vgl. Röhricht, RH. 154 Nr. 579 Anm. 1. Prutz, Studien 103 not. 2 

11. Eine Zusammenstellung lobender Urteile über W. v. T 

im folgenden ist vielleicht nicht überflüssig: Abel, Oött. Oel. Anz. 
1866 St. 44. S. 1729. Bongarsius, Vorbein. z. W. v. T. Bogen b. 
Blatt 6. — BrShier, Croisades 88. — Dodu, Hist, des inst. 2—16. — 
Dreesbach, Orient. 69—73. — Hold er-Egger in RE 3 . 21 „Wilh. v. 
Tyr.“ — Jacquot, Defense 2. — Klein, KZ. in Helmolt, VI 407. — 
Klippel, W. v. T. 151. — Kugler, Gesch. d. KZ. 15—16 Anm. 1. — 
Michaud, Bibi. d. crois. I. 134—168. — Migne 201 S. 201 aus 

Fabricius, Bibi. med. et inf. Lat. III S 170. — Ost, Uebersetzung 
2—6. — Potthast, Bibi. hist. I. 569. — Prutz, Kulturgesch. 458—469. 

— Rey, Colonies 271—273. — Richter, Historiographie 256. — 

Röhricht, Königr. 310. 330. 335. 365 a. a. O. — Schhimberger, 
Ren. de Chat. 178. Ders., Campagnes 6. 154 Anm. — 172. 179. 183. 

253. 284 a. a. O. — Streit, De rer. trans. 1. — Sybel, Gesch. d. 

1. KZ. 108—131 bezw. 142. — Wagemann in RE 2 . 17 138-142. 

— Wilcke, I. 102. 

12. Emoul 82. . . . Guil. Tyr. Cont. 23, 10. Vgl. Prutz, Kultur¬ 
gesch. 459. — Holder-Egger in RE 3 . 21, 913. 


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den Oertlichkeiten der heiligen Stadt ist er auf das genaueste 
vertraut 13 . Mithin kannte er auch die Templer daselbst 

Als Wilhelm zum Manne herangereift war, konnte er 
erst recht nicht an der Bedeutung der Tempelherren achtlos 
vorübergehen; denn gerade zu jener Zeit erlangten sie große 
Macht und bedeutenden Eintluß. Durch seine amtliche 
Stellung war er gezwungen, mit ihnen häufig zu verkehren. 
Als Archidiakonus seit 1167 und später als Erzbischof von 
Tyrus seit 1175 hatte er über die Eigenheit der Templer, 
namentlich über deren besondere Stellung zur Geistlichkeit, 
eine klare Erkenntnis. Ebenso mußte es seit 1174 seine 
Stellung als Kanzler König Balduins IV. von Jerusalem, den 
er selbst erzogen hatte 14 , mit sich bringen, daß er mit den 
Templern in vielfache nahe Berührung kam. Häufig weilte 
er am Hofe des jungen Königs. Wie viel Vertrauliches auch 
über die Templer mochte Wilhelm schon bei seinen nahen 
Beziehungen zum Könige Amalrich 15 gehört haben. Wie 
vieles hat er bei und an ihnen zu beobachten Gelegenheit 
gehabt, als die Zügel der Regierung zur Zeit des kranken 
Königs Balduin IV. mit in seiner Hand lagen 16 . 

Für Bibliotheken hatte er die größte Vorliebe 17 . Was 
außerhalb des Ordens an schriftlichen Nachrichten in 


13. W. v. T. 8, 1—4. . . . Vgl. Lundgreen, Jerus. des W. 
v. T. 973-992. 

14. W. v. T. 21, 1. 

15. W. v. T. 20, 1.: „Praesente et rogante domino rege“ wird 
Wilhelm Archidiakonus von Tyrus. — 20, 4: Adjunrtus sum ego 
comes de regio mandato, ut regis et regni universi Consilium cum 
eorum litteris ad dominum imperatorem properans deferrem. — 
19, 3. — Prologus (Migne 201, 212). — In der König!. Kanzlei ist 
er sicher schon unter König Amalrich I. beschäftigt; wahrscheinlich 
schon seit 1163. Vgl. Holder-Egger wie oben. 

16. W. v. T. Pro!.; C. 21, 5; 19, 25. . . . Vgl. dazu Röhricht, 
RH. 158 Nr. 593. — 160 Nr. 601 u. 603. — 161 Nr. 608. — 162 
Nr. 613. — 163 Nr. 614; 616; 617. — 164. Nr. 618; 61». — 166 
Nr. 624. — 166 Nr. 625. . . . Ders., Königr. 362. 365. 371. 37Z 380. 

17. W. v. T. 21, 26. 


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Archiven Jerusalems und seines Bischofssitzes sowie des 
Heiligen Landes überhaupt betreffs der Templer sich fand, 
ist ihm zugänglich gewesen. 

Auf Grund solcher Erwägungen wollen wir zusammen¬ 
stellen und beurteilen, was Wilhelm von Tyrus über die 
Templer ausgesagt hat. 


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i. 

Die Entstehung und Ausbildung des Ordens. 

1. 

Der Bericht Wilhelms. 

Im Jahre 1118 18 legten einige vornehme Männer aus 
dem Ritterstande, die gottergeben, fromm und gottesfürchtig 
waren, vor Warmund 19 , dem Patriarchen von Jerusalem, 
das feierliche Versprechen ab, daß sie dem Dienste Christi 
sich weihen wollten, um in Ehelosigkeit, Gehorsam und 
ohne eigenen Besitz allezeit zu leben. Unter diesen waren 
die ersten und vornehmsten die verehrungswürdigen 
Männer Hugo von Payns und Galfried von St.-Omer. Da 
sie keinen sicheren Wohnsitz hatten, räumte ihnen König 
Balduin II. 20 einen Teil seines Palastes, der im Osten der 
Stadt gelegen war und sich bei dem Tempel des Herrn 
befand, zum Wohnsitze ein. Die Chorherren des 
Tempels überließen ihnen eine Straße mit Häusern, welche 
sie längs des genannten Palastes besaßen, zu Magazinen. 
Der König und sein Hofstaat, ebepso der Patriarch mit 
seinen Prälaten boten ihnen vom eigenen Hauswesen 
mancherlei für den Lebensunterhalt und für die Kleidung, 
einiges nur vorübergehend, einiges für immer. Vor allem 
aber versprachen die Ritter, zum Segen der Fremdlinge 


18. W. v. T. 12, 4 u. 7. 

19. W. v. T. 12, 6. 

20. Nach Protz, Ritterorden 24: Balduin I. Dagegen W. v. T. 

12 , 1 . 


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49 


die Wege und Pfade vor jedem räuberischen und feind¬ 
lichen Hinterhalte nach Kräften zu bewahren. Neun Jahre 
lang bestand die Genossenschaft aus neun Rittern. Sie 
trugen weltliche Kleider, wie sie ihnen das Volk schenkte. 

Im Jahre 1128 wurde in Frankreich zu Troyes eine 
Kirchenversammlung unter dem Vorsitze des päpstlichen 
Legaten (Matthäus von Albano 21 ) abgehalten. Außer 
anderen waren zugegen die Aebte von Citeaux und von 
Clairvaux. Auf Wunsch des Papstes Honorius II. und des 
jerusalemischen Patriarchen Stephanus 22 wurde den 
Templern eine bestimmte Regel und ein weißes Ordens¬ 
kleid zugestanden. 

In den ersten neun Jahren vergrößerte sich ihre Zahl 
nicht. Seit der Kirchenversammlung von Troyes aber wuchs 
der Orden, und seine Besitzungen vermehrten sich. Zur 
Zeit des Papstes Eugen III. nähten sie sich Kreuze von 
rotem Tuch auf ihre Mäntel, um von anderen unterschieden 
zu werden. Dies geschah seitens der Ritter und der 
niedriger stehenden Brüder, welche Servientes hießen. Ihr 
Anführer erlangte so großes Ansehen, daß sie um U80 23 
gegen 300 mit weißen Prachtmänteln geschmückte Ritter in 
ihrem Verbände hatten, ganz abgesehen von den „Brüdern“, 
deren Zahl fast grenzenlos war. 

Ihre Besitzungen waren diesseits und jenseits des 
Mittelländischen Meeres so ausgedehnt, daß es kaum eine 
christliche Provinz gab, die nicht ihren Teil zu den Gütern 
der genannten Brüder beigesteuert hätte. Sie sollen schon 
um 1180 Reichtümer besessen haben, wie sie nur Könige 


21. W. v. T. nennt den Namen des Legaten nicht, aber er ist 
oben gleich eingefügt nach S. Bemardi Epist (Migne 182, I Ep. 21). 

22. W. v. T. 13, 25 u. 27. 

23. W. v. T. 12, 7. Das „hodie“ ist nicht genau zu bestimmen. 
Vgl. W. v. T. 19, 21. ... Vgl. Prutz, Studien 115. — Es ist zu 
viel behauptet, wenn Schnürer (T. regel 110 Anm. 1) das Jahr 1182 
angibt; denn W. v. T. hat nicht bloß in diesem Jahre geschrieben. 


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aufweisen konnten. Da sie neben dem Tempel im könig¬ 
lichen Palaste ihre Wohnung hatten, hießen sie „Brüder 
vom Dienste des Tempels“* 4 


2 . 

Untersuchung des vorstehenden'Berichtes. 

§1. Die beiden Gründer. 

Hugo von Payns* 3 unterschreibt in Jerusalem um 1123 
eine Urkunde 26 . Nach der Stellung seines Namens in dem 
Schriftstücke muß er noch als Laie gegolten haben, denn er 
findet sich nicht unter den Geistlichen, sondern unter welt¬ 
lichen Leuten. Aber dies braucht uns nicht zu wundern, da 
er, wie seine Genossen, noch kein Ordenskleid trägt und 
weil der Orden vom Papste noch nicht bestätigt war. Aus¬ 
drücklich als Laie wird er nicht bezeichnet 27 . Seine Heimat 
war Payns, ein Dorf der Champagne, 12 Kilometer nord¬ 
westlich von Troyes am linken Ufer der Seine, im heutigen 
Departement Aube, Arrondissement/Troyes, Canton Troyes. 28 
Einst war er verheiratet. Sein Sohn Theobald trat dem 
geistlichen Stande bei und wurde Abt des Klosters der 
H. Columba zu Sens 29 . Auch sonst wird er als erster Meister, 
mithin als Stifter des Ordens bezeichnet 80 . 


24. W. v. T. 12, 7. 

25. Hugo von „Payens“ wird noch immer fälschlich geschrieben. 

26. Delaborde, Chartes 38. 

27. Gegen Delaborde, Chartes 38 Anm. 3; auch gegen Prutz, 
Kultuigesch. 551; derselbe, Ritterorden 24. 

28. Vgl. Prutz, Ritterorden 24. — Pitei, 1, 26. — Alle anders¬ 
artigen Behauptungen über die Herkunft Hugos werden mit guten 
Gründen von P6tel zurückgewiesen. Ebenda 26—37. 

29. Am linken Ufer der Yonne, D6p. Yonne, Arrond. Sens. 

30. Annales S. Cohsmbae Senon. 107 a. 1139. . . . Vgl. Du 
Cange, Fant, d’outre mer 869—870. — Jeune, Hist. crit. 30. — 
Prutz, Ritterorden 352. — Pttel 1, 36. 


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51 


Ueber Galfried von St.-Omer lesen wir, daß er dem 
Orden ein Grundstück in Ypern, der Hauptstadt eines 
Arrondissements in der belgischen Provinz Westflandern, 
schenkte 31 . Er stammte vermutlich aus einem vornehmen 
Geschlechte, welches die Herrschaft über St.-Omer im 
heutigen Departement Pas-de-Calais am linken Ufer der Aa 
lange innehatte 32 . 

§2. Das Stiftungsjahr. 

Das Stifungsjahr 1118, das Wilhelm angibt, muß un¬ 
richtig sein; denn es stimmt kaum mit seiner weiteren Ver¬ 
sicherung überein, daß die ersten Templer bereits 9 Jahre vor 
dem Konzil von Troyes sich zusammen geschlossen haben 33 . 
Diese Kirchenversammlung fand am 13. Januar 1128 34 statt. 
Demnach müßte die Gründung in der Zeit vor dem 13. Januar 
1119 liegen. Sie braucht zwar erst vor dem 1. Januar ge¬ 
sucht zu werden, wenn wir das bereits angebrochene Konzils¬ 
jahr 1128 für die Berechnung ganz weglassen, aber auch 
so vermögen wir Wilhelms Behauptung nicht zu retten; denn 
sie steht in unvereinbarem Widerspruche mit seiner ferneren 
Nachricht, daß die Zahl der Templer seit Anfang des Ordens 
sich vermehrt habe, „tandem nono anno concilio in Francia 
apud Trecas habito“. Das führt keinesfalls zum Jahre 1118. 

Wenn nun Johannes Michael, der Sekretär des Konzils 
zu Troyes, amtlich vom Jahre 1128 sagt, daß es das neunte 
seit Beginn des Templerordens sei, so kommen wir zu dem 
Stiftungsjahre 1120 36 . — Vermutlich hat Wilhelm von Tyrus 


31. Johann v. Ypern 796. — Vgl. Kervyn de Lettenhove, Hist, 
de Flandre III, 19. — Curzon, Maison d. Temple 14. 

32. Giry, Chätetains 335—336. 

33. W. v. T. 12, 4 u. 12, 7. 

34. Vgl. u. a. Vacandard, Vie de S. Bern. 230 Anm. 1. — 
Schnürer, T. regel 44. — Jaffe-L. Nr. 7318. 

35. Text bei Mansi, Concil. coli. XXI, 359. — Danach findet 
das Concil von Troyes statt: anno 1128 ab incamato Dei Filio, 


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jene Worte von dem „neunten Jahre seit Gründung des 
Ordens“ oberflächlich benutzt und ist so auf 1118 gekommen. 

Eine in den Kreisen des Deutschritterordens entstandene 
Chronik bietet trotz ihrer handgreiflichen Abhängigkeit von 
Wilhelm durch Jacob von Vitry eine in diesem Orden wahr¬ 
scheinlich seit früher Zeit vorhandene richtige Tradition 96 . 
Anders läßt es sich wohl nicht erklären, daß mitten unter 
ganz bekannten Nachrichten die merkwürdige Behauptung 
steht: „nach Christi gepurt thausent hundert unnd zwölf 
jare ist entstannden der brde der tempelbrüder“. Darauf 
heißt es, daß die Aufnahme der Templer in den Palast des 
Königs erst neun-Jahre später stattfand, also um 1120/21 97 . 
Da diese Chronik erst aus dem Ende des 15. Jahrhunderts 
stammt, würden wir schwerlich auf sie bauen können. Aber 
auffallend und beachtenswert ist ihre bestimmte Nachricht 
von der Ueberlassung des Palastes an die Templer nach 1118 
doch, da sie mit unserer nicht auf ihr beruhenden Berechnung 
übereinstimmt 

§ 3. Der Anfang des Ordens vor Ueberlassung 
des „Templum Salomonis“. 

Die oben angeführte, in den Kreisen des Deutschritter¬ 
ordens entstandene Chronik lehrt nicht allein, daß die Be¬ 
gründer des Ordens schon mehrere Jahre sich um den Schutz 
der Pilger verdient gemacht hatten, bevor man ihnen eine 
Wohnung im Palaste des Königs anwies. Damit stimmt eine 
Nachricht, die in der Hauptsache als historisch nicht be¬ 
zweifelt wird 98 . Nach dieser sind oft Christen bei einer 
Zisterne in der Nähe von Jerusalem durch Mohammedaner 


ab inchoatione predictae mllitiae nono. — Ich vermag die Worte 
„ab inchoatione“ — „nono“ nur als Apposition zu 1128 zu fassen. 

36. Toeppen, Chronik 4. 

37. Ebenda 21. 

38. W. Map. C. 18. 


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53 


überfallen und getötet worden. Hugo von Payns, der als 
Pilger nach Jerusalem kam, hielt aus Erbarmen dort Wache. 
Nachdem er mehrere der Feinde getötet hatte, verstärkten 
sich diese, so daß die Christen den Brunnen aufgeben mußten. 
Aber Hugo von Payns wurde dadurch angeregt, Genossen 
zum Schutze der Glaubensbrüder vor Ueberfällen zu suchen. 
In Armut und Dürftigkeit wohnte er mit Gleichgesinnten 
in einer geräumigen Wohnung. 

Es ist bedauerlich, daß Wilhelm von Tyrus keine An¬ 
deutung über die Tätigkeit der Gründer vor der Anweisung 
des Templum Salomonis macht 

§ 4. Die Wohnung der Templer. 

Der von König Balduin II. dem Orden überlassene 
Palast ist in der heutigen Aqsämoschee zu suchen; denn zur 
Zeit der Kreuzfahrer wurde sie allgemein porticus, palatium 
oder templum Salomonis genannt 39 . Der König von Jerusalem 
hatte das Gebäude anfangs zu seiner Residenz erwählt. Der 
Flügel, welcher sich noch heute westlich an das Querschiff 
anschließt ist ein langer, mit Spitzbogen überwölbter Gang, 
der seinem Bau nach sicher aus der Kreuzfahrerzeit stammt 
In diesem Raume haben wir einen alten Rittersaal der 
Tempelherren zu erblicken, der sich nötig machte, als ihre 
Menge so groß wurde, daß sie Anbauten schaffen mußten. 
Ursprünglich ist er zweistöckig gewesen. Aber nur der 
Unterstock steht noch. Hier werden auch Wohnungen und 
Magazine für Kleider, Waffen und Lebensmittel vorhanden 
gewesen sein. Auch im Osten haben die Templer an die 


39. Es ist ein Irrtum, wenn u. a. Körner, Fassung d. T. regel 3, 
sagt, daß es sich um einen Palast handle, „der auf dem Platze, 
auf welchem einst der Salomonische Tempel stand, erbaut war“. 
Der Tempel Salomos hat sicher dort nicht gestanden, sondern nörd¬ 
lich davon. Es war eine falsche Tradition, als man die heutige 
Aqsämoschee templum Salomonis nannte. — Vgl. de Vogud, Teraple 
77. — Lundgreen, Salom. Tempel 4. 


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p. 

I- 



»11 


Di< Moschee eV-A^'ä von Osten. 

Mit einer Rosette aus der ' Kreiiztähtrt?-*ii: 

Aufnahme des Verfassers. • : V . 

■:' . 1 ^ V-. 

einstige Moschee angebaut,- denn »eh sah dort die ApsLs einet 

ehonaiige« dutsUK-heti Kirche und nördlich davon eine 
Fensten o?« Jfc aus der Kreurtahrer/eit 41 *. Ich halte « sehr wohl 

•—r- --- ■ 

•40, D« Rc*eUe ■ • i$i' ; rdeöilM»- sichtbar in der Mitte des 
obiger» Bildes. ub:-. :inejjr yimrä^en Fenster,' .südlich davon 

drc genannte; Apsbk Zur Beschreibung des Temphm» 

Satorooms ist hmnnw-iduuir Bhfijftfftitt v Tudela 30. - Cbroo. 
iJötvet«. Ahön, iatklimens. 43, OsJV die 'Teiopter in dein Palaste, 
wohnte«, /«üftf ::KSer.- jii$t ;-»PW4ti«^ rifegfosb die mifitfr* Templi S. 
« genannt. sind. juii. v . WünfWrg t.V). —■ UsAnw .11. 485 -4516. . . . 
Vgl m. a. )<»hlcr. 1. 3Sb—5S5. - de VögttS, Tewple 77. ~ 

•Öwafcfcef: f’.th'ssi SC- !v; Vul/. jems d Kdahrtr 6ö. ~ Lundgreen, 
Jet-ur.. de. W V T. 9»3:>-Qs)2 

f V*. */ - • 7 v * * 7 • ; .• - * • • * 


Origity 

UNIVERSITY 


• Di £ [•feer. tV 







Die Mbschee el'-Atys« vun Westen. 

Der südwestlich vor def Kuppel liegende Bau enthält einen 


Vom Verfesser aüfgenommen. 


für möglich, daß dfe allen, staunenswerten Unterbauten des 
Haramplatzes im Süden einst Ställe für Pferde der jerüsalc- 


misehen Könige uutd der Templer gewesen sind ; denn an den 
Ecken der hohen und gewaltigen Pfeiler erkennt man «och 
heute m Stein gehauene locker /tim Anbinden der Tiere* 1 

Hier haben wb den HauptsUx der Templer im -suchen, 
um so mehr als sogar auf den Siegeln der abendländischen 


gebildet ist, Wilhelms Nachricht über de« Wohnsitz des 
Ordens in Jerusalem ist richtig. 

--— 

41. Vgi R. Harlmann, Geogr. ,Na> finchuji 38. 


\ tV ilt * t ♦ AI) iilV'./i *,*•*- »• • 

; 1!! 1 f -V: t !: < i ? H j Kv.-Viv 








Qubbet evgachra. 

Aufnahme von Hqrdoslerr des tbetnaiiK«! Palastes der Templer aus 

durch den Verfasser- 

Die von den Chorherren geschenkte Straße läßt sich 
nicht mehr. nasch weisen; im Osten könnte sie hur gelegen 
haben, wen« der jetzt freie Platz (s. obige Abbildung) einst 
mit vielen Häusern bedeckt war Das ist unwahrscheinlich. 
Weiterhin fällt ider Berg steil ab. Auch der Süden kommt nicht 
in Betracht, weif die angrenzende Stadtmauer daran bindert.. 
Nach Nordet* zu würde eine Straße den Ausblicknach dem 
Felsfißdditie yerbalit haben. Demnach dürfte sie im Westen 
ganz nahe an dem Palaste zu suchen gewesen sein und sich 
nach Norde« erstreckt haben. 



UNI 


“Qrigmaffmm 
SlVf GF MICHIGAN 





57 


§ 5. Namen und Zahl der ersten Brüder. 

In den meisten neueren Darstellungen über die Grün* 
düng des Ordens werden außer Hugo von Payns und Galfried 
von St-Omer noch sieben bezw. sechs Männer mit Namen 
genannt. Diese sind aus einem Berichte über das Konzil 
von Troyes und nach gelegentlichen Mitteilungen Bernhards 
von Clairvaux zusammengestellt. Wir haben keinen Grund 
anzunehmen, daß trotz späterer Zusätze in der erstgenannten 
Quelle 42 jene Namen eine unzuverlässige Beifügung seien 43 . 
Es sind Roral, Galfried Bisol, Payen von Montdidier 44 , 
Archembald von St.-Amand 45 . Als fünfter darf Andreas von 
Montbarrey 46 genannt werden. Er ist mütterlicherseits der 
Oheim Bernhards von Clairvaux. Denn nach einem Briefe 47 
des letzteren möchte er vor seinem Tode den Oheim noch 
einmal sehen und ihn über die augenblicklichen traurigen 
Verhältnisse in Palästina trösten (1153). Dieser Oheim wird 
als eine allen Templern wohlbekannte Persönlichkeit hin¬ 
gestellt. 

Der sechste unter den Stiftern soll Gundemar sein, der 
mit Andreas von Montbarrey an Bernhard von Clairvaux 
geschickt worden ist, um diesen für den Orden zu ge¬ 
winnen 48 . 


42. Mansi, Conc. collectio XXI, 359. 

43. Schnürer, T. regel 51, vermutet, daß die Namen bei einer 
zweiten Redaktion des Konzilstextes durch Joh. Michael hinzugefügt 
wurden. 

44. Ort im Dip. Somme, südöstlich von Amiens, nordöstlich 
von Clermont. 

45. Vermutlich St.-Amand (-les-Eaux) im Dip. Nord. 

46. Vermutlich Montbarrey im Dip. Jura, Arr. Dole. 

47. Migne 182 Ep. 288. 

48. Brief bei Du-Puy 85 Nr. 4. Abdruck auch bei Jacquot, Di- 
fense 48. — Röhricht, RH. 28 Nr. 116; 66 Nr. 261 u. Anm. 2. — 
Vgl. Vacandard, Vie de S. Bern. I. 23 f. — Schnürer, T. regel 
101 Anm. 1. 


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Als siebenter wird Hugo, Graf von der Champagne 
(1093—1125) bezeichnet 49 . Er war schon früher einmal in 
Jerusalem gewesen (1104) und kehrte nach Verstoßung seiner 
zweiten Gemahlin Elisabeth nach dem Heiligen Lande zurück, 
indem er die Herrschaft seinem Neffen Theobald II., dem 
Grafen von Blois, überließ 50 . Hier haben wir es aber sicher 
mit einer Ungenauigkeit zu tun; denn der heilige Bernhard 
schreibt im Jahre 1125 einen Brief, in welchem er Hugo 
zu seinem soeben erfolgten Eintritt bei den Templern be¬ 
glückwünscht, obgleich er über die Gründe desselben nicht 
ganz sicher ist 51 ; Demnach kann dieser keiner der Gründer 
gewesen sein. 

Außer Hugo von Payns und Galfried von St.-Omer nennt 
Wilhelm keinen der angeführten Männer, obgleich es ihm 
möglich gewesen wäre, die Namen zu erfahren, wenn er 
sie etwa nicht wußte. Das ist bedauerlich; denn so befinden 
wir uns über die ersten Brüder in Unsicherheit. Wer will 
uns die Gewißheit geben, daß jene Männer auf dem Konzil 
von Troyes ausnahmslos die Mitbegründer des Ordens 
waren? In acht bis neun Jahren kann sich immerhin viel 
verändern. Hugo von der Champagne ist auszuscheiden. 
Andreas von Montbarrey und Gundemar sind als Gründer 
höchst unsicher, da jener erst um 1151 in einem Briefe 
Bernhards vorkommt und da der beide erwähnende Brief zur 
Gewinnung Bernhards für den Orden als echt bezweifelt 
wird 52 . Selbst wenn er zuverlässig ist, steht die Zeit seiner 
Abfassung nicht fest; denn Prutz setzt ihn um das Jahr U31 53 , 


49. Gistebert von Mons 40. 41. 89. 118. 127. 132. 203. 224. 

50. Vgl. D’Arbois de Jubainville II, 98. 136. 141. — P6tel, 
Commanderie 34—35. 

51. Mignc 182 Ep. 31. S. 133 u. Anm. 117. — D’Arbois de 
Jubainville 10 u. 139. — Schnürer, T. regel 101. 

52. Vacandard, Vie de S. Bern. I, 234 Anm. 2. 

53. Autonomie 44 f. 


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also mehrere Jahre nach dem Konzil von Troyes, während 
andere das Jahr 1126 vorziehen 64 . 

Es klingt überhaupt wie eine Zahlenspielerei bei 
Wilhelm, wenn er sagt, daß in den ersten neun Jahren nur 
neun Templer vorhanden gewesen seien. Können wirklich 
neun Jahre lang neun Männer die Wege und Pfade vor auf¬ 
lauernden Mohammedanern schützen und die zeitweise sehr 
große Masse der Pilger vor Ueberfällen bewahren? Sollte 
wirklich bei so gefährlichem Berufe in gefährlichen Zeiten 
während eines Zeitraumes von neun Jahren kein einziger 
Todesfall voigekommen sein? Für die Zeit, in welcher die 
sechs oben zuerst genannten Ritter auf dem Konzile von 
Troyes sich befanden, blieben gar nur drei Templer für ihre 
eigentliche Aufgabe übrig. 

Noch schlimmer wird das Verhältnis, wenn Andreas 
von Montbarrey und Gundemar wirklich 1126 an Bernhard 
von Clairvaux vorausgeschickt worden sind und sich zu 
Troyes mit den ersten sechs Templern wieder vereinigten 55 . 
Dann bleibt überhaupt nur einer in Palästina als Beschützer 
der Pilger zurück, der eben erst eingetretene Hugo, Graf 
von der Champagne, als Neuling schwerlich der passende 
Mann zur Wahrung der Rechte und Pflichten des Ordens im 
Heiligen Lande. Es würde aber dann richtiger gewesen sein, 
wenn die obengenannten acht Ritter in Palästina geblieben 
wären und den Grafen Hugo nach Troyes geschickt hätten, 
der als ehemaliger Herr dieser Stadt und als Gründer des 
Klosters Clairvaux 56 größeren Einfluß auf dem Konzile ge¬ 
habt hätte, als jene acht zusammen genommen! 

Was wollen ferner neun „arme Ritter“ mit einer ganzen 
Straße für ihre Magazine und ihre Waffen, ganz abgesehen 
von den ausgedehnten Räumen im „Palaste Salomos“? 


54. Du-Puy 85. — Röhricht, RH. 28 Nr. 116. — Schnürer, T. 
regel 101. 

55. So Jacquot, Defense 18. 

56. Vgl. a. a. Ebenda 3. 


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Sollen etwa die Chorherren des Tempels im voraus gewußt 
haben, daß der Orden später so groß werden würde, daß 
die zu schenkende Straße sich nötig machte? Hier liegt 
gewiß eine Ungenauigkeit in der Darstellung Wilhelms vor, 
um so mehr als selbst die lateinische Fassung der Templer¬ 
regel von Troyes überhaupt nur ein Ordenshaus kennt 57 . 

Es erscheint nicht einleuchtend, wenn Geschichtsforscher 
der Zahl von neun bezw. acht Rittern ohne weiteres trauen 58 , 
und noch weniger überzeugend, wenn sie die Namen der¬ 
selben mit aller Bestimmtheit angeben wollen 59 . 

Wir sind der Meinung, daß vor dem Konzile von Troyes 
mehr als neun Ritter sich zum Schutze der Pilger gefunden 
haben, mochten sie nun dauernd oder vorübergehend solchen 
Dienst auf sich nehmen; denn wir trauen der Nachricht 60 , 
daß Hugo von Payns eine geräumige Wohnung von den 
regulierten Chorherren des Tempels innerhalb des heutigen 
Haramplatzes sich verschaffte und alle fremden Krieger durch 
Lobsprüche, durch Bitten und auf jede sonstige Art und Weise 
heranzog, damit sie auf die Dauer zur Gehorsamsleistung 
gegen Gott hier blieben oder wenigstens vorübergehend 
sich solchem Dienste weihten. Nur wenn die Zahl der Ritter 
alsbald bedeutender wurde, ist es erklärlich, daß sechs bezw. 
acht Templer auf dem Konzile zu Troyes erscheinen konnten. 


57. Schnürer, T. reget 28—29. 

58. So Brehier, Croisades 96. — Du Cange, Fam. d’outre mer 
869. — Jacquot, Defense 1. — Körner, Fassung d. T. reget 3. — 
Lavocat, Proces 3 u. 4. — Lea, Templars 238. — P6tel, Templiers 35. 
Prutz, Kulturgesch. 274. — Autonomie 23. 42. — Rastoul, Templiers 
15. — v. Raumer, Gesch. d. Hohenstaufen I, 300. — Röhricht, 
Zusätze 16. VII 2. — Schnürer, T. reget 58. 59. 61. 63. 64. 74. 
85. 95. 99. 120. - Vacandard, Vie de S. Bern. I, 232. — Wildce 1, 
17t u. a. 

59. So a. a. Jacquot, Defense 3. — Röhricht, Königr. 145. — 
v. Funk, „Templer“ in K. Lex. v. Wetzer u. Welte. — Schnürer, 
T. reget 95. 

60. Walter Map C. 18. 


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Wir verstehen, warum gerade die Chorherren von 
Jerusalem sich um die Templer bemühten 61 und begreifen, 
daß sie diesen eine ganze Straße schenkten, was freilich erst 
nach 1128 geschehen sein kann, als die Zahl der Brüder 
sich sehr vergrößerte. 

§6. Beteiligung König Balduins II. und der 
Geistlichkeit bei der Entstehung des Ordens. 

Nach Wilhelm gewinnt es den Anschein, als ob War- 
mund 62 , der Patriarch von Jerusalem, den Orden ins Dasein 
gerufen hätte. Aber was veranlaßt ihn dazu? 

Nach Ernoul wenden sich die Gründer vielmehr zunächst 
an König Balduin II., und dieser erst gewinnt den Patriarchen 
für die 3ache, nachdem er selbst die Nützlichkeit eines solchen 
Unternehmens eingesehen hat 61 . Nach demselben Gewährs¬ 
manne stellt der König drei Paläste zur Verfügung, damit der 
Orden einen von ihnen zur Wohnung wähle. Es handelt 
sich um den sogenannten Davidsturm neben dem heutigen 
Jäfätore, um einen Palast in dessen Nähe weiter unten; denn 
das Gelände senkt sich vom Davidsturme nach Süden, und 
um den Palast auf dem Tempelplatze (s. Abbild. S. 62—64 
und 54/55). Den letzteren wählten sich die Gründer. Diese 
zwar späteren Nachrichten sind klarer und im ganzen durch¬ 
aus wahrscheinlich. Sie lassen sich ohne Not mit dem Be¬ 
richte der Historia rerum vereinigen; aber die Farblosigkeit 
desselben müssen wir beklagen. Läßt sich doch nicht ein¬ 
mal mit Bestimmtheit entscheiden, ob auch andere Bischöfe 
bei der Weihe der Templer zugegen waren; denn es wird 


61. Von den Beziehungen zwischen den Chorherren des Tem¬ 
pels und den Templern wissen wir sonst nichts. Vgl. de Vogue 
über Achard d’Arrouaise, Pofcme sur le templum Domini 565. 

62. Ueber seine Persönlichkeit ist zu vergleichen: Du Cange, 
Farn, d’outrc mer 718—719. — Röhricht, Syr. Sacr. 7. — de Mas- 
Latrie, Patriarches 18. — Köhler, Patriarchae 493. 

63. Ernoul 8. 


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Davidsturin 

Aufnahme des Verfassers 


nur gesagt, daß auch solche den Ordensglledern ihre Haupt* 
aufgabe einschärften. Geschah dies gleich bei der Weihe 
oder erst später*' 1 V 


§ 7. Das Wappen der Tempi er. 

Vielleicht weniger wichtig, aber doch bedauerlich ist es. 
daß Wilhelm von dem Wappen des Ordens nicht redet. Es 
ze^ att Tiher tirküöde von 1190 zwei auf einem Rosse 
sitzende Männer mit der Umschrift Sigillum miliium 
X PISTI f, -\ Vermutlich erst hieraus ist die jedenfalls un- 


04. I)er. Wortlaut bet. W- V. f, 12, 7 gestattet schwerlich die 
Wethe in dem entfernten Näbnius a«f dem Konzil am 23:. I 1120* 
wie Schnürer, T.reget ha- 'KJ, amichmcr. möchte. 

55. So bri de Mas-l alrie. Lettre 380-390 


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^.Ori^ira! tre- n^ : fyni , 

-jjNi^E^^rÖFWCHI^Ä Hl 




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Von JäfÄtorc nach Süden zu abfallende* Gelände mit der »Davidsburg", 
(südwestlicherTeil rifer Citadeile et-QaPa). 

i’ Aufnahme des Verfassen». -. • \.i . 

. 

bat und ihn auf setnem Pferde nach Jerusalem bringt, Indem 
der Pilger beim Kample vielleicht sein eigenes Pferd Ver¬ 
loren hat Noch heute kann man, Wie Ich selbst sah, in 

• ■ • ... - . - , ' . 

Palästina beobaehfch, dal? gelegentlich rwef Menschen auf 
einem Tiere reiten. So würde das Siegel eine thirstelbmg der 
ursprünglichen Aufgabe der Templer lüeten. . Die Spibtl- 
brüder habenswcfe. mr Eri«nen«ig- an ihre Ursprung- 


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Ori^ijlal frerr - ' * 

: UNWER5fK*0F:yiGH’tpAT? 











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liehe Aufgabe auf dem Siegel einen Kranken, der gespeist 
wird 6 ®. 

Welches Wappen ist aber schließlich überhaupt das ur¬ 
sprüngliche für die Templer? Ein ganz andersartiges Siegel 
findet sich nämlich an zwei Urkunden von 1171 und 1255 70 . 
Es zeigt die Darstellung des Tempels von Jerusalem in Ge¬ 
stalt einer Kuppel, die auf zwei Arkaden ruht 

§8. Die Ordensfahne 

Sehr dankbar würden wir Wilhelm ferner sein, wenn 
er über die schwarz-weiße Fahne des Ordens, „bauqant“ 71 , 
uns eine Aufklärung gegeben hätte. So aber sind wir auf die 
Mitteilung Jacobs von Vitry angewiesen 72 . Nach ihm hat 
die weiße Farbe sagen sollen, daß die Templer den Freunden 
Christi wohlgesinnt seien, die schwarze Farbe dagegen, daß 
sie den Feinden schwarz und furchtbar erscheinen wollten. 
Haben wir es hier mit der Auffassung der Templer zu tun 
oder nur mit einem Erklärungsversuche anderer? 

§9. Das Ordenskleid. 

Nach Jacob von Vitry 73 sind die weißen Kleider der 
Templer das Zeichen der Unschuld und die roten Kreuze auf 
der Brust Sinnbilder des Martyriums; denn die Templer be¬ 
kundeten damit, daß sie ihr eigenes Blut nach den Forde¬ 
rungen des Ordens für die Verteidigung des Heiligen Landes 
zu verspritzen bereit seien 74 . Ist dies nun der ursprüngliche 
Sinn der Kleidung oder nur eine Spielerei Jacobs? Bernhard 


69. de Mas-Latrie, Lettre 390. 

70. de Mas-Latrie, siehe oben. 

71. De Curzon, Rfcgle 87 u. Anm. 3, verlangt die Schreibweise 
baufan. — Ernoul 8 bietet Baufant. — Jacob von Vitry, C. 65 
bauceant. — Vgl. Oodefroy, Didionnaire I, 602 f. 

72. C. 65. 

73. Ebenda. 

74. Ebenso Toeppen, Chronik 22. 


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vön Clairvaux kennt diese ihm sicher willkommene Erklärung, 
wie es scheint, noch nicht. 

In der lateinischen Fassung 75 der Regel wird das Weiß 
der Kleidung als Zeichen der Keuschheit, nicht als Sinnbild 
der Unschuld erklärt, aber es handelt sich dabei um einen 
späteren Zusatz 70 . 

Wir dürfen Wilhelm Glauben schenken; daß dem Ordeii 
um 1128 ein weißes Ordenskleid zugestanden wurde und 
daß erst später ein rotes Kreuz von ihm angenommen 
ist 77 . Trotzdem liegt ein Fehler in seiner Berichterstattung 
vor; denn auf dem Konzil von Troyes können die weißen 
Kleider dem Orden noch nicht gegeben sein und im Auf¬ 
träge des Papstes Honorius II. und des Patriarchen Stephanus 
erst recht nicht. Der Letztere ist in der zweiten Hälfte des 
Jahres 1128 Patriarch geworden, während das Konzil schon 
am 13. Januar stattfand 78 . Auch der Erstere kann den Auf¬ 
trag nicht gegeben haben, weil in Artikel 20 der lateinischen 
Fassung der Statuten nur die Väter des Konzils von Troyes 
als redend zu denken sind oder der Patriarch von Jerusalem 
mit dem gemeinsamen Kapitel der Templer. Denn nach der 
Vorrede der Regel erhält der Patriarch den Auftrag, etwa sich 
nötig machende Erweiterungen in Gemeinschaft mit dein 
Kapitel des Ordens hinzuzufügen 70 . Treffend bemerkt 
Schnürer, daß sonst sicher für das „concedimus“ in Artikel 20 
etwa „apostolica auctoritate concessum est“ stehen würde 80 . 

Auf dem Konzil von Troyes kann aber die Vorschrift 
weißer Kleider gar nicht gegeben worden sein, weil dann 
der Anfang der Bestimmung unsinnig wäre: Vestimenta 


75. Art. 20. 

76. Schnürer, T.regel 140. 

77. W. v. T. 12, 7. — Ernoul 8 redet nur v. d. rot. Kreuz. 

78. Jaff6-L. Nr. 7318. — Röhricht, RH. Nr. 124. 

79. Text bei Schnürer 130—131. 

80. T.regel 69. 


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quidetn unius coloris semper esse iubemus, verbi gratia alba 
vel nigra vel ut ita dicam burella 81 . 

Nach der Rückkehr ins Heilige Land baten wohl die 
Templer, weil sie nach der eben angeführten Bestimmung 
ein Recht dazu hatten, gegen Ende des Jahres 1128 82 den 
Patriarchen Stephanus — denn Warmund ist inzwischen ver¬ 
storben — um die Erlaubnis, weiße Kleider tragen zu dürfen, 
wahrscheinlich, weil ihr Gönner Bernhard von Clairvaux als 
Cisterzienser weiße Kleider trug 83 . Es ist nicht aus¬ 
geschlossen, daß auch Papst Honorius II. seine Zustimmung 
hierzu gab. 

So hat unseres Erachtens Wilhelm zwar etwas Richtiges 
mitgeteilt, aber seine Nachricht im einzelnen ist beklagens¬ 
wert ungenau. Wahrscheinlich erklärt sich dies aus einer 
Benutzung der Templerregel in der uns überlieferten Form, 
die schon Wilhelm vor sich hatte. 

§ 10. Das Provinzialkonzil zu Troyes und die 
daselbst aufgestellte Regel. 

Wilhelm erwähnt zwar das Provinzialkonzil zu Troyes 
am 13. Januar 1128 unter dem päpstlichen Kardinallegaten 
Matthäus von Albano 84 und hebt die Bedeutung desselben für 
den Orden richtig hervor 83 , aber er nennt den Monat und den 
Tag nicht, und es ist bedauerlich, daß er uns nicht sagt, wie 
es kam, daß man dort um die Templer sich besonders 
kümmerte. Geschah es im Aufträge des Papstes, der in 
einer so wichtigen Angelegenheit erst die bedeutendsten 
klösterlichen Organisatoren Frankreichs darüber beraten 


81. Text z. B. bei Schnürer 140 — Treffende Darlegung S. 
68 und 111. 

82. W. v. T. 13, 26. 

83. Schnürer 70. 

84. Die Namen der sonstigen Teilnehmer a. a. O. bei Schnürer, 
T.regel 45. — Ueber Matth, v. Albano: Migne 182 I, 123 Anm. 103. 

85. Vgl. dazu Alb. Milioli 638. 


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lassen wollte 86 , oder weil die Gründer aus Frankreich 
stammten 87 ? Mit wenig Worten hätte Wilhelm uns das 
berichten können. 

Allerdings teilt er mit, daß Hugo von Payns 1127 zu¬ 
gleich mit einigen geistlichen Herren von König Balduin II. 
von Jerusalem nach Europa geschickt worden sei, um die 
Völker des Abendlandes zur Hilfeleistung nach Palästina auf¬ 
zufordern, insbesondere zwecks Belagerung der Stadt 
Damaskus, und daß er 1128 mit der Gesandtschaft zurück¬ 
kehrte und eine große Schar adeliger Herren mitbrachte 88 , 
aber er verrät mit keinem Worte, daß Hugo von Payns selbst 
in Troyes gewesen ist und daß nach den obenangeführten 
Nachrichten 89 noch mehr Angehörige des Ordens sich ein¬ 
gefunden hatten. Daß der heilige Bernhard sich besonders 
eifrig auf jenem Konzil für die Templer verwendete, ver¬ 
schweigt er ebenfalls. Daraus zu schließen, daß Bernhard 
überhaupt nicht zugegen war, dürfte unrichtig sein 90 ; denn 
Wilhelm nennt doch den „Abt von Clairvaux“ als Teilnehmer 
ausdrücklich. Er hatte also offenbar nur besondere Gründe, 
über die Bedeutung Bernhards dort zu schweigen. 

Wenn der Abt in einem Schreiben an den oben ge¬ 
nannten 91 Grafen .Theobald II. die in Troyes erscheinenden 
Bischöfe und den päpstlichen Legaten empfiehlt 92 , so hat er 
das entweder getan, bevor er selbst zum Konzil kam, oder 
weil er aus irgendeinem Grunde im Augenblick mit dem 


86. So Schnürer 102. 

87. So Jacquot, Defense 18. 

88. W. v. T. 13, 26. — Hugo von Payns kam bei seiner 
Werbung auch nach England. Henric. Huntendunensis 250 ad a. 
1128. — Rob. von Torigni 1, 176 ad a. 1128. — Ann. Mon. Waverl. 221. 

89. Mansi, Conc. Coli. XXI, 359. 

90. Gegen Prutz, Autonomie 42. — Derselbe, Forschungen 153. 
— Derselbe, Ritterorden 25—26. — Vgl. dagegen schon Gesta in 
concilio Trecensi. Nom. Patnim bei Bouquet XIV, 232. — Milioli 638. 

91. Oben S. 58. 

92. Mignc 182 Ep. 39. — Vgl. CKArbois de Jubainville II, 63. 


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Grafen persönlich nicht sprechen konnte, obgleich er be¬ 
reits in Troyes sich befand. Der Entschuldigungsbrief an 
Matthäus von Albano ist gegenüber der bestimmten Nach¬ 
richt von der Anwesenheit Bernhards auf dem Konzil belang¬ 
los und obendrein nicht sicher zu datieren 93 . Die Tradi¬ 
tion innerhalb des Ordens spricht dem heiligen Bernhard 
jedenfalls eine große Bedeutung auf dem Konzile zu 94 . 

Sehr enttäuscht sind wir, daß Wilhelm über die Regel 
von Troyes uns fast nichts mitgeteilt hat. Sicher hat er die 
Akten dieser Synode bei seinem Berichte mitbenutzt 95 . Wir 
vermögen gegenüber der bestimmten Erklärung Wilhelms 
von der Aufstellung einer Regel zu Troyes nicht daran zu 
glauben, daß die Templer im Gegensätze zt^ den Spitalbrüdern 
und dem Deutschritterorden überhaupt keine festen Satzun¬ 
gen besessen hätten 96 . Aber weil Wilhelm über die Ein¬ 
zelheiten schweigt, beschäftigt uns eine Menge wichtiger 
Fragen. 

Ist diese Regel eine ganz neue, oder hat sie schon früher 
bei den Templern als solche gegolten, indem sie jetzt nur 
kirchlich anerkannt wird? War sie in ihrer ursprünglichen 
Fassung altfranzösisch oder lateinisch, die nur aus prak¬ 
tischen Gründen für die Templer ins Französische über¬ 
tragen wurde? 

Ist nur der Kern jener Satzungen von Hugo von Payns 
und seinen Genossen dem Konzil vorgelegt worden? Wie¬ 
viel von den Verpflichtungen ist aus denen anderer Orden 
übernommen? Welche Bestimmungen waren neu? Vor 
allem hätten wir bei Wilhelm als Geistlichem eine Aeuße- 
rung über die eigenartige und auffallende Stellung des Ordens 
zu Interdizierten und zu Exkommunizierten erwarten 


93. Migne 182 Ep. XXI, 123. — Gegen Prutz, Autonomie 42. 

94. Michelet, Proces I, 121—122. 

95. Prutz, Forschungen 153. 161—162. — Derselbe, Auto¬ 
nomie 42. 

96. Gegen Prutz, Autonomie 7—54. 


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dürfen. Denn hierüber finden wir in den uns überlieferten 
Fassungen der Regel einen schwer zu entscheidenden Wider¬ 
spruch 97 . Ist es schließlich richtig, daß wir in der lateinischen 
und in der französischen Fassung nichts weiter haben als 
„eine der Schlußredaktion entbehrende Sammlung von Auf¬ 
zeichnungen, die im Anschluß an die zu Troyes geführten 
Verhandlungen entstanden sind und für die Weiterführung 
der Sache als Material dienen sollten“ 98 ? 

Es ist zu befürchten, daß man aus dem Fehlen zuver¬ 
lässiger Quellen und Hilfsmittel hier zuviel folgert. 

§11. Wilhelms Schweigen über die Vorliebe 
des heiligen Bernhard für den Orden. 

Da Wilhelm uns nicht zeigt, was der heilige Bernhard 
zugunsten des Ordens auf dem letztgenannten Konzil getan 
hat, wundert es uns nicht, daß er auch sonst die Vorliebe 
desselben für den Orden mit Stillschweigen übergeht. 

Wir hören bei ihm nichts von der äußerst wichtigen 
Tatsache, daß der Oheim Bernhards, Andreas von Mont- 
barrey, und Oundemar von König Balduin II. aus Jerusalem 
einen Brief an Bernhard bringen, in welchem dieser um 
Aufstellung einer Regel für den Templerorden gebeten wird 99 . 
Dies geschah vermutlich bereits im Jahre 1126 100 . 

Wir hätten erwarten dürfen, daß die berühmte Schrift 
Bernhards „De laude novae militiae“ von Wilhelm wenigstens 
erwähnt würde, da dieselbe eine ganz besonders wirksame 
Propaganda für den Orden war 101 . 

Um 1135 schreibt Bernhard an den Patriarchen von 
Jerusalem, daß er seine Augen liebevoll auf die Templer 


97. Vgl. zu diesen Fragen Beilage I. 

98. Prutz, Forschungen 152. — Derselbe, Autonomie 38. 39. 
— Derselbe, Ritterorden 25. 204. 

99. Du-Puy 85. — Jacquot, Defense 48—49. 

100. Vgl. oben § 5, S. 59 u. bes. Anm. 54. 

101. Vgl. Beilage I. 


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richten möge, als auf Leute von großer Frömmigkeit, die 
tapfere Vorkämpfer für die Kirche seien. Ihr Leben hätten 
sie für die Brüder eingesetzt. Wenn man solche Männer be¬ 
günstige, sei dies Gott angenehm und erfreulich 102 . 

§12. Wilhelms Schweigen über das Wohl¬ 
gefallen weltlicher Großen an dem Orden. 

Daß weltliche Große sich um die Stärkung und Aus¬ 
breitung des Ordens verdient gemacht haben, erfahren wir 
bei Wilhelm nicht 103 . Zum mindesten hätte er die Vorliebe 
König Ludwigs VII. von Frankreich für den Orden er¬ 
wähnen können. Sie ergibt sich aus Briefen von dem Gro߬ 
meister Bertrand von Blanquefort 101 , dem Templer Galfried 
Foucher 105 und dem Könige an den Abt Suger 100 , sowie aus 


102. Migne 182 I, Ep. 175. 

103. Hier nur einige Nach Weisungen: Bourquelot, Notice 185. 

— Delaville le Roulx, Documents 17—19 Nr. 6. 11—12 Nr. 2. — 

Derselbe, Bulles 407-408 Nr. 1. — 410-411 Nr. 4. - 413-417 
Nr. 11. — Derselbe, Cartulairc I, 85 Nr. 95. — 91 Nr. 106. — 168 
Nr. 218. — 201 Nr. 267. — 301 Nr. 435. — 351 Nr. 515. — 

402 Nr. 591. - Prutz, Malt. Urk. 25 u 41-42 Nr. 19. — Röhricht, 

RH. 91 Nr. 347 ad a. 1163. — 151 Nr. 568 ad a. 1178. — Rymer, 
Foedera, I, 1 S. 47. u. 49. — Tardif, Monum. hist. I, 274 Nr. 520 
u. 521. — 223 Nr. 401. — 238 Nr. 434. — 266 Nr. 498. — 267 
Nr. 504. — 276 Nr. 528. — 281 Nr. 543. — 286 Nr. 550. 551. — 
295 Nr. 573. — 298 Nr. 578. — 299 Nr. 582. — 313 Nr. 630. — 
314 Nr. 634. — 317 Nr. 640. - 636 Nr. 685. — Vgl. Wilken, KZ. 
II, 548. — Curzon, Maison d. Temple 14 f. — Finke, Papstt. u. 
Untergang 5. — Pcrkins, Templars. Hist. Rev. XXV Nr. 98 S. 210 f. 

104. Migne 155 S. 1269-1270 Nr. 8. — 1277—1278 Nr. 21. — 
Röhricht, RH. 101 Nr. 383 ad a. 1163. — 105 Nr. 399 ad a. 1164. 

— 106 Nr. 406 ad a. 1164 u. Nr. 407. — Blanquefort im Dep. Gironde, 
Arr. Bordeaux. 

105. Migne 155 S. 1280—1281 Nr. 25. — Röhricht, RH. 105 

Nr. 398. — 106 Nr. 403 u. 404 ad a. 1164. — 114 Nr. 437 ad a. 

1167 (?). 

106. Migne 186 Ep. 50. 57. 58. 59. — Vgl. Prutz, Ritterorden 370. 
O. Cartellieri, Suger 152 Nr. 213. 


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einem Briefe des Königs Amalrich I. von Jerusalem an 
Ludwig VII. vom Jahre 1168 107 . 


§13. Die Bulle „Omne datum Optimum“. 

Wilhelm von Tyrus verschweigt grundsätzlich das eifrige 
Eintreten von Päpsten für den Templerorden. Nirgends zeigt 
er, wie durch die Gunst der Päpste das Ansehen und die 
Macht des Ordens wuchs 108 . So erfahren wir bei ihm auch 
nichts von der äußerst wichtigen Bulle „Omne datum Opti¬ 
mum“, die, soweit jetzt bekannt ist, von Anastasius IV. am 
17. Februar 1154 zum ersten Male gegeben wurde. Von 
nachfolgenden Päpsten wurde sie wiederholt bezw. er¬ 
neuert 109 . 

Erst durch diese ist der Orund zu der späteren Größe 
und Bedeutung des Ordens gelegt worden. Die Templer 
werden nicht bloß zur Verteidigung des Heiligen Landes, 
sondern auch zum Schutze der Kirche aufgefordert. Sie 
werden mit anderen Worten als Stütze des Papsttums ge¬ 
dacht. Der Papst übernimmt die Schutzherrschaft über den 
Orden 110 . Damit sie recht willig seien, werden alle früheren 


107. Migne 155 S. 1277 Nr. 20. — Röhricht, RH. 121 Nr. 459 
(hier fehlt bei Zitat „Migne“ Angabe des Bd. der Patr. lat., wie 
auch sonst häufig). 

108. Vgl. JafK-L. Nr. 8478. — Nr. 8821. — Nr. 8829. — Nr. 
9383. — Nr. 10 807. — Nr. 10860. — Nr. 10873. — Nr. 10897. — 
Nr. 11013. — Nr. 11037. —. r Nr. 11$ 17. — Nr. A 1818. — Nr. 
11973. — Nr. 13 681. — Nr. 10807a (S. 761). 

109. Delaville le Roulx, Bulles 409. — Abdruck des Textes 
a. a. O. bei Migne 200 Nr. 1042 (Dat. 26. Okt. 1173), Wilcke 441 
bis 447 (Dat. 1172; aus Rymer, Foedera 1, 10). — Jaff£-L. Nr. 
10 897. — Prutz, Malt. Urk. 31. 

110. Anastasius IV. am 17. II. 1154 nach Delaville le Roulx, 
Bulles 412 Anm. u. 409 Nr. 3. — Alexander III. am 7.1. 1163 nach 
Jaff£-L., Nr. 10 807 a S. 761 bezw. am 30. III. 1163 nach Nr. 11013. 


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Privilegien bestätigt. Was den Ungläubigen von den 
Templern weggenommen worden ist, solt ihnen dauernd ge- 
noren. Eine Zentralisation und straffe Leitung des Gesamt¬ 
ordens wird erst jetzt möglich; denn bisher scheint jedes 
Ordenshaus seine eigene Verwaltung gehabt zu haben. Das 
zu Jerusalem hatte als das älteste nur ein ideelles Vorrecht 
Jetzt wird ausdrücklich bestimmt, daß für alle Zeiten zu 
Jerusalem das Haupt des Ordens sei 111 . Dem Meister da¬ 
selbst muß man ohne Widerrede gehorchen. Nur ein Ritter, 
der das Ordensgelübde bereits abgelegt hatte und ausschlie߬ 
lich von den Ordensrittern gewählt wurde, sollte Meister 
werden können. Dieser wird frei von jedem geistlichen und 
weltlichen Einflüsse von nun an gewählt. Die Satzungen 
können jetzt lediglich durch ihn und durch die Brüder auf¬ 
gestellt bezw. verändert werden. Die Ordensangehörigen 
dürfen sich niemandem sonst durch irgendeinen Eid ver¬ 
pflichten. Weder von ihrem beweglichen noch unbeweg¬ 
lichen Besitz sollen sie den Zehnten zahlen. 

Sogar eine eigene Priesterschaft wurde für sie gewonnen. 
Wenn sie auch früher schon Kirchen besaßen 118 , so hatten sie 
damit noch keine kirchlichen Rechte erlangt, sondern nur eine 
Einnahme, die aus der Kirche floß. Kapelten hatten sie sich 
freilich schon gebaut, aber doch nur für ihre eigenen Bedürf¬ 
nisse 113 . Sie unterstanden demnach bisher durchaus den 
Diözesanbischöfen. Von nun an aber war es erlaubt, überall 
da Kirchen zu errichten, wo sie eigenen Besitz hatten. Jetzt 
können die Templer Priester für ihr Seelenheil in den Orden 
aufnehmen, woher dieselben auch stammen mögen, wenn 
nur über ihre rechtmäßige Weihe Gewißheit herrscht. Natür- 


111. Domus ipsa omniuin locorum ad eam pertinentium caput 
et magi&tra in perpetuum habeatur. Migne 200 S. 920. 

112. Tardif, Mon. hist. I, 238 Nr. 434 i. J. 1137. 

113. Prutz, Entw. u. Untergang, Papstregesten Nr. 6 S. 259. 
- Jaff6-L. Nr. 10057. 


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lieh durften jene Geistlichen nicht bereits irgendeinem 
anderen Orden angehören. Der Diözesanbischof hatte kein 
Einspruchsrecht, aber man sollte doch seine Einwilligung 
nachsuchen. War sie nicht zu erreichen, so schadete es 
nichts, da die römische Kirche als solche auch für die Geist* 
liehen der Templer durch ihre Autorität ein'zutreten ver¬ 
mochte. Im Gegensätze zu den Rittern konnten Priester, 
die sich nicht bewährten, durch Beschluß des Kapitels ent¬ 
fernt werden. Die an ihre Stelle Tretenden sollten erst 
ein Probejahr bestehen. Nahmen sie sodann das Gelübde 
des Ordens auf sich, galt ihre Aufnahme als endgültige 114 . Ob 
sich so gleich genüg Geistliche für den Dienst des Ordens 
überall fanden, ist fraglich. — Mit den Rittern hatten die 
Priester dieselbe Lebensweise. Ihr Gewand aber mußte oben 
geschlossen sein. Sitz und Stimme im Kapitel wurde ihnen 
trotz mannigfacher Ehrungen versagt. 

Den Rittern blieb es erlaubt, auch bei einem anderen als 
einem Ordenspriester zu beichten und zu kommunizieren. 
An den Vorzügen des Ordens sollten nicht nur die Brüder, 
sondern auch die Dienenden und die Hörigen teilhaben. So 
konnten nun auf den Friedhöfen der Templer auch die Dienst¬ 
leute beerdigt werden. 

Die bisherigen Rechte wurden ausdrücklich bestätigt. 
Also erließ man nach wie vor ein Siebentel der jährlich 
auferlegten Kirchenstrafe 115 , wenn einer dem Orden 
besondere Schenkungen zuwies oder sich ihm anschloß. In 
Gegenden, die mit dem Interdikt belegt waren, durften die 
Geistlichen der Templer einmal im Jahre Gottesdienst halten, 
wenn sie dort Kollekten für das Heilige Land sammelten 116 . 


114. Migne 200 S. 921. — Vgl. Prutz, Kulturgescli. 277—279. 

— Derselbe, Entwicklung und Untergang 37 f. 

115. Ferreira, Memorias II, 782. — Prutz, Malt. Urk. 1 S. 26. 

— Delavillc le Roulx, Documents 10. — Derselbe, Bulles 409 Nr. 3. 

116. Du-Puy 104 C. VI (Eugen III. 16. Juli 1145—1146). — 
Wilcke 447. — Migne 200 S. 922. 


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Aber namentlich Exkommunizierte sollten ausgeschlossen 
bleiben. 

Als Geistlicher hat Wilhelm von Tyrus fraglos diese 
wichtigen Privilegien und ihren Urheber gekannt. Es ist 
ihm daher aus dem Verschweigen derselben ein Vorwurf 
zu machen. Wenn wir auch nicht erwarten durften, daß er 
jede Einzelheit der Bulle erwähnen würde, so mußte er, da 
er einmal die Entstehung und die Entwicklung des Ordens 
zeigen wollte, vor allem auf die Bedeutung der Bulle hin- 
weisen, wie er doch auch die Bedeutung des Konzils von 
Troyes 1128 erwähnt hat. 

§14. Zunehmende Zahl der Ritter. 

Wilhelm sagt uns nicht, daß von den nach Palästina 
unter Hugo von Payns eilenden Herren ein großer Teil 
für den Templerorden gewonnen worden ist Nach Jacob 
von Vitry sind es über 300 Ritter, ganz abgesehen von den 
dienenden Brüdern 117 . Aber hat er recht? Es ist mit Händen 
zu greifen, daß er die „300 Ritter, abgesehen von den dienen¬ 
den Brüdern,“ aus der Geschichte des Wilhelm von Tyrus; 
entlehnt 118 und sie in eine frühere Zeit versetzt hat 11 ' 9 . Die 
Zahl der Ordensbrüder muß allerdings bald groß geworden 
sein; denn der jüdische Pilger Benjamin von Tudela spricht 
um 1165 bezw. 1166 von 400 Rittern im Palaste Salomos, 
die täglich zum Kampfe auszogen 120 . Demnach müßte die 
Zahl der Ritter für Jerusalem um 1180 auf 300 zurück¬ 
gegangen sein 121 . Wahrscheinlicher aber ist es, daß Benjamin 

117. C. 65. 

118. Zacher, Hist. or. 24. 

119. Gegen Wilcke 1, 33. 

120. Benjamin von Tudela 30. 

121. W. v. T. 12, 7. 


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nur eine runde Zahl angegeben hat, wie auch Wilhelm nur 
ungefähr die Stärke des Ordens hat mitteilen wollen. 


§ 15. Ungenaue Darstellung des Besitzes der 
Templer bei Wilhelm. 

Es ist nicht zu erwarten, daß Wilhelm einen genaueren 
Ueberblick über den allmählich in den verschiedensten 
Ländern an wachsenden Besitz der Tempelherren gibt 1 **. 
Immerhin vermissen wir eine Darstellung des Besitzes im 
Heiligen Lande; denn im weiteren Verlaufe seiner Geschichte 
erwähnt er nur gelegentlich dieses oder jenes Kastell, das dem 
Orden zur Verteidigung überlassen wurde 1 * 3 . Wir wissen 
aber, daß der Orden viel mehr besaß 124 . 


§16. Urteil über Wilhelms Bericht von der 
Entstehung des Ordens. 

Was Wilhelm von Tyrus über die Entstehung des Ordens 
berichtet, ist dürftig und lückenhaft, vielfach unklar und nicht 
selten falsch. Das Richtige erkennen wir gern an, aber 
wir müssen ihm einen Vorwurf daraus machen, daß er auf 
die innere Entwicklung des Ordens nicht eingeht, insbe- 
sondere, daß er fast nichts von der Ordensregel von Troyes 
und gar nichts von der Exemtionsbulle vom 17. Februar 


122. Vgl. Bourquelot, Notice 171—190. — Derenbourg, Crois. 
d’aprfes Yäkoüt 79. — (Jeune), Hist. crit. 22—25. — 76—78. 80. 81. 
95. 96. 110. 119. — Lavocat, Proces 24 f. — Michelet, Templiers 
282 f. — Pratz, Entw. u. Unterg. 72 f. — Derselbe, Ritterorden 317 
bis 393. — Trudon des Ormes, Listcs 389—459. — Rey, L’ordre du 
Temple 241—256. — Derselbe, Colonies 114 f. 

123. Vgl. unten II, 4. II, 9. II, 12. II, 19. 

124. Rey, L’ordre du Temple. 24 f. 


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1154 1 * 5 mitteilt. Man merkt deutlich, daß Wilhelm nicht mit 
Freudigkeit von dem Orden redet und so schnell wie möglich 
über ihn hinweg kommen will. Man kann nicht cinwenden, 
daß er eben nur in großen Zügen das Hauptsächlichste habe 
mitteilen wollen; denn das fehlt gerade. Wilhelm von Tyrus 
enttäuscht uns hier in berechtigten Erwartungen. 


125. Oben I, § 13 und folgende Seite. 


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Bemerkung. 

Hinsichtlich der Exemtionsbulle „Omne datum Opti¬ 
mum“ wolle man Nachtrag I (S. 183 ff.) vergleichen und 
schon jetzt auch Nachtrag II beachten. 


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II. 


Beteiligung des Ordens an Ereignissen im Orient. 

Bei der Abneigung, die Wilhelm von Tyrus gegen den 
Templerorden gleich im Anfänge durchblicken läßt, dürfen 
wir gespannt sein, wie er über ihn weiterhin urteilt. 

1 . 

Die Bluttaufe der Templer bei Damaskus am 5. Dezember 1129. 

Wir müssen unsere Verwunderung darüber aussprechen, 
daß Wilhelm von der Bluttaufe der Templer bei Damaskus 
unter König Balduin II. von Jerusalem gar nichts berichtet. 
Auf dem Rückzuge erlitten die Christen am 5. Dezember 
1129 eine schwere Niederlage. Sicher haben sich die 
Templer hier beteiligt, die Hugo von Payns eben erst aus 
Europa herbeigeführt hatte; denn ein arabischer Schriftsteller 1 
berichtet, daß man diesen Zug mit allen Streitkräften unter¬ 
nahm, die man auftreiben konnte. Eine abendländische 
Quelle weist ausdrücklich auf die Templer hin 2 . Eine so 
wichtige Tatsache hätte Wilhelm nicht verschweigen dürfen. 

2 . 

Die Templer bei der Niederlage von Hirbet 
Teqü'a 1139. 

Unter König Fulko von Anjou (1131—1143 3 ) wird von 


1. Ibn al-Atlr 385- 386. 

2. Henr. Huntendunensis 251 ad a. 1129. 

3. Chron. des £glises d’Anjou 146. — Michael Syrus III, 236. 
S. Beil. II. Taf. IV. 


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einem Siege der Mohammedaner bei dem Dorfe Thekoa 4 , 
in einem Seitentale bei Bethlehem, im Jahre 1139 be¬ 
richtet 5 . Dort hatten sich die Sarazenen festgesetzt, waren 
aber zunächst geflohen, als sie die Mitteilung vom Heran¬ 
nahen der Christen erhielten. An der Spitze der letzteren 
stand der Ordensmeister der Templer, Robert von Burgund, 
welcher von Antiochien nach Jerusalem gekommen war. 
Er galt als frommer Mann und hervorragender Krieger. 

Dieser zog mit einer Anzahl von Templern und mit 
einigen anderen Rittern, unter denen der Vertreter Fulkos, 
Bernhard Vacher, sich befand, gegen den Feind. Da dieser 
aber bei der Kunde vom Anrücken der Christen aus 
„Habehis“ 6 , „der Heimat des Propheten Joel“, über Hebron 
nach Askalon zu geflohen war, liefen sie selbst nach ver¬ 
schiedenen Seiten auseinander und dachten mehr an Beute 
als an Vernichtung der Feinde. Ganz unerwartet machten 
die Mohammedaner Halt und stellten sich in Schlacht¬ 
ordnung auf. Sie metzelten die soiglosen und in ihrer Ver¬ 
einzelung ungefährlichen Gegner nieder. Jedoch leistete ein 
Teil Widerstand, freilich auf die Dauer ohne Erfolg. 

Auch hierbei handelt es sich um Templer; denn unter 
den Gefallenen wird als einer ihrer Angehörigen Odo von 
Montfaucon 7 hervorgehoben, dessen Tod große Trauer 
verursachte. 

Daß Fulko von Anjou schon früher zu den Tempelherren 
in nahen Beziehungen stand, erwähnt Wilhelm nicht 8 . 

Auch über die Persönlichkeit des Ordensmeisters Robert 


4. Jetzt Ruine Jjirbet Teqü'af 6 Meilen südl. v. Bethlehem. 
Vgl. Baedeker, Pal. u. Syr. S. 100. 

5. W. v. T. 15, 6. 

6. Der Ort ist nicht festzustellen. Vgl. Röhricht, Beitr. 56. — 
Ders., Gesch. d. Königr. 219 Anm. 3. 

7. Vgl. Perreciot, Seigneurs de Franche-Comte 326. — Mont¬ 
faucon i. D£p. Aisne, Arr. Montm£dy (Meuse). 

8. Vgl. Du Cange, Farn, d’outremer 15—17. S. Beil. I S. 159. 


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gleitung des Königs Konrad III. bestattete. Die Freundschaft 
zwischen dem Deutschen Könige und den Templern kann also 
keine nebensächliche gewesen sein, um so mehr als hervor¬ 
gehoben wird, daß Konrad gemeinsam mit jenen die Be¬ 
lagerung von Damaskus beschloß. — Wir staunen, daß 
Wilhelm von Tyrus, der sonst sogar oft ganz nebensächliche 
Umstände mit großer Breite wiedergibt, sich hierüber völlig 
in Schweigen hüllt. 

Ebenso bedauerlich ist es, daß er von der Beteiligung 
der Templer an der am 25. Juli U48 24 beginnenden Be¬ 
lagerung von Damaskus schweigt. Daß die Tempelherren 
zugegen gewesen sind, ist sicher; denn in einigen abend¬ 
ländischen Quellen macht man- ihnen den Vorwurf, daß sie 
am Mißlingen der Belagerung schuld seien 25 . 

Hauptsächlich durch das Verdienst König Konrads III. 
waren bereits die Gärten auf der Westseite von Damaskus 
in den Händen der Kreuzfahrer 26 . Im Kriegsrate der Nacht 
vom 26. zum 27. Juli wurde beschlossen, das Lager nach 
Osten zu verlegen, da von dort keine Gärten den Sturm er¬ 
schwerten, da die aus ungebrannten Ziegeln bestehende Stadt¬ 
mauer niedrig sei und somit ohne Belagerungsmaschinen 
erobert werden könne 27 . Dadurch aber verlor man alle bis¬ 
herigen Vorteile und mußte unverrichteter Sache abziehen 28 . 


24. Ibn al-Atlr 468 (543 aml6. des Rabi I. = 25. Juli 1148). 

— Abo ’I-Fida’ 28. 

25. Rad. von Coggeshall, Chron. Angl. 12. — Not. Pis. 266 
(Druckfehler bei Röhricht, Königr. 255 Anm. 3). — Ann. Herbipol. 7. 
ad a. 1148. 

26. Ibn al-Atlr 468 .... Emoul 12. 

27. W. v. T. 17, 5 (Druckfehler bei Röhricht, Beitr. ff, 100 
Anm. 67). — Jaqüt s. Wüstenfeld 456—459. . . . Die alte Stadt¬ 
mauer des Ostens ist, wie ich selbst sah, niedrig und noch heute 
in der Hauptsache aus ungebrannten Ziegeln, aber in einem erbar¬ 
mungswürdigen Zustande. 

28. Chron. Rieh. Pictaviensis 416. 


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Man behauptete, daß Verrat und Bestechung vorliege 39 . 
Wer aber war der Verräter? Die einen nennen König 
Balduin III. von Jerusalem 30 , die anderen ihn und den 
Patriarchen 31 , andere außer dem Könige den Herrn von 
Tiberias 32 , noch andere die syrischen Barone oder christliche 
Soldaten Syriens 33 . Einige nennen die Johanniter 34 . Es fehlt 
auch nicht an solchen, die den Templern vorwerfen, daß 
sie durch Geld bestochen worden seien 35 . 

Daß Bestechung in irgendeiner Form vorlag, ist kaum 
zu bezweifeln 36 . Schon früh regte sich der Verdacht gegen 
die Templer; denn Johannes von Wurzbuig spricht 1165 von 
einer Treulosigkeit derselben, als sie mit König Konrad III. 
bei Damaskus sich befanden. Aber er versichert, daß er 
nicht wisse, ob an diesem Gerüchte etwas Wahres sei. Er 
hält es für wahrscheinlich, daß irgendein unglücklicher Zufall 
Veranlassung zu dem Gerede gegeben habe 37 . 

Die Templer können sich schwerlich an dem Verrate 
bei Damaskus durch die Tat beteiligt haben, da König Lud- 


29. Gottfried v. Viterbo, Pantheon 264. De Conrado: 

Urbs peritura foret oostrisque dedisset honorem. 

Rex pro fraude dolens, signa reversa movet. 

30. Annal. Magdeb. 190. — Anna). Roden ses 719. — Alb. 
Milioli cron. 640. 

31. Annal. Brunwilarenses 727. — Annal. Palidenses 83. 

32. Abo ’I-Farag 341. — Michael Syms III, 276. 

33. Chron. reg. Colon. 84. — Chron. Coenobii S. Med and i 
Suession 278. — Chron. Nicol. Ambianensis 22. — Rob. v. Torigni 
245. - Annal., Casio. 310 ad a. 1148. . . . Ibn al-Atlr 469 f. - Aba 
M-Fida’ 28. 

34. Erncul 12. — Alb. Milioli cron. 639—640. 

35. Casus monast. Petrishusensis 674. Dei milites = Templer? 
— Otto von St. Blasien. Handausg. 422. — Walter Map, nug. 
cur. 23—24. 

36. Ibn al-Atlr, Atabecs 160-161. - Extrait 469?. — Aba 
’I-Fida’ 28. — Michael Synis III, 276. 

37. Johann v. Würzb. 130. — Ueber ihn vgl. Röhricht, Deutsche 
i. H. L. 51. 


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wig VII. von Frankreich nach wie vor ihr treuester Freund 
und Beschützer ist 38 . Den Ausschlag hinsichtlich der Templer 
scheint uns Wilhelm von Tyrus zu geben. Er hat sich be¬ 
müht, herauszubringen, wer an dem Mißerfolge vor Damaskus 
schuld war. Er erwähnt u. a. den Fürsten Raimund von 
Antiochien, fügt aber hinzu, daß er nichts Sicheres darüber 
wisse. Von einem Verdachte gegen die Templer schweigt er. 
Wäre ein Verdacht gegen diese auch nur wahrscheinlich 
gewesen, hätte ihn sich Wilhelm nicht entgehen lassen. Denn 
daß er aus Furcht vor den mächtigen Templern geschwiegen 
haben soll 39 , ist nicht einleuchtend, da er seine Abneigung 
gegen den Orden mit aller nur wünschenswerten Deutlich¬ 
keit gelegentlich ausspricht und auch vor den schärfsten 
Ausdrücken sich nicht scheut. 

Es wird wohl überhaupt kein Geld von den Feinden 
geboten worden sein, da die orientalischen Quellen darüber 
schweigen 40 . Wäre wirklich welches gegeben worden, so 
hätten es diese gewiß berichtet, da sie auch sonst von Geld¬ 
anerbietungen sprechen 41 . Die abendländischen Quellen 
geben nur die verschiedensten Gerüchte wieder, die ent¬ 
standen, weil die Belagerer von Damaskus bezeichnender¬ 
weise sich gegenseitig nicht trauten. Da man nun den 
Empfang von Bestechungsgeldern niemandem nachweisen 
konnte, wußte man sogar von Bezahlung mit vergoldetem 
Kupfer zu reden 42 . 


38. Röhricht, RH. 101 Nr. 383. 105 Nr. 399. 106 Nr. 406 

u. 407. — Vgl. oben I, § 12. 

39. So Wilcke I 52 Anm. 5. 55—56 Anm. 17. 

40. Michael Syrus 111, 276, redet allerdings von Bestechung 
durch Geld, aber er ist hier von den christlichen Nachrichten ab¬ 
hängig. Nach ihm erhält König Bakhiin III. 200 000 Denare und 
der Herr von Tiberias 100000 Denare. 

41. Vgl. ‘Immäd ad-dln bei Goergens 18. — Ibn al-Atlr 635. 799. 
— Abu §nma 197. 

42. W. v. T. 17, 7. — W. Map, nug. cur. 23-24. — Alb. 
Milioli, cron. 640. — Vgl. Abü ’I-Farag 341. — Midi. Syr. III, 276. 


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Der Grund für die Aufhebung der Belagerung von 
Damaskus lag tiefer. Man befürchtete, daß die Stadt nicht 
den christlichen Herrschern im Heiligen Lande zufallen würde, 
sondern daß eine neue abendländische Herrschaft" hier ge¬ 
bildet werden sollte 43 . Dies mußte dem Könige von Jeru¬ 
salem und seinen Ratgebern sowie den syrischen Baronen 
ebenso unwillkommen sein wie dem Emir Mu'In ed-dln Anar 
die Eroberung der Stadt. 

Anar aber hatte schon 1139 mit den Christen Palästinas 
gemeinsame Sache gegen Bänijäs 44 gemacht und ihnen diese 
außerordentlich wichtige Festung im Quellgebiete des Jordans 
überlassen, obgleich sie kurz zuvor im Besitze der Damaszener 
gewesen war 45 . Die Festung aber mußte auch den benach¬ 
barten Assassinen, die sie von 1126 an besessen hatten 46 , 
sowie den Söhnen Zenkis 47 , der sie 1139 erobern wollte 48 , 
als Bollwerk gegen die Christen höchst wertvoll erscheinen. 
So war sie von allen Seiten bedroht. Anar aber hat die 
palästinensischen Christen, und somit auch die Templer, zum 
Abzüge von Damaskus wohl durch das heimliche Ver¬ 
sprechen bewögen, daß er auf Bänijäs dauernd verzichten 
und Unterstützung bei etwaiger Belagerung der Festung 
durch andere leisten werde 49 . In diesem Sinne lag Be¬ 
stechung vor 50 . Mu'In ed-din Anar war klug genug, noch 


43. Mich. Syr. 111, 276. — Vgl. Sybel, 2. KZ. 223. — Kugler, 
Stud. 28 Anm. 3; 1% Anm. 49. — 

44. Ibn Gubair 295—296. — Vgl. Michaud, Bibi. 4, 97. — 
Kugler, Stud. 58 u. Anm. 14, 59. 

45. Ibn Haldün 88. Vgl. Wilken II, 684-690. 

46. Guyard, Gr. maitre 27. 

47. NQr ed-dln von Haleb u. Saif ed-din von Mossul. — Vgl. 
Mich. Syr. III, 268. 

48. Wilken III, 684. 

49. Ibn al-Atlr, Atabecs 160-161. - Extr. 469 f. - Abu 
’l-Fida’ 28. 

50. Gegen Röhricht, Königr. 253 Anm. 4. (Die Jahreszahl 

1134 daselbst muß 1139 heißen.) 


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dadurch einen Druck auf die Christen auszuüben, daß er Saif 
ed-din von Mossul und Nür ed-din von Haleb um Hilfe gegen 
die Christen bat 51 . 

Daß der Ordensnunster Eberhard des ßarres mit Lud¬ 
wig VII. nach Frankreich ging 52 , erwähnt Wilhelm nicht. Ja 
er redet von diesem Meister überhaupt nicht, obgleich er 
von großer Bedeutung für den Orden gewesen sein muß 53 ; 
denn Andreas v. Montbarrey 54 schreibt als Dapifer des Ordens 
einen dringlichen Brief an ihn. Er soll weltliche und geist¬ 
liche Machthaber für den Orden erwärmen, und man sehnt 
sich nach seiner Rückkehr ins Heilige Land 55 . 

Petrus Venerabilis, Abt von Cluny, schreibt um dieselbe 
Zeit einen Brief an Eberhard, „den Meister des Templer¬ 
ordens in Jerusalem“, in 'welchem er den Orden mit lobenden 
Ausdrücken anerkennt. Eberhard muß also für die Tüchtig¬ 
keit und für das Ansehen des Ordens viel getan haben 56 . Auch 
im Abendlande hat er sich viel Mühe gegeben; denn er 
wendete sich an den heiligen Bernhard, damit dieser seine 
gewichtige Stimme für die Templer erhebe. In dieser Hoff¬ 
nung täuschte sich der Meister nicht 57 . 

Daß Eberhard der Nachfolger Roberts von Burgund ist, 
ergibt sich aus einer Bulle Eugens III. vom 30. März 1150 58 . 


51. Weil, Chal. III, 293. — Anar stirbt schon am 30. August 
1149; s. Ibn Hallikän’I, 275. 

52. Odo von Deuil (Druckfehler bei Röhricht, RH. 66 Nr. 261) 
66 Anm. 1. 

53. Delaville le Roulx, Bültes Nr. 4 410—411. — Vgl. Quesvers 
u. Stein, Essai 6. 

54. S. oben S. 57. 58. 59. 

55. Brief des Andreas v. M. bei Migne 189 Ep. 26. S. 434—436. 
Röhricht, RH. 66 Nr. 261. — Vgl. Du Cange, Fam. d’outre mer 
871-872. 

56. Migne 189 Epist. Petri Venerabilis üb. VI. Ep. 26, 434. 

57. Ep. S. Bernardi 614 Ep. 93 an Suger v. S. Dionys: verbum, 
quod attulerunt mag. Templi et frater Johannes. — Vgl. Anm. ebenda. 

58 Delaville le Roulx, Bulles 407—408. (Jaff£-L. noch nicht 
bekannt.) 


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4. 

Die Templer bei Antiochia im Jahre 1149. 

Vergeblich suchen wir bei Wilhelm nach der Bedeutung 
des Templerordens in den heißen, von ihm berichteten 
Kämpfen nach dem Tode des ritterlichen Raimund I. von 
Poitou (des Sohnes des ersten Troubadours, Wilhelms IX. 
von Aquitanien). Er war Fürst von Antiochia geworden 
und hatte sich mit Constantia, der Tochter des verstorbenen 
Fürsten Bohemund und Elisens, der Schwester der Königin 
Melisende von Jerusalem, verheiratet 59 . Am 27. Juni 1149 
war er bei Fons muratus, in der Nähe von Qal'at d- 
Mudlq (Apamea) 60 , gefallen 61 . 

Trotzdem wissen wir, daß König Balduin III. von 
Jerusalem nach dem von den Mohammedanern hart¬ 
bedrängten Antiochien eilte und die Templer mitnahm. Diese 
erhielten eine große Geldsumme zum Unterhalte des Heeres, 
das aus 120 Rittern, 1000 Knappen und wohlbewaffneten 
Servientes bestand. Aber kaum waren sie in Antiochien ein¬ 
gerückt, als feindliche Truppen einfielen, sie in der Festung 
einschlossen und das Getreide sowie den Wein des Landes 
fortschleppten. 

Im Kampfe starben viele Templer, so daß der Orden 
in Jerusalem, nach auswärts wenigstens, nicht viel Leute 


59. W. V. T. 14, 20 und 21. — Vgl. Mich. Syr. HI, 236, 
Dazu dort Anm. 7 und 8. 

60. Diese Nachricht Wilhelms stimmt mit arabischen Quellen 
nicht überein. — Der Direktor des arch. Instituts zu Jerusalem, 
Herr Prof. D. Dr. Dalman, hatte die Güte, auf meine Anfrage zu 
antworten, daß Eneb oder Aneb, der Ort des Todes von Raimund 
nach den arabischen Geographen im nördlichen Syrien lag und 
nicht bei Apamea. Vielleicht sei Wilhelms „Fons muratus" in 
dem heutigen ,‘en hwäi (Quelle der Höfe) nördlich von Apamea 
zu suchen. Die Sache bleibt unklar. 

61. W. v. T. 17, 9. Das Jahr 1148 daselbst ist .wohl als 
Schreibfehler anzusehen. Vgl. Ausg. i. Rec. occ. I, 773 Anm. 


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mehr zur Verfügung hatte und durch Andreas von Mont- 
barrey bitten mußte, daß Eberhard des Barres zurückkehren 
möchte und möglichst viele Ritter und Servientes mit¬ 
brächte 6 *. 


5. 

Bedeutung der Templer im Kastell Gaza und vor Askalon. 

| König Balduin III. von Jerusalem ließ um 1149/50 das 
südlich von Askalon 63 gelegene Gaza 64 , das damals zer¬ 
stört und verödet war, teilweise wieder aufbauen. Vorzüg¬ 
liches Baumaterial boten die gewaltigen Trümmer von 
Kirchen und anderen großen Gebäuden. Auf einem Hügel 
wurde ein festes Kastell erbaut als Bollwerk gegen Askalon, 
dessen Bewohner häufig Einfälle in das Gebiet der Christen 
machten. Auf gemeinsamen Beschluß mit seinen Rittern 
überließ der König dasselbe mit der nächsten Umgebung 
den Templern als dauernden Besitz. Diese verteidigten 
Gaza nicht nur siegreich gegen Angriffe, sondern bedrängten 
auch das nördlich hiervon an der Küste gelegene Askalon 
so hart und häufig, daß die Bewohner der Stadt, die früher 
viel Unheil angerichtet hatten, jetzt froh waren, wenn sie 
ruhig in ihren Mauern leben konnten. Nicht selten mußten 
sie sich von den Templern vorübergehenden Frieden erbitten 
oder erkaufen. 


62. Brief des Andr. v. Montbarrey an Eberhard bei Bouquet 
XV 540-541. — Röhricht, RH. 66 Nr. 261. 

63. Das heutige ‘Asqalän an der Küste. Jäqat hg. v. Wüsten¬ 
feld 464. — Guthe, Ruinen 164—171. — Baedeker 110—111. 

64. Das heutige Razze, durch Sandhügel und breite Dünen¬ 
streifen vom Mittelmeere entfernt. — Jäqat 464—465. — Gatt, Gaza 
1—14. Legende 149—160. — Baedeker 109. — Die drei&chiffige 
Moschee stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ich sah dort deutliche 
Reste aus der Kreuzfahrerzeit, namentlich im Inneren. 


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Gaza blieb auch später von Bedeutung. Denn es 
bildete einen wirksamen Schutz gegen die Aegypter, welche 
zur Stärkung der Macht Askalons jährlich drei- bis viermal 
in grober Menge herbeizukommen pflegten. Die Feinde 
versuchten zwar, Gaza einzunehmen, da man aber die 
Tapferkeit der Templer dabei kennen lernte, wurden die 
Bewohner Askalons immer kleinmütiger, und die Aegypter 
wagten nicht mehr, ins Land einzufallen. Sie zogen es vor, 
zu Schiffe an Gaza vorbei nach Askalon zu fahren, wo 
sie die Besatzung verstärkten 65 . 

König Balduin III. beschloß im Januar 1153 das durch 
die Templer von Gaza in Schach gehaltene Askalon zu 
belagern. Unter seinen Truppen befanden sich auch 
Templer, die der Ordensmeister Bernhard von Tremelai 
befehligte 66 . 

Holz und sonstige brennbare Stoffe wurden vor der 
Mauer angehäuft und angezündet. Die Glut zermürbte die 
Steine der Stadtmauer, weil der Wind die Flammen dort¬ 
hin richtete. So stürzte ein Teil derselben ein, und das 
Heer der Christen eilte zur Bresche, um in die Stadt zu 
dringen. Der Ordensmeister Bernhard von Tremelai war 
mit seinen Rittern nicht nur als erster zur Stelle, sondern 
er besetzte auch den Zugang und ließ nur Templer in 
die Stadt ein. Das geschah aus schmutziger Habsucht. 
Darum hatte der Kampf keinen glücklichen Ausgang. Die 
Belagerten setzten sich zur Wehr. Sie fingen ungefähr 
40 Templer und töteten sie 67 . Nachdem sie die entstandene 
Bresche mit Balken verschlossen hatten, wurden die Leiber 
der Getöteten zur Verhöhnung der Angreifer mit Stricken 


65. W. v. T. 17, 12. Vgl. 20, 21. 

66. W. v. T. 17, 21. — Vgl. Perreciot, Seigneurs 327—329. 

67. Nach Wilcke I, 63 waren es 400 Templer. Das ist nach 
ob. 1, § 14, S. 75 unmöglich. Vgl. W. v. T. 17, 27. — Unrichtig: 
Abü M-Farag 348. — Mich. Syr. i. Rec. arm. I, 344. — 


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an den Schutzwehren der Mauer aufgehängt. Erst später 
fiel die Stadt in die Hände der Christen (1154) 68 . 

Der Wiederaufbau des Kastells von Gaza in jener Zeit 
wird auch von anderen Quellen berichtet 69 . Daß, die Aegypter 
zur Stärkung der Besatzung bezw. zum Wechsel derselben 
jedes Jahr öfters kamen, wird ebenfalls anderweit uns mit¬ 
geteilt 70 . Daß die Templer auf Kosten der Bewohner von 
Askalon sich gelegentlich bereicherten und die ein- und ab¬ 
ziehende Besatzung unterwegs überfielen, wird auch sonst 
bezeugt 71 . 

Warum König Balduin III. Askalon (im Anfänge des 
Jahres 1153) belagerte, sagt uns Wilhelm nicht, aber es 
mag richtig sein, daß er es vor allem tat, um aus Geld¬ 
verlegenheiten herauszukommen; denn die Verwaltung Anti¬ 
ochiens und der Bau von Festungen kostete viel Geld 72 . 

Höchst merkwürdig aber verhält es sich mit der Nach¬ 
richt Wilhelms vom Untergange der 40 Templer. Denn die 
von Wilhelm unabhängigen Quellen berichten nichts dar¬ 
über 73 , obgleich wir sehr genaue Mitteilungen über die Be¬ 
lagerung und die schließliche Eroberung der Stadt haben. 
Die Franken wurden so gründlich von den Askaloniten ge¬ 
schlagen, daß sie schon die Belagerung aufgeben wollten 74 . 
Die Templer von Gaza haben sich zunächst an der Belagerung 
wohl überhaupt nicht beteiligt; denn sie hatten persönlich 
mehr Vorteil davon, wenn sie auf Raub- und Beutezüge 


68. W. V. T. 17, 27 u. 30. 

69. Usäma I, 223 bes. Anm. 3. — Abti Säma, bei Wilken III. 
T. 2. S. 10 Anm. 16, i. J. 544 = 11. Mai 1149 Ws 29. April 1150. 
— Ernoul 14. — Wilh. v. Newburgh 1. C. 21. 

70. Usäma I, 238. - Ibn al-AÜr 490. - Abu ‘1-Fidä’ 30. — 
Annal. Egmund. 459. 

71. Annal. Egmund. Ebenda. 

72. Annal. Egmund. 458 ad a. 1153. 

73. Auch in Sermon XXXVII ist Jacob de Vitry von W. v. T. 
abhängig. Siehe Pitra, Analect. nov. II, 412. 

74. Ibn al-Atlr 490-491. 


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gegen die feindlichen Bewohner von Zeit zu Zeit gehen 
konnten. Sie scheinen erst durch das Unglück der Be¬ 
lagerer und durch deren Zorn über ihre Untätigkeit zu einer 
Beteiligung am Kampfe veranlaßt worden zu sein 75 . Erst 
als unter den Verteidigern der Stadt Parteisucht entstand und 
man sich gegenseitig blutig bekämpfte, erlangten die Be¬ 
lagerer das Uebergewicht und konnten sich zu Herren von 
Askalon machen 76 . 

Der Kampf der Templer und deren Untergang kann für 
die Sache selbst nur von geringer Bedeutung gewesen sein. 
Wilhelm scheint das Ereignis aufgebauscht zu haben, weil 
er damit zeigen konnte, wie die Habsucht der Templer sich 
bestrafte und auch der Allgemeinheit zum Nachteile gereichte. 

Der von Clermont-Oanneau beschriebene Grabstein 77 
eines uns sonst unbekannten Marschalls der Templer, Hugo 
Salomonis de Quiliugo, der bei der Belagerung einer Stadt 
durch einen geschleuderten Stein den Tod fand, kann die 
Nachricht Wilhelms nicht stützen. An sich wäre es ja mög¬ 
lich, daß der genannte Templer zu jenen 40 gehörte, aber 
man weiß nicht, ob der Grabstein aus Askalon stammt oder 
aus ‘Akkä. Der Schriftcharakter 78 weist auf eine spätere 
Zeit hin. Man wird also wohl eher an einen Templer zu 
denken haben, der 1291 bei der Belagerung von ‘Akkä fiel 7 '-'. 

Die unberechtigte Habsucht der Templer nach Wilhelm 
und der Gehorsam der sonstigen beutelustigen Krieger, die 
durch das Verbot Bernhards von Tremelai von einem Ein¬ 
dringen in die Stadt durch die entstandene Bresche zurück¬ 
gehalten worden sein sollen, erscheint uns nicht recht 
glaubhaft. 


75. Annal. Egmund. 459. — Vgl. Röhricht, Königr. 273. 
76 Ibn al-AHr 490-491. 

77. Clemiont-Ganneau, Nouveaux inonunients 463. 

78. Vgl. Abbildung ebenda. 

79. Gegen Röhricht, Königr. 276—277 Anm. 5. 


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Einen offenbaren Fehler aber begeht Wilhelm von Tyrus, 
wenn er die Eroberung Askalons erst ins Jahr 1154 setzt 80 . 
Die Stadt muß vielmehr im August — wahrscheinlicher am 
19. September — 1153 erobert worden sein 81 . 


6 . 

Verhalten der Templer gegen Nisr ed-dln Näsr im Jahre 1164. 

Ein reicher Aegypter, namens Habeis 82 , hatte den 
Kalifen von'Aegypten getötet,'jum seinen Sohn Näsr ed-dTn 
(Noseredinus) auf den Thron gelangen zu lassen. Aber das 
Verbrechen wurde ruchbar. Er mußte fliehen und gelangte, 
mit Schätzen reich beladen, auf seinem Wege nach 
Damaskus in christliches Gebiet. Die Christen plünderten 
den Mann aus und töteten ihn. Besonders die Templer 
hatten sich daran beteiligt. Da sie nun an Zahl den 
anderen Beteiligten überlegen waren, erlangten sie den 
Löwenanteil an der Beute. Obendrein fiel ihnen Näsr ed-dTn 
in die Hände. Eine Zeitlang hielten sie ihn in Gewahrsam, 
schließlich lieferten sie ihn für 60000 Goldstücke den 
Aegyptern aus. Er wurde, an Händen und Füßen mit 
eisernen Ketten gefesselt, in einem eben solchen Käfig auf 
dem Rücken eines Kameles nach Aegypten geführt. Da man 


80. W. v. T. 17, 30. 

81. Ibn al-Atlr 490 gibt nur das Jahr 548 (29. März 1153 bis 

18. März 1154) an. Ebenso Kamal ad-dln, hg. v. Sacy in Röhricht, 
Beitr. 317. Desgl. Abo 'I-Fidä* 30. — Dagegen: Usama 246 besi 
Anm. 1, Behä’ ed-dln 99, u. Ibn Hallikän IV, 518 geben den 27. 
öumada II 548 = 19. September 1153. — Chron. des £glises d’Anjou 
38, Sigeb. auct. Aquidnense 396 u. Sigeb. auct. Affligemense 401 
bieten den 19. August 1153. - Chron. Oaufredi Vosiensis 438: 

15. bis 22. August 1158; am Rande 1153. — Chron. Albriri 842: 
Ende August 1153. — Ann. Cremon. 801: August 1153. — Vgl. 
Röhricht, Beitr. 105 (12. August ist unrichtig). — Ders. Königr. 276. 
— Derenbourg, Crois. d’apr&s Yakout 81. 

82. W. v. T. 18, 9. 


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ihm dort sehr zürnte, quälte man ihn zu Tode und zer¬ 
hackte ihn in kleine Stücke. 

Wilhelm berichtet'noch, daß Näsr ed-din ein Christ 
habe werden wollen, daß er die lateinische Sprache zu 
diesem Zwecke erlernt habe und in den Anfangsgründen 
des Christentums schon gut unterrichtet gewesen sei, als 
er ausgeliefert wurde 83 . 

Wenn die Sache sich genau so verhält, haben die 
Templer aus Habgier sich zu einer äußerst gemeinen Hand¬ 
lung hinreißen lassen. 

Zum Zwecke der Prüfung des Sachverhaltes haben wir 
uns an Usäma ibn Munqid zu halten, der als syrischer Emir 
und Freund jenes „Habeis“ einen genauen und unanfecht¬ 
baren Bericht über den Hergang bietet. Ist doch sogar sein 
eigener Bruder Nagm ed-daula Abu ‘Abdallah Mohammed 
zugleich mit Näsr ed-din in die Hände der Christen ge¬ 
fallen! Da erfahren wir, daß der ermordete Kalif a?-Zafir 
hieß und daß „Habeis“ bei Wilhelm in ‘Abbäs zu ver¬ 
wandeln ist. Der Name Noseredinus bei Wilhelm ist auch 
ungenau, da der Mann in Wirklichkeit Näsr ed-din Nä§r 
hieß. ‘Abbäs hatte außer ihm noch einen älteren Sohn, über 
den man bei Wilhelm nicht recht klug wird. Sein Name 
war Husain el-Mulk. Er wurde zugleich mit ‘Abbäs 
getötet. 

Am siebenten Juni 1154 fand die Gefangennahme Nä$r 
ed-din Näsr’s durch die Templer statt, und am 11. Juni 
desselben Jahres wurde er bereits an den Vezir Ibn Ruzzlk% 
in Kairo für 60000 ägyptische Denare verkauft. Die Frauen 
des ermordeten az-Zafir behandelten Nä$r ed-din Näsr mit 
unmenschlicher Grausamkeit, vielleicht auf Befehl des Vezirs 
oder doch zum mindesten mit seiner Genehmigung. Noch 
lebend wurde er am Südtore Bäb Zuwöle 84 am 30. Juni ge- 


83. W. v. T. 18, 9 (falsches Zitat bei Röhricht, Beitr. II, 122). 

84. Baedeker, Aegypten 52 u. Karte zwischen 28 u. 29. E. 4. 


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kreuzigt. Erst zwei Jahre später, am 6. März 1156 wurden 
seine Gebeine herabgenommen 85 . 

Schon hieraus ersehen wir, wie ungenau Wilhelm be¬ 
richtet hat; ganz unmöglich ist es, daß Nä§r ed-din Näsr 
in der Zeit vom 7. bis zum 11. Juni, um Christ werden 
zu können, die lateinische Sprache erlernt und in den An¬ 
fangsgründen des Christentums schon gut unterrichtet ist. 
Vielleicht hat Nä§r ed-din Nä$r aus Schlauheit den Wunsch 
geäußert, ein Christ zu werden, und die Templer haben 
die List durchschaut und verabscheut. Am wahrschein¬ 
lichsten ist es aber, daß jene Behauptung ganz aus der 
Luft gegriffen ist. Eine abendländische Quelle kann uns 
nicht eines besseren belehren, wenn sie sogar sagt, Näsr 
ed-din Nä§r sei in Kairo zunächst mit großen Ehren auf¬ 
genommen und dann erst grausam hingerichtet worden, als 
man erfuhr, daß er inzwischen Christ geworden sei 86 . Dies 
widerspricht allen sonstigen Nachrichten so sehr, daß wir 
auch nicht glauben, Nä$r ed-din Nä§r hätte schon vor seiner 
Flucht mit den Lehren des Christentums sich beschäftigt. 

Wir haben es hier wohl mit einer Weiterbildung der 
Nachricht bei Wilhelm von Tyrus zu tun, die alles Un¬ 
wahrscheinliche auszugleichen suchte. Der Verkauf Nä§r 
ed-din Näsr’s seitens der Templer ist somit wohl ein Beweis 
ihrer Gewinnsucht, aber von einem „niederträchtigen Verrat 
der Templer, welche den Schutzflehenden und zum Christen- 


— Jetzt an der Südostecke der i. J. 1422 fertig gestellten Moschee 
el-Muaijad, Ende des XI. Jahrhunderts erbaut und öfter zu Hin- 
riditungeu durch den Strang benutzt. — El-Qalqasandl 69—70. 

85. Usäma 251—259. — Abu Jala bei Wilken HI, Z 40. 

— Ibn al-Atlr 491—494. — Abtt Säma 79—81. — Ibn Ffallikän II, 426 
bis 427. — Abu ’l-Farag 351-35Z — Abu ’l-Fidä’ 30-31. — 
Nugum 508. — Mich. Syrus in Rec. arm. I, 348—349. 

86. W. Map, trug. cur. C. XXI. (Unrichtiges Zitat bei Röhricht, 
Königr. 282.) 


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turne Uebergetretenen in die Hand seiner Würger ver- 
verkauften“ 87 , können wir nicht reden. 


7. 

Niederlage der Templer unter König Balduin III. bei Safed 

im Jahre 1157. 

Nür ed-din hatte Bänijäs, das alte Paneas bezw. 
Caesarea Philippi 88 , nordöstlich vom Hüle-See einge¬ 
schlossen 89 und die Stadt zerstört 90 . Die eigentliche 
Festung konnte er nicht erobern; denn König Balduin III. 
rückte mit einem Heere zum Entsätze herbei. Nachdem er 
die Stadt wiederhergestellt hatte, lieft er eine Besatzung 
zurück, sorgte für Lebensmittel und entlieft das Fußvolk. 
Mit den Rittern wollte er nach Tiberias zurückkehren. 
Dabei schlug er ein Lager am Hüle-See 91 auf. Als aber 
Nür ed-din hörte, daß Balduin sehr sorglos sei, legte er 
sich in der Nähe der Jacobsfurt" in einen Hinterhalt, an 
dem der König Tags darauf vorüberkommen mußte. So 
wurden die Ritter überrascht und geschlagen 93 . Das ge¬ 
schah am 19. Juni 1157. Balduin entkam mit Mühe, in¬ 
dem er sich in das Kastei Safed 94 zurückzog. Von seinen 
Begleitern wurden viele erschlagen, andere gerieten in die 


87. Röhricht, Beitr. II, 122. — Vgl. Prutz, Geheimlehre 12—13. 
— Rey, G. Foucher 260- 263. — Klein, D. KZ. 390. 

88. Ibn Oubair 295-296. — Baedeker, Paläst. 228. 

89. W. v. T. 18, 12. 

90. W. v. T. 18, 13. 

91. W. v. T. 18, 13: circa lacum Meteha. Der See heißt 
so von ‘Ain-7 und Tell-el-Mellahah am Nordwestufer. — Robinson 
Paläst. III, 513—605. — Ritter, Erdkunde 15 Abt 1, 230—231. 

92. Südlich vom Hüle-See. — Vgl. Röhricht, Palästinakunde 
178 u. Tafel V. 

93. W. v. T. 18, 14. 

91. Nordwestlich vom Sec Tiberias. — 


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Gefangenschaft, so der Königliche Marschall Odo von 
St.-Amand und der Meister des Templerordens, Bertrand 
von Blanquefort 95 . 

'.Vilhelm verschweigt, daß Safed eine den Templern ge¬ 
hörige Festung war 96 . 

Wenn der Meister der Templer in der Begleitung des 
Königs auf dem Rückwege von Bänijäs sich befindet, so ist 
gewiß, daß der Orden im Kampfe gegen Nür ed-dln mit¬ 
gewirkt hat, obgleich Wilhelm von Tyrus nichts darüber 
sagt. Sonst brauchen wir an der Richtigkeit 4er Mitteilungen 
nicht zu zweifeln, da auch arabische Quellen darüber reden 97 . 
Abü Säma gibt dasselbe Datum für die Niederlage Balduins 
an, aber es ist gewiß orientalische Uebertreibung, wenn 
er behauptet, daß. nur 10 Christen entkamen und daß von 
den Mohammedanern nur zwei Männer getötet worden seien, 
von denen der eine als ganz besonderer Held bezeichnet wird. 

Daß viele Templer im Kampfe gefallen sind, ist sicher 98 . 
Nach einem Briefe des Papstes Hadrian IV. an den Erz¬ 
bischof Samson von Reims (13. November 1157) wurden 
außer dem Meister 87 Templer gefangen und 300 Ritter 
getötet bezw. gefesselt 99 . Bertrand von Blanquefort 100 muß 
aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt worden sein; denn 


95. Er unterschreibt eine Urkunde vom 2. November 1156. 
— Müller, Doaimenti 6—7. 

96. ‘Imäd ad-dln in G oergens, Quetlenbeitr. 16: „Die Burg 
gehörte den Templern" und war „ein Nest des Unglücks". — 
Aba Sima 203—344. — Vgl. v. Berchem, Notes 29—31. 

97. Usäma 293 s. auch Anm. 3 das. — Aba Sima, 88—91. — 
Aba Jala bei Wilken III, 2. Beil. 2. 6. 

98. Usäma 293. — Rob. v. Torigni I, 309. 

99. Brief bei Bouquet XV 681 Nr. 34. — Röhricht, RH. 81 
Nr. 326. — Jaff£-L. II, Nr. 10 342 bietet diese Einzelheiten nicht. 

100. Vgl. Du Cange, Fam. d’outre mer 873—874 u. 872. — 
Röhricht, Zusätze 16 u. Anm. VII, 8. — Delaville le Roulx, Bulles 
410-411 Nr. 4. 


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schon 1160 im November unterschreibt er Urkunden 101 . 
Wilhelm von Tyrus sagt, daß Bertrand, ein natürlicher Sohn 
des Grafen von Saint-Gilles, zugleich mit anderen Ge¬ 
fangenen zurückgekehrt sei 102 . Usäma erhielt von Nur ed- 
din einen Obersten des Templerordens geschenkt, dessen 
Name als MaStüb angegeben ist 108 . Die Franken, also offen¬ 
bar die Templer selbst, hatten für seine 'Rückgabe 10000 
Denare vergeblich geboten. Usäma tauschte ihn gegen seinen 
gefangenen Bruder bei den Templern aus 104 . Es ist 
wahrscheinlich, daß es sich um Bertrand von Blanquefort 
handelte, sonst würde man schwerlich eine so hohe Summe 
geboten haben. Die Araber geben den Europäern gern 
eigene Namen je nach einem ihnen besonders auffallenden 
Merkmale und reden gelegentlich auch den Betreffenden mit 
dem von ihnen erfundenen Namen an 105 . Der vornehme 
Templer müßte demnach eine Narbe von irgendeiner Ver¬ 
wundung an sich getragen haben. 

Wilhelms Mitteilung ist kärglich. Warum redet er nicht 
von den Einzelheiten der Befreiung Bertrands? Warum be¬ 
zeichnet er ihn nicht als Templermeister? Oder warum unter¬ 
scheidet er ihn nicht ausdrücklich von dem Meister Bertrand, 
wenn er etwa einen anderen im Sinne hatte? 


101. Migne 155 Cart. du S. Sepulcre 1174—1175 Nr. 66. (Zitat 
ungenau und falsch bei Röhricht, RH. 95 Nr. 363.) Rozifcre 152 
Nr. 76, 150 Nr. 75. — Delavilte !e Roulx, Bulles 410-411 Nr. 4. 
— Vielleicht war Bert. v. B. schon 1158 oder 1159 frei. — Röhricht, 
RH. 93 Nr. 355. 

102. W. v. T. 18, 25. — Saint-Gilles heute: St. Gilles-Ies- 
Boucheries, Dep. Gard. Arrond. Nimes, Hauptort des gleichnamigen 
Kantons. 

103. Usäma 275 u. Anm. 1. 

104. Vgl. oben S. 94. 

105. Ein Mitglied des arch. Instituts in Jerusalem wurde von 
den begleitenden Arabern als Aba raljün angeredet, weil er aus 
einer Tonpfeife mit langem Rohre rauchte. Ein anderer hieß Hawiga 
läzim, weil er das Wort läzim oft brauchte; einer Abü nöm, weil 
ihn längere Ritte sehr ermüdeten. 


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Auch Odo von St.-Amand ist für diesmal wieder frei¬ 
gelassen worden; denn er unterschreibt zu *Akkä am 13. März 
1159 eine Urkunde 100 . 


8 . 

Nur ed-dln’s Niederlage durch Fürst Sohemund III. von Anti¬ 
ochien unter Beteiligung der Templer. Nur ed-dln’s Rache 

im Jahre 1163. 

Im Gebiete von Tripoli, nördlich von Beirut, an der 
Küste wurde der bisher siegreiche Nur ed-din durch Fürst 
Bohemund III. von Antiochien geschlagen, weil er zu sorg¬ 
los geworden war 107 . Er ließ reiche Beute zurück, während 
er selbst nur mit genauer Not den Verfolgern entging. 
Die Sieger bemächtigten sich der Reiditümer Nur ed-dins 
und kehrten, mit Beute beladen, in ihr Lager zurück. 

Als siegreicher Anführer neben anderen wird Gilbert 
von Lascy 108 genannt, der Präceptor der Brüder des 
Templerordens in jenen Gegenden war, ein Mann von 
Adel und in den Waffen wohl geübt. 

Die Niederlage Nür ed-dln’s soll nach Wilhelm von 
Tyrus im zweiten Jahre des Königs Amalrich stattgefunden 
haben 109 , das wäre nach seinen Angaben frühestens das Jahr 
1164 110 . Das ist aber ein Fehler; denn nach den über¬ 
einstimmenden arabischen Quellen kann nur die Zeit vom 


106. Röhricht, RH. 87-88 Nr. 336. 

107. W. v. T. 19, 8. 

108. Vgl. Perreciot, Seigneurs 329—331. — Röhricht, Amalrich I. 
S. 441. 

109. W. v. T. 19, 7, gegen Ende. Zu vergl. mit 19, 8, erste 
Zeile „interea“. 

110. W. v. T. 20, 15 (1169 das 6. Jahr der Reg. Amalrichs). 
— Ebenso Thron, des eglises d’Anjou 39. 


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10. Dezember 1162 bis zum 30. November 1163 in Betracht 
kommen 111 . 

Im übrigen ist der Hergang so gewesen, wie ihn 
Wilhelm erzählt; denn auch die arabischen Geschichts¬ 
schreiber teilen mit, daß Nür ed-dln beinahe in die Hände 
der Gegner gefallen wäre. Als er in der Eile ein Pferd be¬ 
stieg, vergaß er, das Seil zu lösen, mit dem das Tier fest¬ 
gebunden war. Aber ein Kurde hieb zum Glück die Fessel 
durch, so daß Nür ed-dln noch entfliehen konnte. 

Jedenfalls hat sich unter ihrem Präceptor eine Anzahl 
Templer am siegreichen Kampfe beteiligt, obgleich Wilhelm 
es nicht berichtet. 

Von der Rache Nür ed-dlns finden wir bei Wilhelm 
nichts, aber wir wissen, daß er sein Heer verstärkte und 
nach wenigen Monaten bei dem Kastell Härim 112 sich zeigte, 
so daß Fürst Bohemund III. von Antiochien und Fürst 
Thoros von Armenien herbeieilen mußten 113 . Nür ed-dln 
griff die Christen 1164 an und schlug sie 114 . Galfried Foucher 
schrieb Ende August desselben Jahres an Ludwig VII. von 
Frankreich 115 , daß nicht nur Bohemund und Raimund, Graf 
von Tripoli, nach Haleb als Gefangene abgeführt worden 
seien, sondern auch 60 sehr tapfere Templer den Tod in 
der Schlacht fanden, ganz abgesehen von den Servientes und 
Turkopolen. Nur sieben Templer entkamen nach seinem 
Berichte. Es ist doch auffallend, daß Wilhelm von dem 
heldenhaften Untergänge jener Templer bei Härim schweigt. 


111. Ibn al-Atlr 530—531. — Kamäl ad-dln bei Röhricht, Beitr. 
I, 321. 

112. Jetzt ein Dorf zwischen Aleppo und Antiochia i. Syr. 
— Baedeker, PaF. 339. 

113-UIbn al-Atlr 535-540. 

114. Vgl. außer Ibn al-Atlr Cinnamus i. Rec. grecs 1 290—291. 

115. Ep. reg. Ludov. VII. bei Bouquet XVI Ep. 197. — Röhricht, 
RH. 106 Nr. 404. 


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9. 

Auslieferung eines Höhlenkastells durch Templer und deren 
Bestrafung durch König Amalrich I. im Jahre 1166. 

Um 1166 116 fiel ein den Tempelherren übertragenes 
Höhlenkastell jenseits des Jordans in die Hände Slrküh’s 117 
König Amalrich von Jerusalem eilte zur Rettung herbei. 
Als er aber unterwegs erfuhr, daß es bereits den Feinden 
gehöre, wurde er von Zorn so übermannt, daß er von den 
Templern, welche das Kastell ausgeliefert hatten, ungefähr 
12 aufhängen ließ. 

Die Nachricht ist recht dürftig. Welches Höhlenkastell 
ist gemeint 118 ? Warum haben es die Templer nicht gehalten? 
Was erregte den Zorn Amalrichs so sehr, daß er Hin¬ 
richtungen vornahm? Das alles scheint Wilhelm mit Absicht 
verschwiegen zu haben, damit man nach Belieben zwischen 
den Zeilen lesen könne. Es ist doch recht bezeichnend, daß 
Wilhelm von dem heldenhaften Untergange der Templer bei 
Harim nichts sagt, den schimpflichen Tod von zwölf Templern 
durch Amalrich hier aber aufzeichnet, so daß man gezwungen 
ist, an irgendeine Gemeinheit der Ordensbrüder zu denken, 
ohne daß Licht in das geheimnisvolle Dunkel fällt. 

10 . 

König Amalrichs I. Gesandtschaft an den Kalifen 
el-‘Adid 119 in Kairo 1167. 

Im Jahre 1167 schickte König Amalrich von Jerusalem 
eine Gesandtschaft nach Kairo, zunächst an den Sultan 


116. W. v. T. 19, 11: eo anno, qui erat regni domini Amalrici 
terthis. Vgl. W. v. T. 20, 15. 

117. W. v. T. 19, 11. 

118. Vgl. Usäma 230, bes. Anm 6. — Untersuchung darüber 

bei Röhricht, Königr. 322 Anm. 1. 293 u. Anm. 2. 178. — Van 

Berchem, Notes 25-28 (410-412) 29. 

119. Kamäl ad-dln III, 536. 544-546. - Ibn Raldün 103-104. 


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Säwer 120 , der sich schon vorher fester an Amalrich ange¬ 
schlossen hatte 121 und nun auch den Kalifen zur Be¬ 
schwörung des Bündnisses veranlassen sollte; denn 
Amalrich genügten die Versprechungen Säwers nicht 122 . 
In dieser Gesandtschaft befand sich Hugo von Cäsarea als 
Sprecher und der Templer Galfried Foucher. Wilhelm be¬ 
schreibt ausführlich, wie herrlich die Räume gewesen seien, 
durch die sie bis zum Kalifen geführt wurden, und nennt 
für seinen Bericht Hugo von Cäsarea selbst als Gewährs¬ 
mann. Der Kalif versprach, den mit König Amalrich ge¬ 
schlossenen Vertrag zu halten, aber die christlichen Ge¬ 
sandten baten, er möge sein Versprechen durch Hand¬ 
schlag bekräftigen. Nach einigem Zögern reichte er wirk¬ 
lich seine Hand hin, jedoch verhüllt. Hugo von Cäsarea 
indes verlangte die unverhüllte Rechte, da man sonst ge¬ 
zwungen sei, mißtrauisch zu sein. Der Kalif erfüllte trotz 
der Empörung seiner Vertrauten auch diese Bitte und sprach 
den Eid nach, den Hugo von Cäsarea ihm vorsagte. Die 
Gesandten wurden mit reichen Geschenken entlassen 123 . 

Hugo von Cäsarea ist uns ein einwandfreier Gewährs¬ 
mann. Die gesetzlichen Anordnungen beim Erscheinen des 
Kalifen in seinem Schlosse vor Gesandten, die wir aus einer 
arabischen Quelle 124 kennen, stimmen genau zu dem aus¬ 
führlichen Berichte Wilhelms. 


— El-Qalqasandl 134. - Al-Maqrizl VI, 443 VIU, 210-211. - 
Vgl. Wilken III, 2. 82. — Michaud, BiW. IV, 127. - Röhricht, 
Amalrich I. 437. — Schlumberger, Ren. de Chat. 180. 

120. W. v. T. 19, 17. — Vgl. a. a. Kamäl ad-dln, III, 536. 

121. W. v. T. 19, 16. - Vgl. Abü Säma 132-133. - Ihn 

Haldiln 104. — Vgl. Röhricht, Königr. 323. 

* 

122. W. v. T. 19, 16: non enim sufficicns videbatur, si in eo 
soldanus se solus obligaret. 

123. W. v. T. 19, 17 und 19, 19. 

124. EI-Qalqasandl 197-199. 


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Auffallend erscheint uns nur an den bis ins einzelnste 
gehenden Mitteilungen Wilhelms, daß er über den Templer 
Oalfried Foucher gar nichts sagt. Was sollte dieser bei der 
Gesandtschaft? Hat er Hugo von Cäsarea irgendwie beein¬ 
flußt? Hat er ihn auf das merkwürdige Verhalten des Kalifen 
aufmerksam gemacht? 

Die Rolle eines Statisten wird der Templer schwerlich 
gespielt haben; denn wir kennen ihn als hochangesehenen 
Mann 120 . Mit dem Könige Ludwig VII. von Frankreich hatte 
er bereits in Briefwechsel gestanden 126 . Er war sogar selbs* 
in Frankreich bei Ludwig gewesen und hatte hier viel Ehren 
genossen. Er wird wohl der Templer gewesen sein, welcher 
einen Brief Bertrands de Blanquefort vom Herbste 1163 an 
den französischen Hof gebracht hatte und der alles Weitere 
dem Könige mündlich mitteilen sollte 127 . Jedenfalls dankte 
der Templermeister im Frühjahre 1164 dem Könige für die 
ehrenvolle und freundliche Aufnahme Galfried Fouchers 128 , 
und der letztere schickte aus Dankbarkeit mit einem Briefe 
einen Ring, den er durch Berührung mit heiligen Stätten 
Palästinas geweiht hatte 120 . 

Es ist ausgeschlossen, daß ein so hervorragender Mann 
in jener Gesandtschaft nach Kairo nicht viel bedeutete. Er 
mußte in Wirklichkeit mehr sein als nur ein Begleiter Hugos 
von Cäsarea. Gerade er wird wohl darauf gedrungen haben, 


125. 1. Mai 1151 (de Marsy, Cart. 130, Nr. 9). — Im November 
1156. Röhricht, RH. 82, Nr. 322. — Am 26. Juli 1169. Migne 155. 
1145—1148 Nr. 54. — 29. November 1160. Röhricht, RH. 93 Nr. 355. 
— 1160. Röhricht, RH. 95, Nr. 363; Roziere 152, Nr. 76; Röhricht 
RH. 95, Nr. 364. Roziere 151, Nr. 75. — Vgl. Du Cange, Farn, d’outre 
mer 874. — Rosen, Wochenbl. Nr. 9, S. 52—53. — Rey, Foucher 
259—269. 

126. S. oben I, § 12. 

127. Brief bei Migne 155. 1269—1270. Nr. 8. 

128. Ebenda. 1277-1278. Nr. 21. 

129. Migne 155. 1280—1281. Nr. 25 (Ungenaues Zitat mit 

Druckfehler bei Röhricht, RH. 105 Nr. 398). 


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daß der Vertrag mit dem Kalifen so sorgfältig als möglich 
abgeschlossen wurde. Hugo von Cäsarea dürfte eben nur 
der Sprecher gewesen sein und Galfried Foucher die Seele 
der Gesandtschaft. Ganz konnte Wilhelm von Tyrus — so 
gern er es getan zu haben scheint — die Bedeutung Galfried 
Fouchers nicht unterdrücken, und so bequemt er sich wenig¬ 
stens zu dem Geständnisse, daß er unter den „Häuptern der 
Gesandtschaft“, die nach Kairo gehen sollte, gewesen sei 130 . 


11 . 

Weigerung der Templer, sich an einem Zuge gegen 
Aegypten zu beteiligen, im Oktober 1168. 

Als König Amalrich von Jerusalem dem Vertrage zu¬ 
wider im Oktober 1168 auf ägyptisches Gebiet sich be¬ 
gab 131 , weigerten sich die Templer, ihre Macht dem Könige 
zur Verfügung zu stellen und ihm dahin zu folgen. Ent¬ 
weder ging es ihnen gegen das Gewissen, oder sie hielten 
sich aus Abneigung gegen die Spitalbrüder zurück, die sich 
dem Könige anschlossen. Es war ihnen vielleicht uner¬ 
träglich, einem Staate den Krieg zu erklären, der be¬ 
freundet erschien und der von der Treue der Christen eine 
gute Meinung hatte. Es gefiel ihnen, daß die Gegner bis¬ 
her den geschlossenen Vertrag treu gehalten hatten 132 . 

Die Weigerung der Templer ist einerseits daraus zu 
erklären, daß sie auf Grund der Bulle „Omne datum 
Optimum“ unabhängig sind. Sie brauchten also dem welt¬ 
lichen Herrscher nicht zu folgen. Das Königtum war wirk¬ 
lich nur als ein dem Abendlande entlehntes Schmuckstück 
über das lockere Gebäude gesetzt 133 . Das Reich hielt sich, 


130. W. V. T. 19, 18: in principio obeundae legationis. 

131. W. v. T. 20, 6. 

132: W. v. T. 20, 5. 

133. Cartellieri. Phil. II. Aug. Bd. 2. 27. 


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weil man gemeinsame Feinde hatte, und weil auch diese sich 
schwach erwiesen 134 . Andererseits war es den Templern 
offenbar unangenehm, gegen die Aegypter zu kämpfen, deren 
Kalif durch einen Angehörigen ihres Ordens veranlaßt worden 
war, einen Vertrag mit König Amalrich zu beschwören; denn 
in der Weigerung des Ordens, sich am Feldzuge zu be¬ 
teiligen, dürfen wir eine Bestätigung dafür erblicken, daß 
gerade Galfried Foucher nicht bloßer Mitläufer bei jener 
Gesandtschaft gewesen war 135 . 

Wilhelm von Tyrus berichtet aber die Absage der 
Templer, weil er so von ihrer Feindschaft gegen die Spital¬ 
brüder sprechen kann und weil ihr Mangel an Gemeinsinn 
deutlich zutage tritt. Wilhelm steht auf seiten des Königs 
Amalrich 136 , darum will er mit seiner scheinbar sachlichen 
Bemerkung die Templer verdächtigen. 

Die Sache wird nämlich für Wilhelm besonders schlimm, 
wenn wir den Bericht bei Abü Säma heranziehen 137 . Nach 
diesem geschieht gerade das Gegenteil von dem, was Wilhelm 
aussagt. Die Templer beteiligen sich an dem Zuge! Andere 
arabische Schriftsteller reden nur von dem Kriegszuge der 
Franken und schließen die Templer nicht aus. Alle aber geben 
dasselbe Datum wie Wilhelm für den Zug Amalrichs gegen 
Aegypten an 138 . Wir haben daher keinen Grund, daran zu 
zweifeln, daß die Templer schließlich doch teilnahmen und 
daß Wilhelm wieder einmal ungenau berichtet 139 . 


134. Vgl. Wattenbach, Papstt. 148. — Derenbcurg, Crois. d’aprfes 
Yakoat 79. 

135. Oben S. 101 ff. 

136. S. oben S. 46, bes. Anm. 15. 

137. Aba Säma 135. }' t Auf Grund Jeines ^Berichtes des Scherifs 
El-EdrlsI, der die Ereignisse in Aegypten selbst mit erlebt hatte und 
durdi König Amalrich im Hafen von ‘Akkä freigelassen worden 
war (130, 133). 

13a Ibn al-Atlr 553-554. - Abü’l-Fidä’ 36. - Ibn fjaldttn 103. 

139. a. a. gegen Dodu, Inst. mon. 232, Röhricht, Amalrich I. 
459, SdiKimberger, Campagnes 181. 


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Nach Abü Säma hielt Amalrich mit den Fürsten und 
mit den Häuptern der Templer und der Spitalbrüder zunächst 
eine langwierige Beratung ab. Die arabischen Quellen be¬ 
richten uns, daß Amalrich selbst über die Ausführung des 
Zuges zunächst zweifelhaft war, bis er sich von seinen Be¬ 
ratern überreden ließ 140 . In dieser Versammlung werden 
nun auch die Templer ihre Abneigung gegen den Zug aus¬ 
gesprochen und begründet haben 141 . Als aber der Feld¬ 
zug begann, sind sie doch nicht zu Hause geblieben. Sie 
werden schon darum sich beteiligt haben, weil ihre nicht zu 
leugnende Geldgier und ihre Zwietracht mit den Spitalbrüdern 
es nicht gestattete, daß die letzteren sich allein bei diesem 
Zuge bereicherten. 

Wilhelm gibt unseres Erachtens die Stimmung der 
Templer zwar richtig wieder, aber er unterläßt es mitzu¬ 
teilen, daß sie doch noch ihren Sinn änderten. 


12 . 

Kämpfe um Der el-Belah (Darum) und Razze (Gaza) gegen 
Ende des Jahres 1170. 

Im Dezember 1I70 142 kam §aläh ed-dTn nach Syrien 
und belagerte das Kastell Darum 143 , welches König Amal¬ 
rich I. als Zollstätte im Süden des Reiches erbaut hatte. 
Auf die Kunde hiervon eilte Amalrich mit einem Heere 
am 18. Dezember nach dem Kastell Gaza, das den Templern 
gehörte. Mit ihm verband sich eine Schar der letzteren, 
die sich zum Schutze des Kastells aufgemacht hatte. Diese 


140. Ibn al-AUr 553-554. - Ibn Haldün 103-104. 

141. W. v. T. 19, 5: . . . vires penitus ministrare aut regem 
sequi negaverunt. 

142. W. v. T. 20, 19. - Usäma 225 u. Anm. 1. - Ibn al-AUr 577. 

143. Das heutige Der el-Belah. Südlich v. Gaza am Mittel- 
meeve. Jäqut hg. v. Wüstenfeld 464. — Baedeker, Pal. 110. 


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schlugen sich, so gut sie konnten, in der Nähe der Zitadelle 
von Darum mit $ala.h ed-din, der die Unterstadt schon 
eingenommen hatte. Saläh ed-din zog sich in der darauf¬ 
folgenden Nacht in die Gegend von Razze zurück. Die 
Stadtmauern waren aber nur schwach und konnten den 
Angreifern nicht lange Widerstand leisten, darum wollte 
die Bevölkerung nach der Zitadelle fliehen. Milo von 
Plancy 144 hielt zwar mit einer Schar tapferer Leute das 
Stadttor besetzt, aber bald wurde der Haufe überwältigt, 
und ein furchtbares Blutbad begann. Die Burg selbst aber 
wurde durch die Tapferkeit der Templer gerettet. 

Wilhelm unterläßt es nicht, noch zu bemerken, daß 
die Kämpfer in der Stadt, die sich äußerst tapfer gehalten 
hatten, vergeblich in die Zitadelle zu fliehen versuchten; 
denn die Templer öffneten die Tore nicht, so daß die 
Helden unter den Streichen der Sarazenen elend zugrunde 
gingen 145 . So hebt er neben der Tapferkeit der Templer 
ihre Hartherzigkeit und Selbstsucht hervor. 

13. 

Zwei ehemalige Tempelherren. 

Als Saläh ed-din den Franken immer gefährlicher 
wurde, schickte König Amalrich 1171 im März Philipp von 
Näbulus ab, der außerhalb Palästinas zu Hilfeleistungen 
gegen Saläh ed-dTn auffordern sollte. Er kam zum grie¬ 
chischen Kaiser nach Konstantinopel. Hierbei erfahren wir, 
daß er früher Templermeister gewesen war 146 . 


144. Er stammte aus einem Geschlechte der Champagne, ver¬ 
mutlich aus Plancy i. Dep. Aube. Arr. Arcis-sur-Aube, Cant. Mery- 
sur-Seine. 

145. W. v. T. 20, 21. 

146. W. v. T. 20, 22. — 22, 5. 


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Ursprünglich hieß er Philipp de Milly. Als Laie wird 
er von Wilhelm häufig genannt 147 . Er stammte aus einem 
Adelsgeschlechte der Pikardie 148 . Den zweiten Namen hatte 
er von Näbuhis (Sichern) in Samarien 149 , das er erst später 
erwarb. Vor seinem Eintritte in den Orden war er ver¬ 
heiratet gewesen. Zwei Töchter entsprossen seiner Ehe 150 , 
abgesehen von einem Sohne (Rainier), der ohne Nach¬ 
kommenschaft starb 151 . Die eine hieß Helene, die andere 
Stephanie 152 . Diese überlebte wahrscheinlich allein den 
Vater 153 . Sie war mit Humfried von Turon 154 , dem Konne- 
table des Reiches Jerusalem, verheiratet. Der großen 
Reichsversammlung unter König Konrad III. und Ludwig VII. 
bei ‘Akkä am 24. Juni 1148 wohnte Philipp von Näbulus bei. 
Aber nichts deutet darauf hin, daß er, der damalige Laie, in 
irgendeiner Beziehung zu den Templern gestanden hätte 155 . 
Als Ordensritter wird er von Wilhelm ganz nebenbei erwähnt, 
noch dazu an einer Stelle, an der man es nicht mehr er¬ 
wartet 156 . Vermutlich wird er erst nach dem Tode seiner 
Gemahlin Isabella in den Orden eingetreten sein 157 . 

Aus einer Urkunde des Königs Amalrich I. vom 
17. Januar 1166 158 erfahren wir, daß Philipp von Milly, Herr 
von Näbulus, am Tage seines Eintrittes bei den Templern 


147. W.;v4T. 16,4, 17,1,*17,14,*17,21, 18,13, 19,22, 22,28. 

148. Du Cange, Fam. d’outre mer 875—876. — Röhricht, Zusätze 
16 und Anm. VII. 9. — Milly ist nicht genau zu bestimmen, da es 
niehrere gibt. Vielleicht im heut. D£p. Oise am Th6rain. — 

149. JaqQt hg. v. Wüstenfekl 460—461. 

150. W. v. T. 22,5. 

151. de Mas-Latrie, Seigneurs 486. — Rey, Seigneurs de Mont- 
Real 19-24. — 

152. W. v. T. 21, 4. 22, 5. 

153. Schhimberger, Ren. de Chat. 208. 

154. de Mas-Latrie, Seigneurs 487. 

155. W. v. T. 16, 29. 17, 1. 

156. W. v. T. 22, 5. Vgl. 20, 22. 

157. Rey, Seigneurs 21. — de Mas-Latrie, Seigneurs 486. 


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wichtige Gebiete dem Orden schenkte, nämlich „Haman“ 
und die dazu gehörigen Ländereien und die Hälfte 
des Gebietes von „Belcha“. König Amalrich genehmigte 
diese Schenkung. Philipp von Milly besaß, seit dem 31. Juli 
1162159 durch König Balduin III. von Jerusalem Montreal 160 , 
Kerak 161 und Ahamant 162 als Tausch für seine Besitzungen 
in Näbulus, Tyrus und Sidon. Belcha (El-Belqä) 163 gehörte, 
wie Haman (Ma‘än), jedenfalls zu seinen Besitzungen jenseits 
des Jordans. 

Da kaum anzunehmen ist, daß Amalrichs Bestätigung 
über die erfolgte Schenkung lange auf sich warten ließ, wird 
Philipp gegen Ende des Jahres 1165 in den Orden ein¬ 
getreten sein 164 . Wir müssen unser Befremden darüber aus¬ 
sprechen, daß Wilhelm eine so wichtige Schenkung und den 
Eintritt eines so bedeutenden Mannes verschweigt. 

Der Austritt Philipps aber muß Wilhelm Freude gemacht 
haben, darum erwähnt er ihn. Er sagt freilich ganz neben¬ 
bei, daß Philipp auf seine Würde als Meister vor dem Früh¬ 
jahre 1171 verzichtet hatte 165 . 

Ganz einfach kann der Hergang nicht gewesen sein, da 
eine Bulle Alexanders III. aus der Zeit zwischen dem 30. Juli 
1160 und dem 30. Juli 1174 bezw. 1176 die Prälaten auf¬ 
fordert, dafür zu sorgen, daß Templer nicht den Orden ver- 


158. Delavilte le Roulx, Chartes 183—184 Nr. 2. 

159. Ebenda, 184 Anm. 

160. Ansbert 4. — Das heutige Söbek südl. vom Tot Meere. — 
Baedeker, Pal. 156. 

161. Das heut. el-Kerak südöstl. v. d. Halbinsel el-Llsän im 
Süd. d. Ostküste d. Tot. Meeres. — Musil, Arab. Petr. I, 46—64. 
78. 79. 359-361. III, 84. 

162. Vermutlich das heutige Ma'än südöstl. v. Söbek. 

163. Etwa d. heutige Kreis (Käimmakämlik) el-Belqä mit dem 
Hauptorte es-Salt. — Ostjordanland. 

164. Gegen de Mas-Latrie, Seigneurs 486 und gegen Schlum- 
berger, R. d. Ctiät. 208. 

165. W. v. T. 20, 22. 19, 22. 


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lassen, um einem anderen beizutreten oder gar wieder welt¬ 
lich zu werden 166 . Schon die Bulle „Omne datum Optimum“ 
äußert sich in demselben Sinne 167 . Hat Philipp nur auf seinen 
Rang als Meister verzichtet und ist einfacher Tempelritter 
geworden? Dann aber würde ihn König Amalrich schwer¬ 
lich an den kaiserlichen Hof nach Konstantinopel in wich¬ 
tigen Angelegenheiten geschickt haben! Er wird also doch 
aus dem Orden endgültig geschieden sein. 

Fürst MelTI), Herrscher von Cilicien, war einst Tempel¬ 
herr gewesen 168 , scheint aber wegen seiner Nichtswürdig¬ 
keit 169 ausgestoßen worden zu sein. Er bemächtigte sich 
1171 170 der Herrschaft über Armenien und nahm, ver¬ 
mutlich aus Rache für die Ausstoßung, auch den Templern 
alle Besitzungen daselbst fort. Man bekämpfte ihn zwar, 
aber da er im Gebirge Zuflucht fand und da Nur ed-dln 
und Saläh ed-dln das Reich Jerusalem von Osten und von 
Süden bedrängten, mußte man unverrichteter Sache zurück¬ 
kehren 171 . 

Wilhelm will erkennen lassen, daß. es recht unlautere 
Elemente im Orden gab, die durch ihren Aufenthalt da¬ 
selbst nicht gebessert wurden. 

14 . 

Die Ermordung eines Assassinen im Jahre 1172. 

| Der Beherrscher der Assassinen Syriens 172 hatte den 

166. Delaville le Roulx, Bulles 411 Nr. 5. — Vgl. Jaffe-L. 
Nr. 10 807. 

167. Ferreira, Memorias II, 778. 

168. W. v. T. 20, 26. 

160. W. v. T. 20, 28: vir nequissimus. 

170. W. v. T. 20, 25. D. Jahr 1172 ist vermutlich Fehler 
d. Abschreiber. 

171. W. v. T. 20, 28 Ende. 20, 26 Schluß. 20, 27 An¬ 
fang. — Vgl. Röhricht, Amalrich I. 478. — Ders., Königr. 355. 

172. Sin&n (Ra§id ad-din). Vgl. Ouyard, Gr. mattre 35. 44 


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Templern jährlich 2000 Goldstücke 173 als Tribut zu zahlen, 
damit diese sein Gebiet in Ruhe ließen 174 . Er lernte das 
Christentum kennen, schickte einen Gesandten an König 
Amalrich und versprach, ein Christ mit den Seinen zu 
werden, wenn ihnen von den Templern der Tribut er¬ 
lassen würde und sie keine Einfälle derselben mehr zu be¬ 
fürchten brauchten. Der König traute den Versprechungen. 
Er soll sogar bereit gewesen sein, im Ernstfälle aus seinen 
eigenen Mitteln die 2000 Goldstücke dem genannten Orden 
jährlich zu zahlen 175 . Der zurückkehrende Gesandte der 
Assassinen (‘Abdallah?) 176 , wurde aber bei Tripoli ange¬ 
sichts seiner heimatlichen Berge 177 von den Templern über¬ 
fallen und getötet 178 . König Amalrich war darüber sehr 
unwillig; denn er hatte freies Geleit zugesichert und er¬ 
blickte in dieser Untat eine Majestätsbeleidigung. Er hielt 
eine Beratung ab und verlangte durch Seiher von Mamedun 
und Gottschalk von Turholdt von dem Ordensmeister Odo 
von St.-Amand Genugtuung 1173. Es wurde behauptet, 
daß ein gewisser Walter von Mesnil 179 im Einvernehmen 
mit dem Orden diese Untat vollzogen habe. Wilhelm von 
Tyrus nennt ihn einen nichtswürdigen, einäugigen Mann, 


a. a. O. — Seine Residenz in Masiäd, südwestl. von Hamäh, siidöstl. 
v. Qadmus. — Hammer S. 187. 197. — Van Berchem, Nptes 

28. 58. 59. 60. 

173. Unrichtige Angabe bei Röhricht, Beitr. II 124, Anm. 14. 

174. W. v. T. 20, 31 und 29. 

175. W. v. T. 20, 30. 

176. W. v. T. 20, 29. „Boaldelle“. — Hammer 199, „Behaed- 
dewlet“. — Quatremere, Not. hist. 353 Boaldelle = ‘Abdallah. Ebenso, 
v. Berchem, Notes 37. 

177. D. Gebirge Semmäq, welches sich nördlich an den Libanon 
anschließt und mit der Küste des Mittelmeeres gleichläuft. — Vgl. 
Hammer 187. — Guyard, Gr. mattre 28. — Dreesbach 13. — Van 
Berchem, Notes 22. 

178. W. v. T. 20, 30. 

179. Mesnil i. Arr. de Cholet (Maine et Loire). 


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der sehr hochmütig gewesen sei. Der Ordensmeister habe 
ihn schonen wollen und darum nicht ausgeliefert. 
Immerhin versicherte der Meister, den Schuldigen schon 
bestraft zu haben und ihn außerdem zur Verantwortung an 
den Papst senden zu wollen. Diese Erklärung gab der 
Meister nach Wilhelm in einer sehr hochmütigen Art. 

Der König aber traf bei Sidon Odo von St.-Amand, 
viele seiner Genossen und den Uebeltäter selbst. Er hielt 
eine Beratung mit seinen Begleitern ab und ließ den 
Schuldigen als einen Majestätsverbrecher mit Gewalt aus 
dem Ordenshause führen und zu Tyrus Ins Gefängnis 

werfen. 

Den Assassinen gegenüber beteuerte er seine Unschuld. 
Die Angelegenheit mit den Templern aber betrachtete er 
bis zu seinem Lebensende als unerledigt Er soll vor¬ 
gehabt haben, diesen Streitpunkt mit Königen und Fürsten 
des Abendlandes durch ehrenhafte Unterhändler auf das 
Sorgfältigste erörtern zu lassen, wenn er von seiner Krank¬ 
heit sich erholt hätte 180 . 

Sobald es eine bedenkliche Tat der Templer zu be¬ 
richten gilt, ist Wilhelm bei der Hand, während er sonst 
nur ganz kurz und nicht selten widerwillig zu einer Be¬ 
merkung über den Orden sich herbeiläßt. So ist es auch hier. 
Mit behaglicher Breite erzählt er den Vorgang und ver¬ 
schweigt lieber wichtige Ereignisse. 

So wissen wir, daß um 1172 die Templer eine Rolle 
spielten, als Heinrich, Herzog von Sachsen und Bayern, ins 
Heilige Land kam. Feierlichst wurde er nach seiner 
Landung bei ‘Akkä auch von den Templern nach Jerusalem 
geleitet. Mit diesen besuchte er die heiligen Stätten. Bei 
seiner Rückkehr schützte ihn der Orden mit großer Macht. 
Der Herzog war mit dem Verhalten der Templer so Äi- 


180. W. v. T. 20, 30. 


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frieden, daß er ihnen allerlei Geschenke, namentlich Waffen 
sowie 1000 M. in Silber übermittelte 181 . 

Kehren wir zu Wilhelm zurück! Seine Nachricht über 
die Assassinen ist reich an Widersprüchen. Es liegt nahe, 
zu vermuten, daß diese Sekte mit dem Christentume nur 
Handel treiben wollte, daß es jlir mit. einer Bekehrung gar 
nicht Ernst war. Es mochte sehr verlockend erscheinen, 
um den Preis der Annahme des Christentums von dem jähr¬ 
lichen Tribute an die Templer 188 befreit zu sein. War cs den 
Assassinen wirklich Ernst mit der Annahm? des christlichen 
Glaubens, so brauchten sie sich durch die Untat eines 
Templers von ihrem Vorhaben nicht zurückschrecken zu 
lassen, besonders da der König von Jerusalem deutlich genug 
gezeigt hatte, wie sehr es ihm am Herzen lag, den Frevel 
zu rächen. Obendrein galt ein Menschenleben in den Augen 
der Assassinen überhaupt nicht viel. 

Von einer späteren Verwirklichung der Absicht der¬ 
selben hören wir nichts. Es ist auch gar nicht denkbar, 
daß jene ernstlich das Christentum annehmen wollten 183 ; 
denn damit hätten sie aufgehört, Assassinen zu sein. 

Wilhelm berichtet von ihnen, daß sie in jenen Gegenden 
ungefähr 10 Kastelle besaßen und daß ihre Zahl sich auf 
etwa 60 000 Menschen belief. An der Spitze derselben stehe 
ein Magister bezw. Piäceptor, den sie Senex 184 nennten. 


181. Arnold v. Lübeck 22—23. — Vgl. Rob. v. Torigni II, 31—32. 
— Ungenau und lückenhaft ist Röhricht, Königr. 354, Anm. 4. 

182. Jac v. Vitry, histor. IO bei Bongarsius, 1142. — 
3000 Byzantiner sind wohl in 2000 zu verwandeln. Vgl. Defrfmery, 
Recherches 421. 

183. Audi Guyaid, Or. mattre, weiß aus arabischen Quellen 
nidits davon zu berichten. 

184. Das eigentliche Haupt der Assassinen, Hassan ben 'All 
und Hassan II. zu Alamut in Persien, kannten die Kreuzfahrer 
nicht. Vgl. Hammer 162 f. 203. 211. — Bürck, Marco Polo 122—127 
Anm. - Weil, Chalif. III, 206. 


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Diesem gehorchten sie blindlings. Nichts sei so hart, nichts 
so schwierig und so gefährlich, daß sie es nicht mit 
brennender Begier auszuführen versuchten. Wenn irgend¬ 
ein Fürst ihnen verhaßt war oder ihrem Stamme auch nur 
verdächtig erschien, wurde einer oder mehrere von ihnen 
mit der Ermordung desselben beauftragt. Diese kümmer¬ 
ten sich dann nicht um die Folgen ihrer Tat, sondern 
lauerten und schlichen solange umher, bis sie ihre Absicht 
ausführen konnten. Wenn einer bei seinem Vorhaben ge¬ 
tötet oder gefangen wurde, trat ein anderer an seine 
Stelle, bis der Mord gelang. Die Assassinen beneideten 
einander um entsetzliche und schwierige Aufträge 185 . 

Wunderbar, aber für orientalische Verhältnisse nicht 
unwahrscheinlich, ist die Ausbildung der Assassinen nach 
dem Berichte des venetianischen Reisenden Marco Polo 18,; . 
Kräftigen Jünglingen, die in Entbehrungen und Mühselig¬ 
keiten aller Art herangewachsen waren, bot man einen be- 
betäubenden Trank und brachte sie an einen paradiesischen 
Ort, der ihnen alle Sinnengenüsse bot, welche die Phantasie 
eines Orientalen nur ausdenken kann. Wenn er nach einem 
ihm beigebrachten neuen Schlafmittel 187 erwachte, befand 
er sich wieder an seinem früheren, armseligen Aufenthalte. 
Der Senex versicherte dem Trauernden, daß er wirklich 
im Paradiese gewesen sei und daß er dahin zurückkehren 
dürfe, wenn er blindlings jeden Befehl des Meisters aus¬ 
führe. So wurde der sehnsüchtige Jüngling ein tollkühner 
Mörder. 


185. W. v. T. 20, 31. 

186. Marco Polo I. c. 23. — Bürck, 21. 117-121 u. Anm. 
121—127. — Die Nachricht bestätigt durch Orient. Quellen. Hammer 
211. — Weil, Chal. III, 206—209. 

187. Nicht Hyoscyamus, wie Hammer 214 u. Bürck 124 Anm. 
wollen, sondern Cannabis indica. — Albu, Ursitz 211. — Müller, 
Islam II, 102, Anm. 1. 


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Sollten Leute dieser Art wirklich Lust verspürt haben, 
das Christentum anzunehmen 188 ? 

Wilhelm von Tyrus war viel zu klug, um nicht zu er¬ 
kennen, daß es sich zunächst nur um ein Geldgeschäft 
handeln konnte. Aber er war Geistlicher. Ihm mußte es als 
ein verdienstliches Werk erscheinen, einer so großen Zahl 
von Menschen christliche Lehre zu bieten. Er hatte wohl 
gehofft, daß diese mit der Zeit wirken würde, auch wenn 
der Grund zur Beschäftigung mit dem christlichen Glauben 
ursprünglich ein recht gewöhnlicher war. So drückte er 
beide Augen zu und machte den Templern einen Vorwurf, 
weil sie seine Hoffnungen durchkreuzt hatten. 

Ein Widerspruch liegt ferner darin, daß König Amal- 
rich im Ernstfälle bereit sein soll, den Templern die jähr¬ 
lich fälligen 2000 Goldstücke am Stelle der Assassinen zu 
zahlen. Ein freigebiger König! — Aber die Sache steht in 
einem unerträglichen Gegensätze zu dem von Wilhelm 
selbst immer und immer wieder hervorgehobenen Geize und 
der Geldgier desselben 189 . 

Trotz der Ausführlichkeit klafft eine bedauerliche Lücke 
in dem Berichte Wilhelms. Amalrich und die Assassinen 
beschließen über die Köpfe der Templer hinweg, die doch 
in einer sie selbst mit betreffenden Angelegenheit auch ein 
Wort zu sagen hatten. Amalrich soll bereit gewesen sein, das 
von den Assassinen zu zahlende Geld auf sich zu nehmen, 
ohne vorher mit den Templern darüber zu verhandeln! Es 
gehört viel Naivetät dazu, dergleichen zu glauben. Sicher 


188. Vgl. Arnold von Lübeck, 145—146. 274. — Vgl. auch 
Quatremere, Notice 339—376. — Hammer, 187. 194—202 (ohne 
Kritik gegen W. v. T.). 211—214. — Guyard, Gr. maitre 22—23. 
27 f. 43. — Röhricht, Etudes 625. — Müller, Islam II, 97—115. 
Dreesbach, Orient 13--19. — Cartellieri Bd. 3, 19. 20. 24. 32. 
38. 78. 115. 

189. W. v. T. 20, 7. 20, 9: (Milo de Planci) iminodcratam 
domini regis cognoscens avaritiam. 20, 10. 


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ist mit den Templern in dieser Sache gesprochen worden 190 . 
Damit wird die Tat .Walters von Mesnil gegen den Gesandten 
der Assassinen Zusammenhängen. Bloße Mordlust hat ihm 
sicher das Schwert nicht in die Hand gedrückt. Er muß 
ernstliche Gründe gehabt haben, besonders da er wissen 
mußte, daß dadurch der ganze Zorn des Königs von Jerusa¬ 
lem gegen den Orden oder doch gegen seine Person sich 
entladen werde. Wenn nun gar der Ordensmeister den 
Uebeltäter dem Könige nicht ausliefert, obgleich dieser alles 
daran setzt, so muß etwas voigekommen sein, was die Tat 
gegen den Assassinen erklärt. Wir wissen nicht, was das 
ist. Wir können es nur bedauern, daß uns Wilhelm von 
Tyrus bei einer so wichtigen Frage im Stich läßt. Es muß 
daher als voreilig bezeichnet werden, wenn man von einer 
„neuen Gemeinheit der Templer“ redet, „die das Ansehen 
des Reiches schädigte“ 191 . 


15. 

Eine Reichsversammlung zu Jerusalem unter Balduin IV. im 

Jahre 1177. 

Als der junge König Balduin IV. zu Jerusalem 
wegen Krankheit im Herbst 1177 eine Versammlung ma߬ 
gebender Persönlichkeiten einberief, befand sich auch der 
Ordensmeister der Templer, Odo von St.-Amand, unter den 
Geladenen 192 . Man beschloß, dem kürzlich im Heiligen 
Lande angekommenen Grafen Philipp von Flandern die 
Verwaltung des Königreichs zu übertragen. Dieser aber 


190. Nach W. Map, c. 22, geschah die Tat, ut aiunt, ne fides 
evaoueretur infidelium ad pads unitatem. 

191. So Röhricht, Beitr. II, 108. — Aehnlidi Prutz, Geheim¬ 
lehre 13-14. — Vgl. W. Map, c XXII. 

192. W. v. T. 21, 14. 


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lehnte den Antrag ab. Auch von einer bloßen Beteiligung 
an den Regierungsgeschäften in Verbindung mit Balduin IV. 
bezw. Raynald von Chätillon, dem Fürsten von Kerak 193 
und Montroyal 194 , wollte er nichts wissen. Als er wenig¬ 
stens mit gegen Aegypten ziehen sollte, weigerte er sich 195 . 

Sind vielleicht die Templer an dem wenig entgegen¬ 
kommenden Verhalten Philipps von Flandern schuld? Es 
wird doch berichtet, daß der Graf aus der Heimat auf¬ 
gebrochen sei, um gegen Saläh ed-d7n zu kämpfen 196 . Nun 
ergreift er die günstige Gelegenheit nicht einmal, nach 
Aegypten zu gehen, obgleich er alsbald mit $alä|j ed-dln 
dort zusammengetroffen sein würde 197 . Er soll einen Streit 
mit den Templern wenige Tage nach seiner Ankunft 198 ge¬ 
habt haben. Nahm ihm das die Lust an längerem Ver¬ 
weilen zu Jerusalem? 

Die Verstimmung kann nicht von tiefer Bedeutung ge¬ 
wesen sein, da der Graf alsbald, wie wir sehen werden, in 
Gemeinschaft mit Templern abzieht 199 . Obendrein hat nach 
Wilhelms Berichte auch der Ordensmeister für die Er¬ 
nennung Philipps von Flandern zum Reichsverweser ge¬ 
stimmt. Ausschlaggebend ist aber das Schweigen Wilhelms 
von einem Streite zwischen Philipp und den Templern. Hätte 
ein solcher Vorgelegen, würde es sich Wilhelm von Tyrus 
nicht haben entgehen lassen, die letzteren für das Scheitern 
der Pläne König Balduins IV. verantwortlich zu machen. 

Da ein Wortgefecht zwischen Templern und Philipp über 


193. El-Kerak s. oben Anm. 161. — Abbild, bei ScMumbergcr, 
R. d. Chat. zw. 224 u. 225. 192-193. 288-289. 

194. Das heutige §öbek s. oben Anm. 160. 

195. W. v. T. 21, 16. — Vgl. Johnen 87 ff. 

196. Wilh. v. Newburgh III. c. 11. 

197. Ibn al-Atlr 627. 

198. Sigeb. v. Gembloux, Cont. Aquicinct. 416. — Wilh. v. 
Newburgh s. o. Anm. 196. 

199. Vgl S. 118. 


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gewisse Pflichten gegen das Königreich geführt worden 
sein soll 200 , könnte nur eine kräftige, aber schließlich er¬ 
folglose Bearbeitung Philipps zur Annahme der Regent¬ 
schaft seitens der Templer Vorgelegen haben. Dies hat aber 
zu einem tieferen Risse zwischen beiden Parteien nicht 
geführt. 


16. 

Belagerung Härim’s durch Philipp von Flandern unter 
Beteiligung der Templer. 

Graf Philipp von Flandern unternahm noch im Herbst 
1177 einen Feldzug in die tripolitanische Gegend. Viele 
Templer begleiteten ihn 201 , ln Gemeinschaft mit Raimund 
von Tripoli, der früher für König Balduin IV. das Reich 
regiert, sich aber als unfähig erwiesen hatte, belagerte er 
die Festung Härim, zwischen Aleppo und Antiochien in 
Syrien. Fürst Bohemund III. von Antiochien unterstützte 
ihn. Da der Winter bevorstand, bauten sich die Belagerer 
Hütten und schützten ihre Niederlassung durch einen 
Graben 202 . Das Heer lebte sehr behaglich und beschäftigte 
sich mit nutzlosen Zerstreuungen. Schließlich mußte man 
unverrichteter Sache zurückkehren 205 . 

Graf Philipp verlebte Ostern im April 1178 zu Jerusalem 
und fuhr von Laodicea aus über Konstantinopel heim 204 . 

Die Belagerung FJärim’s durch den Grafen von Flandern 
berichten auch abendländische Quellen 205 . Die Templer 


200. Sigeb. v. Ciembloux, Cont. Aquicinct. 416 Anm. 3: pro 
quibusdam regni negociis orta simultate. 

201. W. v. T. 21, 18. 

202. W. v. T. 21, 19. 

203. W. v. T. 21, 25. 

204. Ebenda. 

205. Gesta reg. Henr. II. 131 u. Anm. — Rog. v. Howden 132. 


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— 11U — 

sollen an dem schlicßlichen Mißerfolge schuld gewesen sein, 
indem sie die Annahme von Geld für den Abzug der 
Truppen empfahlen 200 . Als sie aber die Münzen unter¬ 
suchten, erwiesen sie sich als vergoldetes Kupfer. — Die 
Sache klingt recht unwahrscheinlich; denn nach Ibn al-Atfr 
bieten nicht die Belagerten Geld an, sondern Malik e§-Sälih, 
der ftäriin zu besitzen wünschte-" 7 . Das vergoldete Kupfer, 
das Philipp von Flandern und sein Begleiter, Wilhelm von 
Mandevillc, Graf von Essex- 08 , erhalten haben soll, wird 
ebensowenig ernst zu nehmen sein, wie das vergoldete 
Kupfer bei der Belagerung von Damaskus- 00 . Der Bericht 
Wilhelms ist hier gewiß zuverlässiger. 


17. 

Sieg König Balduins iV. über Saläh ed-dfn bei der Ruinen¬ 
stätte Teil Gezer im November 1177. 

j Obgleich durch den Weggang des Grafen Philipp von 
j Flandern mit vielen Truppen die Heeresmacht Balduins IV. 
sehr geschwächt war, eilte letzterer doch Saläh ed-dTn ent¬ 
gegen. Templer hatte er anfangs nicht bei sieh; denn diese 
waren mit Philipp gegen Härim gezogen. Der Rest des 
Ordens in Jerusalem hatte sich nach Gaza begeben, weil 
zu befürchten stand, daß Saläh ed-dfn diese Festung zu¬ 
erst angreifen würde 210 . Als aber der König, der es trotz 
seiner geringen Truppen zu einer Entscheidungsschlacht 
bringen wollte, nach Askalon kam, schlossen sich ihm die 


— Radulf de Dicet. I, 421 f. — Sigeb. Contin. Aquicinct. 417. — 
Wilh. v. Newburgh B. III, c. XI. S. 242. 

206. Rog. v. Howden. Ebenda, Gesta reg. Hcnr. Ebenda Anm. 4. 

207. Ibn al-Atir 632 — Ibn Hallikän IV, 508. 

208. Gesla reg. Henr. I, 131. - Rad. de Dicel. I, 421. 422. — 
200. S. oben S. 85. 

210. W. v. T. 21, 20. 


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Templer aus Gaza an 211 . Odo von St.-Amand mit 
80 Templern befand sich jetzt in der Umgebung des Königs, 
und auch andere Truppenfiihrer hatten sich eingefunden. 

Das Heer Saläh ed-drns wurde am.25. November 1177 
am Nachmittage 212 in der Ebene zwischen er-Ramle 215 und 
dem südöstlich davon gelegenen Ruinenhügel Teil Gezer 214 
geschlagen. Die Truppen waren sorglos gewesen und 
hatten sich zum Plündern zerstreut, so daß, sie erst zu¬ 
sammengerufen werden mußten 215 . §aläh ed-dln selbst 
mußte trotz des Widerstandes weichen und konnte nur mit 
Mühe durch seine Leibwache gerettet werden. Die Sieger 
kehrten fröhlich und mit Beute reich beladen zurück 216 . 

Es fehlt uns nicht an Quellen, welche die Richtigkeit 
der Darstellung Wilhelms im ganzen bestätigen 217 . Nament¬ 
lich kommt hierfür Abü Säma in Betracht, der einen Augen¬ 
zeugen, ‘Imäd ed-din, den vertrautesten Genossen $aläfy ed- 
dlns, zu Worte kommen läßt. Die Gefahr, in welcher ßaläß 
ed-dln sich befand, hat letzterer selbst gelegentlich erzählt, 
und 'Imäd ed-din verdanken wir die Wiedergabe der Schilde- 


211. W. v. T. 21, 22. 

212. W. v. T. 21, 23 und 21, 22: erat autem hora diei quasi 
odava. 

213. 22 km südöstl. v. Jäfä, an d. Bahnl. Jäfä-Jerusalem. 

214. D. Hügel ist nicht hoch. In d. Gegenwart wurde die 
Trümmerstätte bekannt durch Macalisters Ausgrabungen i. Auftr. 
d. Palcstine Exploration Fund. — Kittel, die Orient. Ausgr. 48—40. 

— Hashagen, Streiflichter 1—13. — Macalister, Ausgrab. 81—88. 

— Clermont-Ganneau, Mont Gisart 351—391. Anders: Herquet, 
Doppelschlacht 256. 

215. W. v. T. 21, 22. — Vgl. Ibn al-AHr 628. — Abü Säma 
184-185. - Abft’l-Farag 387. - Abü'l-Fidä’ 47-48. 

216. W. v. T. 21, 23. 

217. Rob. v. Torigni II, 72. — Gesta reg. Henr. I, 131. — 
Ernoul 43—45. — Rog. v. Howden 132. — Rad. de Diceto I, 423. — 
Chron. Petr. Catalaun. 277. — Röhricht, Annales 432. — Sigeb. 
Cont. Aquicinct. 417. — Wilhelm v. Newburgh B. III. c. 11. — 
Behä’ ed-din 63-64. - Abü’l-Fidä’ 47. - Ibn üallikän IV, 508. 


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rung 218 . Nach AbQ Säma fand die Schiacht frühestens am 
Freitag, den 25. November 1177, statt; spätestens am Sonn¬ 
abend, den 26. 219 ; denn Saläh ed-dln kam erst am Freitag 220 
in die Gegend von er-Ramle. 

Leider teilt uns diese vorzügliche arabische Quelle von 
den Templern im einzelnen nichts mit. Wir erfahren zwar, 
daß Sähän-ääh, einer der beiden Söhne Taql ad-dlns, in 
die Hände der Templer durch die List eines Damasceners 
gefallen sei und daß er länger als 7 Jahre in Gefangenschaft 
blieb, bis der Sultan ihn für eine hohe Geldsumme loskaufte 
und dazu noch alle gefangenen Templer freiließ 221 , aber 
das geschah sicher nicht bei Teil öezer. Es wird uns dies 
gelegentlich des Kampfes nur berichtet, weil Ahmed, der 
andere Sohn Taql ad-dlns, nach tapferer Wehr in der Schlacht 
fiel 222 . 

Sicherlich haben die Templer in jenem Treffen sich 
ausgezeichnet, sonst würde Wilhelm sie wahrscheinlich gar 
nicht erwähnt haben. Die hervorragende Tapferkeit Odos 
von St.-Amand berichtet eine abendländische Quelle 223 . Sie 
vergleicht ihn mit Judas Makkabäus. Er habe mit 84 Tempel¬ 
herren den Ausschlag gegeben. Mit beispielloser Kühnheit 
hätten sie einen Reiterangriff auf die Truppen §a!äl] ed-dlns 
selbst gemacht. Weder nach rechts noch nach links hätten 
sie geschaut. Viele Gegner seien von ihnen niedergehauen 
worden. Das stimmt mit der Nachricht bei Abü Säma 224 , der 
angreifende Franken mit behenden Wölfen, mit bellenden 
Hunden und mit hell lodernden Feuerflammen vergleicht. 


218. AbQ Sama 186. 

219. Ebenda S. 184. 

220. 1. Öumada II, 573 d. H. = Freilag, der 25. Nov. 1177. 

221. AbQ Säma 185. 

222. Gegen Röhricht, Königr. 379, Anm. 1. 

223. Rad. de Dicet. I, 423. 

224. S. Anm. 221. 


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18 . 

Die Niederlage bei Sidon am 10. Juni 1179. 

Die Christen erlitten bei Saidä 225 im Juni 1179 eine 
schwere Niederlage. Sie waren nach Besiegung und Ver¬ 
treibung der Nachzügler des Heeres Saläh ed-dlns, die 
auf Beute und Plünderung ausgingen, sorglos geworden. 
Der Templermeister Odo von St.-Amand tind Graf Rai¬ 
mund III. von Tripoli hatten einen Hügelrücken erreicht. 
Im Westen sahen sie den LitänT 226 neben sich, der aus der 
Gegend von Ba'albek kommt und zwischen Saida und Sür 
(Tyrus) 227 als Nähr el-Qäsimije sich ins Mittelmeer ergießt. 
Im Osten zog sich nach Norden zu die weite Ebene 
Merg'ajjün zwischen Nähr el-Häsbänl, Jordan und 
LItänT hin 228 . Salah ed-d7n hatte zwischen Bänijäs und 
dem Nähr el-Lcddän, also auf dem Teil el-Qädi, ein Lager 
aufgeschlagen 229 . 

Er überraschte die Ritter und das Fußvolk, bevor man 
sich ordnen konnte. So wurde das Heer durch die plötzlich 
über sie herfallenden Feinde ganz zersprengt, obgleich man 
hier und da eine Zeitlang Widerstand geleistet hatte. Auch 
die Templer und Oraf Raimund wurden abgedrängt. Nur 
mit Mühe entkam König Balduin IV. unter dem Schutze 
ihm treu ergebener Ritter. Einige flohen in das Kastell 
Qal'at e§-Saqif (Beifort), welches auf dem rechten Ufer 
des LTffini lag, wo er seinen südlichen Lauf nach Westen 
ändert 230 . Dem Grafen Raimund 2 ” gelang es, nach $ür 


225. D. alte Sidon. Jetzt unbedeutend. — Baedeker, Pal. 238. 

226. D. alte Leontes. Baedeker XLVI. — Buhl, Pal. 10 — 11. 

227. S. Karte bei Baedeker, zw. 234 u. 235. 

228. W. v. T. 21, 28: locus, qui vulgo Mergium appellatur. — 
Vgl. Baedeker 227 u. 253. — Buhl, Pal. 11. 33. 35. 237- 238. 

229. Nördl. v. Hfile See. — Baedeker, Karte zw. 194 u. 195. 

230. Baedeker, 251. 

231. Ueber seine Person s. u. a. Cartellieri, Philipp II. Aug. 
Bd. 2, 30-31. 


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zu entweichen. Eine große Anzahl Christen fiel in die 
Hände Saläh ed-dlns, unter diesen der Ordensmeister der 
Templer, Odo von St.-Amand. 

Wilhelm behauptet, daß nach der Versicherung vieler 
dieser an der schmachvollen Niederlage schuld gewesen sei. 
In Fesseln und im Schmutze des Gefängnisses sei er noch 
im Jahre 1179 gestorben, aber niemand dürfe ihn betrauern. 
Er sei ein nichtswürdiger Mensch gewesen, stolz und an¬ 
maßend. Der Geist der Sinnlosigkeit habe ihn ergriffen. 
Weder Gott habe er gefürchtet, noch Verehrung gegen 
irgendeinen Menschen empfunden 232 . 

Infolge dieser Niederlage hielten sich die Templer in 
ihren Kastellen. Sie fürchteten, von den Heeren §aläh 
ed-dlns umzingelt zu werden und wagten nicht mehr, sich 
auf Zusammenstöße mit den Feinden einzulassen 233 . 

Die Darstellung der Schlacht ist durch muslimische 
Augenzeugen 234 uns viel genauer geboten worden als durch 
Wilhelm. Der Kampf fand am Sonntag, den 10. Juni 1179, 
statt 235 . Die Muslime waren vom Teil el-Qädi, dem alten 
Dan, aufgebrochen. Durch fliehende Ziegenherden wurden 
sie darauf hingewiesen, daß die Feinde in der Nähe seien. 
Sie überschritten den Flußlauf und sahen die Gegner auf 
einem Hügel. Es kann sich nur um den Hügelrücken 
handeln, der den Litäni entlang vor der Ebene Merg ‘ajjün 
sich erstreckt. 

Die Christen wurden völlig überrascht und besiegt. Die 
Zahl der Gefangenen war bedeutend. Sie mußten zum Teil 
vor den Augen Saläh ed-dins und ‘Imäd ad-drns vorüber- 

232. W. V. T. 21, 28 und 29. 

233 W. v. T. 22, 2. 

234. ‘Imäd ad-dlns, Husäm ed-din Temirek. Vgl. Ibn Abi Taiji, 
Färfi! bei Abu Säma 199. 200-202. 

235. Ibn al-Ajir, Atabecs 636. — Goergens, Quellen-Beitr. 10. — 
Abü Säma 198. 200. 201. — — Gegen Röhrich», RH. 136 Nr. 514 
Anm. 1. 154 Nr. 577, Anm. 1. 


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geführt werden; denn der letztere, dem wir diese Einzelheiten 
verdanken, sollte die Namen der Gefangenen aufschreiben. 
Wankend schritten diese vorbei und machten den Eindruck 
von Betrunkenen. Auch Odo von St.-Amand war dabei, 
der bald — wohl infolge schwerer Verwundung — im Ge¬ 
fängnis starb 236 . Seine irdischen Ueberreste wurden von 
den Templern erbeten und gegen Auslieferung eines mus¬ 
limischen Anführers hergegeben. 

In den arabischen Quellen finden wir keine Andeutung 
darüber, daß Odo von St.-Amand durch irgendeinen Fehler 
oder durdh eine Nachlässigkeit dem Gegner den Sieg er¬ 
leichtert hätte. Auch abendländische Quellen wissen nichts 
davon. Sie machen aber die Niederlage davon abhängig, 
daß die Christen die heilige Kreuzesreliquie in Tiberias 
zurückgelassen hätten. Die Gefangennahme und der Tod 
Odos ist ihnen bekannt 237 . 

Wir haben nun noch das Urteil Wilhelms über den 
Templermeister zu untersuchen. 

Odo von St.-Amand hat einst eine angesehene Stellung 
im Königreiche Jerusalem eingenommen. Seine ursprüng¬ 
liche Heimat in Frankreich ist schwerlich festzustellen 238 . 
Als Höfling König Balduins III. unterschreibt er eine Ur¬ 
kunde vom 14. Januar 1155 339 . Auch sonst finden wir seine 


236. Abu Säma 198. 200. Goergens. Quellen-Beitr. 10. 

237. Röhricht, Annales 432 u. Anm. 5. — Der „magister 
Hospitalis“ an der Jacobsfurt soll vermutlich Odo v. St.-Amand 
«ein! — Rog. v. Howden 133 u. Gesta reg. Hcnr. I, 131. — 
Ernoul 52—54. — Wilhelm von Newburgh B. III, c. 11. 

238. Weder Du Gange, Farn, d’outre mer, nodi Röhricht, 
Zusätze, versuchen die Heimat zu bezeichnen. — Es gibt 15 St.-Amand. 
Vgl. a. a. Ritter, geogr. stat. Lex. I, 70. — Vielleicht St.-A. les 
Eaux. Dep. Nord. 

239. Migne 155, 1150-1152. Nr. 56. — Röhricht, RH. 76, 
Nr. 299. — Wauters, Tabl. chron. II, 393 (a. 1156?). — Assises II. 
(Ohartes) 518—520, Nr. 35. 


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Unterschrift 240 . Als Marschall des Königs zeichnet er am 
7. Juni 1156 241 . Am 19. Juni 1157 war er mit dem 
Templermeister Bertrand von Blanquefort bei Säfed von 
den Mohammedanern gefangen genommen worden 242 . Da 
er am 13. März 1159 schon wieder eine Urkunde unter¬ 
schreibt, kann seine Gefangenschaft nicht sehr lange 
gedauert haben 243 . Nach wie vor genoß er die volle Gunst 
König Balduins III. (1142-1162); denn am 26. Juli 1160 
ist er Burgvogt von Jerusalem 244 . Am 29. November unter¬ 
schreibt er sich als Vizegraf von Jerusalem 245 . Auch die 
Würde eines königlichen Mundschenken erlangte er; denn so 
bezeichnet er sich in einer Unterschrift vom 15. Juli 1164 24ß . 

Unter diesem Titel begab er sich um 1165 in einer 
Gesandtschaft König Amalrichs I. (1162—1173) nach Kon¬ 
stantinopel an den Hof des Kaisers Manuel. Die ihm ge¬ 
stellte Aufjgabe erledigte er dort „mit Klugheit und 
Treue“ 247 . Im Sommer 1167 kehrte er zurück. Er 
landete im Hafen von Tyrus und brachte Maria Komnena, 
eine Nichte des Kaisers Manuel 248 , mit 249 . Auf die Kunde 
hiervon eilte Amalrich mit den vornehmsten Rittern und 
mit hohen Geistlichen nach Tyrus. Hier fand in der 


240. 27. Juni 1155. Röhricht, RH. 78-79 Nr. 306. 79 Nr. 307 
(13. Juli 1155). — Ebenda 79 Nr. 309. 

241. Röhricht, RH. 82, Nr. 321. 

242. S. oben S. 97. 

243. Röhricht, RH. 87 und 83 Nr. 336. 

244. Röhricht, RH. 92-93 Nr. 334. — Mignc 155, 1143—1148 
Nr. 54. — Wauters II, 423. - Assises II, 521 Nr. 36. - Rozierc 
107 Nr. 54.. 

245. Röhricht, RH. 93 Nr. 355. 

246. Migne 155, 1232—1236 Nr. 144. — Rozierc 267 Nr. 144. 
— Röhricht, RH. 105 Nr. 400. 

247. W. v. T. 20, 1. 

248. Midi. Syr. III, 258. 

249. Vgl. a. a. Willeen III, 2, 79. — Röhricht, Amalrich I. 
436— 437. — Schhimberger, Campagnes 16 17. 169—170. 


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Kathedrale die Trauung des Königs mit Maria statt 
(29. August). 

Als königlicher Mundschenk muß Odo von St.-Amand 
sehr wohltätig gewesen sein; denn wir erfahren, daß er von 
seinen Einkünften jährlich eine Anzahl Goldstücke als Al¬ 
mosen gegeben hat. König Amalrich verfügt am 4. Februar 
1171, daß dieses Geld auch fernerhin aus der Kasse des 
Mundschenkenamtes bezahlt werde, indem es zunächst dem 
Hause des heiligen Lazarus vor den Mauern der Stadt zu 
geben sei 250 . 

Demnach ist Odo von St.-Amand jetzt kein Höfling 
mehr. Er wird bereits dem Orden der Templer beigetreten 
sein. Warum er dies tat, ist uns völlig unbekannt. Vielleicht 
wirkte die Tradition seiner Familie. Schon sein Vater soll 
Templer geworden sein, während seine Mutter sich in eine 
Zelle des Benediktinerklosters Beaumont in der Nähe von 
Clermont zurückgezogen habe 251 . 

Jedenfalls finden wir Odo von St.-Amand um 1172 
(bis 73) als Ordensmeister, der Walter von Mesnil an 
König Amalrich ausliefem sollte 252 . Als Meister der 
Templer unterschreibt er in den folgenden Jahren mehrere 
Urkunden 253 . 

Auf der Reichsversammlung zu Jerusalem 1177 
stimmte er im Sinne des Königs Balduin IV. (1173—1183) 254 . 
Bei Teil Gezer gehörte er zum Gefolge des Königs und ent¬ 
schied durch seine hervorragende Tapferkeit den Kampf 
gegen Salah ed-din 255 . 

250. de Marsy, Frag. II, 2. 14-1- 145 Nr. 27. — Röhricht, 
RH. 128 Nr. 487. 

251. Chevalier, Topobibl. I, 339. Beaumont-les-Clermont (Puyde- 
Dome) abb. de Ben£dictines de St. Pierre fondce 665—674. 

252. S. oben S. 111 bis 112. 

253. 18. April 1174; Röhricht, RH. 136 Nr. 514. — 13. Dezember 
1174; 137 Nr. 518. — 1176. 144 Nr. 539. 

254. S. oben S. 116 bis 117. 

255. S. oben S. 120 bis 121. 


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Im Jahre 1178 schenkt ihm und den Templern ein ge¬ 
wisser Raimund Mansoer, Herr von Maigat, die Hälfte des 
Schlosses Brahin mit allen Einkünften; ebenso gestattet er, 
daß auch die Geschenke an den Orden Giltigkeit haben 
sollen, die etwa seine Kriegsknechte und Diener aus Liebe 
zu ihrem Herrn oder aus sonstigen Gründen schenken 
wollen 2 '’ 0 . Raimund Mansoer muß demnach das größte Ver¬ 
trauen auf Odo von St.-Amand gesetzt haben. 

Im Februar 1179 zeigt sich die Friedfertigkeit Odos von 
St.-Amand darin, daß er zu einer Beilegung der bisherigen 
harten und erbitterten Streitigkeiten zwischen Templern und 
Spitalbrüdern bereit ist und verspricht, alles zu tun, um der¬ 
gleichen nicht wieder aufkommen zu lassen 207 . Allerlei Händel 
zwischen beiden Orden waren auszufechten gewesen, sogar 
Raubzüge werden erwähnt, die von dem einen Orden gegen 
tributpflichtige Beduinenstämme des anderen unternommen 
worden waren 2 '* 8 . Sogar Papst Alexander III. hatte sich ein- 
mischen müssen 252 . 

Für künftige Fälle sollten zunächst die Präzeptoren der 
betreffenden Provinzen beider Orden unter Zuziehung der 
verständigsten ihrer Brüder zu einem Schiedsgerichte zu¬ 
sammentreten. Wenn man nichts erreichte, mußten beide 
Parteien dafür sorgen, daß befreundete Männer ein Urteil 
sprachen. Unterwerfen sich die Streitenden auch diesem 
Spruche nicht, ist die Sache vor die Ordensmeister zu bringen, 
damit diese entscheiden. 

Aus der letzten Bestimmung geht hervor, daß weder 

250. Pclaville Ic Roulx, Docum. 17—19 Nr. ft. — Prutz, Malt. 
Urk. 25 u. 41 42 Nr. 19. — Röhricht, RH. 151 Nr. 568. — Vgl. 

I>u Gange, Fam. d’outre mer 392 u. Röhricht, RH. Add. 32 Nr. 535b. 

257. Delaville Ic Roulx, Docum 19 Nr. 7. 19-20 Nr. 8. — 
Röhricht, RH. 152 Nr. 572. Nr. 573. Nr. 574. - Ders. Add. 36 
Nr. 572. 

258 Prutz, Ritterorden 60. 

259. Delaville Ic Roulx, Cartu]. I, 378-379 Nr. 558. 


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Roger des Mouiins, der Spitalbrüdermeister, noch Odo von 
St.-Amand, der Templermeister, an dem Streite schuld waren. 
Wäre aber wirklich Odo von St.-Amand an den Feindselig¬ 
keiten der beiden Orden schuld gewesen, so hätte sich 
Wilhelm von Tyrus nicht im mindesten darum gekümmert; 
denn er liebt auch den Orden der Spitalbrüder nicht. Er be¬ 
hauptet, das Haus derselben sei Gott verhaßt und eine Mutter 
aller Schandtaten 260 . 

Das harte Urteil Wilhelms über Odo von St.-Amand kann 
auch nicht aus dem Verhalten des Meisters in der Ebene 
Merg'ajjün erklärt werden. Zwar behauptet Wilhelm, daß 
Odo an der Niederlage schuld gewesen sei, aber er sagt 
nicht, inwiefern ihm ein Vorwurf gemacht werden müsse. 
Ja, er verbirgt sich mit dieser Anschuldigung hinter dem 
Urteile unbekannter Leute 261 . 

Zur Erklärung der Worte Wilhelms bleibt nur das Ver¬ 
halten Odos bei der Ermordung des Gesandten der Assas¬ 
sinen übrig 262 . Er war von König Amalrich aufgefordert 
worden, den Templer Walter von Mesnil auszuliefern. Aber 
er weigerte sich. Er durfte es; denn nach der Bulle „Omne 
datum Optimum“ 263 war der Meister in Jerusalem das Haupt 
des ganzen Ordens, und er sollte hinsichtlich seiner Entschei¬ 
dungen von keiner. Macht außerhalb der Genossenschaft, 
auch nicht vom Könige, beeinflußt werden. Es ist keine 
Frage, daß der Orden unter dem Vorsitze des Meisters 
über den Mörder allein zu verfügen hatte. — Es ist anderer¬ 
seits ersichtlich, daß Odo dem beleidigten Könige recht gab 
und den Mörder nicht in Schutz nahm; denn er versicherte, 
daß er den Schuldigen bereits bestraft habe. Er wollte so¬ 
gar noch ein Weiteres tun, um dem Könige entgegenzu- 


260. W. v. T. 18, 3. 

261. S. oben S. 123. 

262. S. oben S. 110-116. 

263. S. oben S. 72—75 und Nachtrag. 


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kommen. Er war bereit, den Mörder auch noch an die 
oberste Instanz, an den Papst, zur Aburteilung zu schicken. 
Das Verhalten Odos in dieser Sache ist durchaus korrekt. 
Der neue Templermeister würde durch nachgiebigeres Ver¬ 
halten gegen den König die Rechte des Ordens preisgegeben 
haben und unter seinen Brüdern unmöglich geworden sein. 
Obendrein hatte er sicher Gründe, nicht allzustreng gegen 
Walter von Mesnil vorzugehen 264 . 

Alles, was wir von Odo von St.-Amand wissen, zeigt 
uns einen sympathischen, charaktervollen Mann.' Dazu stimmt 
die Nachricht, daß $alä|j ed-dTn bei dem Wunsche, einen 
seiner Verwandten, den die Christen gefangen genommen 
hatten, gegen Odo auszutauschen, von diesem die Antwort 
erhielt, es sei nicht Sitte bei den Templern, für einen Ge¬ 
fangenen mehr zu geben als einen Leibgurt und ein Messer 265 . 

Wenn die Araber von Odo berichten, er sei zur Hölle 
gefahren, so beweist dies gegen unsere Meinung nichts; denn 
der Ungläubige fährt eben zur Hölle. Das ist ein Ausdruck, 
der vom Sterben der Christen bei Arabern öfter gebraucht 
wird 266 . 

Die Charakterisierung Odos durch Wilhelm ist nach 
dem, was wir über ihn wissen, ganz ungerechtfertigt und 
völlig verfehlt. 

19. 

Ein Kastell am Jordan im Besitze der Templer und dessen 
Zerstörung im August 1179. 

Nach einer Kapitelüberschrift bei Wilhelm 267 soll be¬ 
richtet werden, daß unter König Balduin IV. ein Kastell 


264. S. oben S. 116. 

265. Rob. v. Torigni II, 92. 

266. ‘Imäd ad-dln z. J. 1183, Goergens, Quellenbeitr. 44. 

267. W. v. T. 21, 26. 


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am Jordan erbaut, befestigt und den Templern zur Be¬ 
setzung und Bewahrung übeigeben worden sei. Das letztere 
erwartet man im Texte vergeblich. Es wird erst später 
gelegentlich erwähnt, daß jenes Kastell im April 1178 erbaut 
wurde 268 . Die Burg war sehr fest und in der Form eines 
Vierecks errichtet. 

Die Ueberschrift stammt sicher aus dep Feder Wilhelms. 
Vermutlich wollte er also, wie an einigen anderen Stellen, 
einen Nachtrag machen, i<st aber nicht mehr zur letzten Durch¬ 
arbeitung seines Werkes gekommen. 

Das Kastell an der Jakobsfurt hatte keinen langen Be¬ 
stand; denn $aläf] ed-dTn griff 1179 die Festung an und 
eroberte sie, obgleich ein Entsatzheer unter König 
Balduin IV. bei Tiberias sich sammelte. Das Kastell wurde 
dem Erdboden gleich gemacht; die Besatzung kam teils 
in Gefangenschaft, teils wurde sie getötet 268 . 

Die Burg wird von arabischen Schriftstellern öfter er¬ 
wähnt 269 . Ihr Bau hat selbst bei diesen Staunen erregt, 
ln einem Briefe über die Einnahme des Kastells schreibt 
einer 270 nach Bagdad, daß die Steinmassen ungeheuer waren. 
Steinblöcke von 4 Ellen ins Geviert seien etwa 20000 vor¬ 
handen gewesen, und ihre Einfügung in die Mauer habe 
offenbar viel Geld gekostet. Zwischen zwei gewaltigen 
Mauern sei eine Füllung von Bruchsteinen eingefügt gewesen, 
die der Mauer besonderen Halt gab. Große Gefängnisräume 
waren da. Lieber 100 Muslime wurden durch die Eroberung 
der Festung befreit 271 . Ein bedeutendes Waffenarsenal be¬ 
fand sich in der Burg; denn gegen 1000 Panzer wurden 
von den Muslimen erbeutet und im ganzen etwa 100000 Stück 


268. W. v. T. 21, 30. 

269. ‘Imäd ad-dln bei’Goergens.^Quellenbeitr. 5. — Fädil ebenda 
18 f. — Ibn al-Atlr 799 Anm. 636 »Beit machadat*. — Aba Sama 197. 

270. Fädil wie oben. 

271. ‘Imäd ad-din bei Goergens, Quellenbeitr. 18. 


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Eisen, wobei außer den Panzern an Schwerter, Lanzen¬ 
spitzen, Sporen und dergleichen zu denken sein wird. Für 
gewaltige Vorratsräume hatte man gesorgt; denn die Araber 
staunen über die noch vorhandenen Lebensmittel 272 . Nicht 
nur Ritter und Knappen wohnten dort, sondern auch Maurer, 
Zimmerleute, Waffenschmiede und sonstige Handwerker 273 . 

Andere orientalische Schriftsteller 274 berichten von dem 
Bau des Kastells und sagen, daß es nicht weit von der 
Jakobsfurt entfernt gelegen habe. Es ist demnach südlich 
vom Ffüle-See auf der Ostseite des Jordans zu suchen 275 . 
Auch abendländische Schriftsteller berichten von dem 
Kastell 276 . Nach Ernoul 277 haben es die Templer selbst ge¬ 
baut, während der König von Jerusalem seinen Schutz zu¬ 
sagte. Die Araber regten sich über den Bau auf. Daher 
nannten sie das Kastell „Haus des Aergemisses“ (Baitu’ 
l-ahzün) 278 . 

Da die Templer den Muslimen von der Burg aus viel 
Schaden zufügten, war $alüh e d-din gezwungen," die Festung 
zu belagern. Sie zeigte sich aber stärker, als man ange¬ 
nommen hatte, daher versprach er den Templern 60000 
Denare, wenn sie die Burg ihm ausliefern wollten. Aber 
diese dachten nicht daran, obgleich der Sultan schließlich 
100000 Denare bot 279 . 


272. 'Imäd ad-din ebenda. — Abu Säma 197. 

273. Fädil wie oben. — Abu Säma’. 208. 

274. Ibn al-Atir 632. Vgl. Atabecs 34 Anm. 3. - Abfl’l-Fidä’49. — 
Michael Syrus in Rec. arm. I, 388—389. 

275. Robinson, Paläst. III, 633. — Ritter, Erdk. 15, 1. 230—231. 

276. Wilhelm v. Nangis I, 68. — Gesta reg. Henr. I, 131. — 
Rog. v. Howden II, 133. — Rob. v. Torigni II, 92. — Wilhelm v. 
Newburgh B. III, c. 11. — Ueber die Lage vgl. Röhricht, Karten 
u. Pläne, Taf. 5. — Ders., Königr. 412, Anm. 2. 

277. Ernoul 52. 

278. ‘Imäd ad-din wie oben Anm. 396. — Abu Säma 197.- 

Derenbourg, Crois. d’apr&s Yäkoüt 82. 

279. S. Anm. 278. 


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Die schärfste Belagerung begann durch den Sultan Sonn¬ 
abend, den 25. August. Die äußere Mauer nahmen die 
Muslime bald ein, und die Templer unterhielten aus Furcht 
vor den Belagernden die ganze Nacht über Feuer hinter den 
Toren. Nur mit größter Mühe hatte der Sultan bis zum 
Sonntag Abend eine kleine Bresche in die Hauptmauer ge¬ 
legt. Diese wurde mit Holz angefüllt, und letzteres zündete 
man an. Das so zermürbte Gestein schlug man ab, um die 
Bresche zu erweitern 280 . Ein Augenzeuge 281 berichtet, daß 
nach Löschung des ersten Brandes, bei dem jeder Schlauch 
Wasser besonders bezahlt wurde, am 29. August der Vorgang 
erneuert worden sei. Inzwischen wurde gemeldet, daß die 
Christen starke Streitkfäfte in Tiberias zusammengezogen 
hätten. Dies veranlaßte die Belagerer zu besonderer Eile. 
Am 30. August stürzte die Mauer ein, und der Wind trug 
die Flammen zu den Wohnhäusern, die teilweise mit den 
Bewohnern 282 verbrannten. 

Der Befehlshaber der Burg hatte alles aufgeboten, die 
Festung zu halten 283 . Als das Feuer schon die Häuser er¬ 
griffen hatte, leistete er mit den Seinen noch immer Wider¬ 
stand in den Gräben. Schließlich mußten die Templer um 
Frieden bitten, und gegen 700 Christen wurden als Ge¬ 
fangene vor den Sultan geführt. Sie kamen nach Damaskus 
in Gewahrsam. Der Kommandant war nicht unter den Ge¬ 
fangenen; denn er hatte sich schließlich in die Flammen der 
brennenden Burg gestürzt 284 . §aläh ed-dln [bliebjan dem 
Orte, bis die Festung völlig zerstört war 285 . 

Wilhelm von Tyrus mochte offenbar nicht eingehend 


280. Ooergens, Quellenbeitr.'16—18. — Ibn al-A_tir 637-638. 

281. ‘Im3d ad-dln wie oben. 

282. Abu ’l-Farag 388. — Mich. Syr. i. Rec. arm. 389. 

283. FadilJbei^Goergens, Quellenbeitr. 18. 

284. Aba Säma 208. — Citat u. Seitenzahl bei Röhricht, Königr. 
387 Anm. 2 ungenau. 

285. Goergens, Quellenbeitr. 18. 


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von der gewaltigen Festung reden, weil er dann auch die 
Templer hätte loben müssen, die sicher alles daran gesetzt 
hatten, ein festes Bollwerk sich zu schaffen. Ganz übergehen 
konnte er die Sache nicht, darum erwähnte er zunächst 
die Uebergabe der Festung an die Templer nur in der Ueber- 
schrift eines Kapitels. Vermutlich fand er nicht gleich die ihm 
genehme Art, über die Besitzer der Festung zu sprechen. 
Unangenehm mochte es ihm sein, daß, hier bei der Belagerung 
durch Saläh ed-din die Templer sich schließlich doch nicht 
geldgierig gezeigt, sondern die wiederholt angebotene und 
erhöhte Summe ausgeschlagen hatten. Der geradezu helden¬ 
haften Verteidigung der Burg durch die Templer widmet er 
kein Wort der Anerkennung. 

Das Urteil über Wilhelms Unparteilichkeit muß, hier ver¬ 
nichtend sein. Man kann ihn nicht damit entschuldigen, daß 
er zur Zeit der Katastrophe in Rom war; denn die Einzel¬ 
heiten hat er sicher, spätestens bei seiner Rückkehr, er¬ 
fahren. Als däs Kastell erbaut wurde, war er noch im 
Heiligen Lande 286 . 


20 . 

Aufhebung eines über Antiochien verhängten Interdikts. 

Als Bohemund, Fürst von Antiochien, seine recht¬ 
mäßige Gemahlin verstoßen hatte und sich mit einer anderen 
durch einen ihm ergebenen Geistlichen hatte trauen 
lassen 287 , war über das Fürstentum das Interdikt verhängt 
worden. Auf Veranlassung König Balduins IV. von Jeru¬ 
salem wurde eine Gesandtschaft an Bohemund nach Lädiklje 
(Laodicea) am Mittelmeere geschickt, die wieder Ordnung 
schaffen sollte. In derselben befand sich außer dem Pa¬ 
triarchen Heraklius von Jerusalem unter anderen der 


286. S. oben S. 44-45. 

287. Abo M-Farag 391. 


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Ordensmeister der Templer, Arnold von Toroge. Die 
Geistlichkeit erhielt alle von Bohemund geraubten Be¬ 
sitzungen zurück, und das Interdikt wurde aufgehoben. 
Bohemund selbst freilich blieb gebannt, da er seine recht¬ 
mäßige Gemahlin nicht zurücknehmen wollte 288 . 

Was der Templermeister bei der Sache getan hat, wird 
uns von Wilhelm leider nicht berichtet. Jedenfalls hat er an 
seinem Teile alles getan, um Bohemund umzustimmen. Ueber 
seine Persönlichkeit erfahren wir von Wilhelm nichts. Am 
13. März 1179 ist er noch Ordensmeister in Spanien. Gegen 
1180 muß er Odos Nachfolger geworden sein. Am 12. Mai 
1183 schreibt Papst Lucius III. von Velletri aus an ihn 289 . 


21 . 

Ein Ver8öhnung8ver8uch zwischen König Balduin IV. und 
Wido von Lusignan im Beisein des Templermeisters. 

Ein schlimmes Zerwürfnis war zwischen dem Könige 
Balduin IV. und seinem Schwager Wido von Lusignan ent¬ 
standen, der Sibylle, die Schwester des Königs und Witwe 
des Wilhelm Langschwert v. Montferrat 290 , geheiratet 
hatte 291 . Balduin verlangte eine Ehescheidung, aber Wido 
ging nicht darauf ein. Das Zerwürfnis wurde immer be¬ 
denklicher. Als der König bei ‘Akkä sich befand, kam der 
Patriarch von Jerusalem in Begleitung der beiden Ordens- 


288. W. v. T. 22, 7. 

289. Delaville le Roulx, Bulles 413-417 Nr. 11. 417-418 
Nr. 13. — Ders., Archive» 90 Nr. XLII. — Ders., Cartulaire I, 282—283 
Nr. 408. — Vgl. Du Cange, Fam. d’outre mer 877—878. — Velletri 
südl. v. Rom i. Geb. 

290. S. Beilage II, Tafel V. 

291. W. v. T. 22, 1. — Vgl. Du Cange, Fam. d’outre mer 
24—25. — de Mas-Latrie, Comtes de Jaffa 383. 386. — Ueber seine 
Person vgl. Cartellieri, Philipp II. August, Bd. 2, 29—30. 


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meister (der Templer und der Spitalbrüder), um für den 
Grafen ein gutes Wort einzulegen. Aber der Versöhnungs¬ 
versuch scheiterte, obgleich der Patriarch sogar einen Fuß- 
fall für Wido tat. Die Bittsteller zogen sich mit Unwillen 
zurück 292 . 

Wilhelm verschweigt, daß Wido vor seiner Hochzeit zu 
Sibylle in unerlaubten Beziehungen stand und daß Balduin 
darüber so zornig war, daß er Wido steinigen lassen wollte. 
Die Templer aber und andere redeten dem Könige zu, und 
so kam es zu einer Ehe zwischen beiden 293 . Daraus er¬ 
klärt es sich, daß die Hochzeit schnell betrieben und gegen 
alle kirchliche Sitte in der Fastenzeit vor Ostern gefeiert 
| wurde 294 . 

Ein Zerwürfnis zwischen Balduin und Wido konnte auf 
Grund solcher Vorkommnisse allerdings schwere Folgen auch 
für den Templerorden haben. Wir verstehen nun die Be¬ 
teiligung des Meisters an dem Versöhnungsversuche zu¬ 
gunsten Widos von Lusignan. Er wollte das Werk, an dem 
die Templer mitgearbeitet hatten, nicht zerstört sehen. 

Wir können es Wilhelm von Tyrus nicht verargen, wenn 
er, als Anhänger des Königs, auf diesen für den Hof mehr 
als heiklen Punkt nicht eingehen mochte und daher auch 
von der Beteiligung der Templer an dem Streite nichts weiter 
bemerkt, als daß der Meister in Begleitung des Patriarchen 
von Jerusalem auftrat und mit nach ‘Akkä ging. 

22 . 

SchluBurteil über den Bericht Wilhelms. 

Die Nachrichten Wilhelms über den Orden sind lücken¬ 
haft, bisweilen entstellt oder gar falsch. Hätte Wilhelm hin- 


292. W. v. T. 23, 1. 

293. Gesta reg. Henr. I, 343. -• Otto v. S. Blasien 318. — 
Otto v. Freis. opera c. 29, S. 454. 

294. W. v. T. 22, 1. 


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sichtlich des Templerordens nur das zum tieferen Verständnis 
der allgemeinen Geschichte unbedingt Notwendige geboten, 
so wären wir dankbar, obgleich er noch viel mehr hätte mit- 
teilen können. Aber am liebsten würde Wilhelm die Templer 
überhaupt nicht erwähnt haben. Da dies nicht anging, ge¬ 
dachte er, die Entstehung des Ordens mit wenig Worten 
abzutun. Er gibt die Frömmigkeit der Stifter zu und erkennt 
die gute Absicht des Ordens in dessen erster Zeit an. Aber 
nur widerwillig erwähnt er später die Templer, wenn sie 
zu loben sind. Dagegen verweilt er gern bei ihnen, wenn 
er sie verdächtigen kann, ohne sich selbst bloß, zu stellen. 
Mit Vorliebe späht er irgendeine Schwache derselben aus, 
um sie alsbald aufzudecken und in behaglicher Breite dar¬ 
zustellen. 

Je mehr die Wirksamkeit des Ordens mit der Wilhelms 
zusammentrifft, um so absprechender wird sein Urteil. 
Er sagt: 

Nachdem die Templer lange Zeit ihre Pflichten ehren¬ 
voll und klug erfüllt hatten, ließen sie die Bescheidenheit, 
die Wächterin aller Tugenden, beiseite. Sie wurden unge¬ 
horsam gegen weltliche und geistliche Machthaber. Sie er¬ 
wiesen sich als sehr lästig 295 . 

Diesen Schlußsatz hat Wilhelm von Tyrus im weiteren 
Verlaufe seiner Geschichte erhärten wollen. 


295. W. v. T. 12, 7. 


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III. 

Begründung der unfreundlichen Stellung Wilhelms 
zum Templerorden. 

Nachdem wir gesehen haben, daß« der Erzbischof von 
Tyrus den Orden der Templer nicht liebte, müssen wir die 
Gründe für seine unfreundliche Stellung suchen. 

1 . 

Unabhängigkeit des Ordens von weltlichen Herrschern. 

Oie Templer waren in ihren inneren Angelegenheiten 
zur Zeit Wilhelms unabhängig; denn sie verwalteten ihre 
Güter selbständig, und in ihre Ordnungen ließen sie sich 
von weltlichen Großen nicht hineinreden 1 . 

Es mußte den letzteren peinlich sein, daß die Templer 
auch das Asylrecht hatten 2 . Denn auf diese Weise vermochte 
mancher sich dem strafenden Arme der Gerechtigkeit zu ent¬ 
ziehen. Wenn aber jemand es wagte, einen Menschen mit Ge¬ 
walt aus einer den Templern gehörigen Kirche herauszuholen, 
so wurde die Strafe der Exkommunikation auf Befehl des 
Papstes über ihn verhängt 3 . 


1. S. oben S. 73. — Prutz, Malt. Urk. Nr. 25. Nr. 42. Nr. 83. 
Nr. 15. 

2. Bulle Alexanders III. 1159-1170, Mai 1. — Potthast, Reg. 
Nr. 967. Malt. Urk. Nr. 329. — Vgl. Prutz, Entw. 31, Anm. 11. — 
Ders., Ritterofden 207. 

3. Jaff6-L. Nr. 11818. Nr. 13 459. 


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Die Unabhängigkeit des Ordens von den Königen Jeru¬ 
salems ergibt sich nicht bloß daraus, daß er sich weigerte, 
König Amalrich I. bei einem Feldzuge gegen Aegypten zu 
unterstützen 4 , und daß man Walter von Mesnil nicht aus¬ 
lieferte 5 , sondern auch aus Briefen des Meisters Bertrand 
von Blanquefort an König Ludwig VII. von Frankreich 6 ; denn 
nicht bloß der König von Jerusalem 7 , sondern auch der 
Meister der Templer setzt diesem die augenblickliche poli¬ 
tische Lage im Orient auseinander. Er schreibt auch, daß 
er durch dieselbe Gnade Gottes Meister der Templer ge¬ 
worden sei, wie Ludwig König von Frankreich 8 . Darin 
liegt immerhin ein gewisses Selbstbewußtsein 9 . 

Es ist eigentlich merkwürdig, daß die Templer trotz 
ihrer grundsätzlichen Unabhängigkeit nur ausnahmsweise 
nicht auf der Seite des Königs von Jerusalem stehen. «Man 
darf ihnen das aber kaum als Tugend anrechnen. Die bittere 
Notwendigkeit, gemeinsam gegen die Sarazenen vorzugehen, 
wird dieses einigermaßen erträgliche, aber nicht unbedingt 
zuverlässige Verhältnis geschaffen haben. 

Die Unabhängigkeit der Templer von weltlichen Fürsten 
mußte Wilhelm von Tyrus höchst ärgerlich sein. Da er seit 
1165 in der königlichen Kanzlei tätig war, da er als Freund 
König Amalrichs I. und als Erzieher des Kronprinzen Balduin 
dem Hofe sehr nahe stand, durfte ihn die freie Stellung der 
Templer nicht kalt lassen. Es mußte seine Mißstimmung 
hervorrufen, wenn er später als Kanzler des Reiches 10 etwa 
Verfügungen bezw. Eröffnungen an die Templer ergehen 
lassen sollte, von denen es immerhin zweifelhaft war, ob 
diese sie auch beachten würden. 


4. S. oben S. 104 ff. 

5. S. oben S. 111 ff. 

6. S. oben S. 71, Anm. 104. 

7. S. oben S. 72, Anm. 107. 

8. a. a. Bongarshis 1176 f. 

9. Gegen Gurlitt 9. 

10. S. oben S. 46. 


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2. 

Unabhängigkeit des Ordens von den Bischöfen. 

Noch mehr Mißstimmung mußte es bei dem Erzbischof 
Wilhelm erwecken, daß der Templerorden durch die Bulle 
„Omne datum Optimum“ 11 und durch sonstige Erlasse 12 
auch von den Bischöfen unabhängig geworden war 13 . Die 
letzteren verloren viel von ihrem Einflüsse, indem der Papst 
selbst Protektor des Ordens wurde 14 . 

Wir haben Nachrichten, aus denen erhellt, daß die 
Templer sich geradezu gereizt fühlten, ihre Unabhängigkeit 
von den Bischöfen zu zeigen. Gelegentlich versuchten sie 
dabei auch über die Grenzen des Erlaubten hinauszugehen. 
Dann aber war der Papst gerecht genug, sie wenigstens zu 
tadeln 15 . 

Sie scheinen in den Parochialkirchen, in welchen sie das 
Patronatsrecht erhalten hatten, öfter Geistliche über die Köpfe 
der Bischöfe hinweg eingesetzt zu haben. Auch andere 
Uebergriffe gegen die bischöfliche Autorität haben sie sich 
gelegentlich geleistet 16 . Wie sehr müssen sich die Bischöfe 
in ihrer Macht beeinträchtigt gefühlt haben, wenn sie nicht 
nur ihren Einfluß den Templern gegenüber in ihren eigenen 
Diözesen schwinden sahen, sondern auch noch hier und da 
unter dem Uebermute des Ordens litten und doch Beschützer 
und Handlanger desselben sein sollten 17 , sobald es sich nach 


11. S. oben S. 72-75. 

12. Tardif, Mon. hist. I, Nr. 434. — Prutz, Malt. Urk. Nr. 3. 
5. ö. 45. — Ders., Entw. Papstreg. Nr. 1. Nr. 6. Nr. II. S. 259—260. 

13. Dodu, Inst. mon. 232. — Rastoul, Templiers 9. — Prutz, 
Ritterorden 196-197. 215. 

14. Jaffe-L. Nr. 10897. 10807a. Nr. 11013. Nr. 13684. 

15. Migne 200, 1017 Nr. 1573. — Jaffe-L. Nr. 13 960. — 
Delaville !e Roulx, Gart. I, 327 Nr. 476. 388 Nr. 572. 

16. Jaffe-L. Nr. 13 331. — Delaville le Roulx, Cart. I, 207 
Nr. 277. 

17. Migne, 200, 690 Nr. 752. — Jaffe-L. Nr. 11817. 11818. — 


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der Forderung des Papstes nötig machte. Wenn sie aber 
Grund hatten, sich über einen Angehörigen des Ordens zu be¬ 
klagen, so waren sie eigentlich nur auf das Wohlwollen des 
Meisters oder des Papstes angewiesen; denn Papst 
Alexander III. bestimmte schon am 3. Juli 1160, daß die Erz¬ 
bischöfe und Bischöfe Leute des Ordens, die sie bei irgend¬ 
einem Vergehen betrafen, weder selbst vor ihr Gericht ziehen 
noch mit einer Geldstrafe belegen durften! 

Sicherlich sind die Bischöfe durch die Pflicht der Gast¬ 
freundschaft mehr als bisher belästigt worden, als die Templer 
durch eine Bulle vom 6. September 1160 von der Aufgabe 
befreit wurden, päpstliche Gesandte in ihren Häusern auf¬ 
zunehmen oder ihnen irgendeine Beihilfe von Geld zu geben 18 . 
Die Gesandten waren somit gezwungen, sich bei den 
Bischöfen einzuquartieren, die für eine würdige Unterkunft 
sorgen mußten, während die Templer frei ausgingen. 

Später brauchten die letzteren nicht einmal Bischöfe in 
ihren Ordenshäusern aufzunehmen; denn ein solcher durfte 
die Niederlassungen der Templer weder mit Pferden noch mit 
zahlreichem Gefolge belästigen. Er konnte kaum für sich 
selbst Aufnahme und Bewirtung verlangen 19 ; denn er sollte 
bescheiden warten, bis sie ihm angeboten wurde. Die 
Bischöfe waren somit einzig auf die Gnade des Ordens an¬ 
gewiesen und werden unter diesen Umständen am liebsten die 
Häuser der Templer ganz gemieden haben. 

Wilhelm von Tyrus mußte als Geistlicher, wie seine 
Standesgenossen, solches als eine Entwürdigung des bischöf¬ 
lichen Ansehens empfinden. Von diesem Gesichtspunkte aus 


Migne 200, 771 Nr. 852. — Jaffe-L. Nr. 11973. — Vgl. auch Migne 
200, 690. Nr. 751. Nr. 753. 774. Nr. 856. — DelaviKe le Roulx, 
Bulles 408—409 Nr. 2; 412-413 Nr. 9. 

18. Protz, Malt. Urk. Nr. 5. — Vgl. Nr. 16. 38. 45. 62 63. 
65. 69 u. 302. 

19. Protz, Entw. Papstreg. Nr. 91 S. 268. — Ders., Malt. 
Urk. Nr. 221 u. 298. — Vgl. Entw. 31. 


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durfte es ihm wie ein Unrecht Vorkommen, daß. die Templer 
von der Herrschaft des Patriarchen in Jerusalem unabhängig 
wurden, von dem sie doch die ersten Wohltaten und über¬ 
haupt die Einrichtung ihres Ordens erhalten hatten. Vor¬ 
wurfsvoll schreibt er von ihnen: Sie ließen die Bescheiden¬ 
heit beiseite und entzogen sich der Herrschaft des 
Patriarchen von Jerusalem 20 . 


3. 

Reichtum des Ordens. 

Wilhelm von Tyrus mußte, ebenso wie die übrigen Erz¬ 
bischöfe und Bischöfe, mit einem gewissen Neid auf die 
immer mehr wachsenden Reichtümer des Ordens schauen. Die 
Bischöfe werden immer wieder vom Papste aufgefordert, 
die Handlanger des Ordens bei dessen Qeldeinnahmen zu 
werden. Bald sollen sie die Templer schützen, wenn diese 
Kollekten sammeln, bald sollen sie die ihnen unterstellten Ge¬ 
meinden ermahnen, recht viel Geld dem Orden zu schenken. 
Ja sie sollen selbst Kollekten in die Hand nehmen und den 
Ertrag an diesen abliefern, indem sie dem Volke für seine 
Gaben im Namen des Papstes Ablässe versprechen 21 . In 
einer Bulle Cölestins II. vom 9. Januar 1144 22 wird von 
den Bischöfen erwartet, daß. sie allen ein Siebentel der jähr¬ 
lich verwirkten Kirchenbuße erlassen, die den Templern eine 
Zuwendung machen. Dieses Privilegium wird in Erinnerung 
an die Bulle „Omne datum Optimum“ bestätigt. 

Auch braucht der Orden weder von seiner beweglichen 
noch von seiner unbeweglichen Habe den Zehnten zu zahlen. 


20. W. v. T. 12, 7. 

21. Jaffc-L. Nr. 8478, 8821, 9383, 10 330, 10 860. — Delaville 
le Roulx, Bulles 408 Nr. 2. 409 Nr. 3. 411 Nr. 6. 413 Nr.10. 

22. Jaff6-L. Nr. 8478. — Vgl. Delaville le Roulx, Bulles 409 Nr. 2. 


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Ausdrücklich wird ihnen aber der kirchliche Zehnte be¬ 
bestätigt, der ihnen vielleicht früher von einem Bischof zu¬ 
geteilt worden ist 23 . Durch solche Anordnungen mußte 
die Kasse der Diözesen immer leerer werden, während die 
der Templer sich füllte. Die Bischöfe, und mit ihnen 
Wilhelm von Tyrus, mochten wohl zornig werden, wenn 
sie auf eine solche Entwicklung der Dinge zurückschauten. 
Wann sollten sie für die Bedürfnisse ihrer Gebiete Kollekten 
sammeln? Was sollten sie sagen, wenn der Zehnte für sie 
immer schmaler ausfiel? Man kann es sich wohl denken, 
daß mancher von ihnen sich nicht sehr beeilte, die Privi¬ 
legien der Templer nach Kräften zu unterstützen. Aber man 
kann es begreifen, wenn die Geistlichkeit den Forderungen 
der Templer zuvorzukommen suchte oder wenn sie, wie es 
später vorkam, die letzteren einfach verjagte, sobald diese 
Geld für sich einsammeln wollten 24 . Ebenso erklärlich ist 
es, wenn die Bischöfe solche Sammlungen nur unter der Be¬ 
dingung erlaubten, daß sie selbst wenigstens einen Teil des 
Ertrages erhielten 25 . Mußte doch Innocenz III. im Jahre 
1199 mit Amtsentsetzung auf einen Monat drohen, wenn die 
Bischöfe im Zorn die Kollekten sammelnden Templer aus 
ihrem Gebiete verjagten. Diese Verfügung läßt Rückschlüsse 
auf die Zeiten des Wilhelm von Tyrus zu. 

So ist es gar wohl erklärlich, wenn den Bischöfen die 
Templer als besonders habgierige Menschen erschienen. 
Ebenso dachte Wilhelm. Mit Behagen berichtet er, wenn 
ihnen einmal die Habsucht Nachteil? brachte. 

Richtig ist es jedenfalls, daß, die Templer mit dem 
Wachsen ihres Reichtums immer geldgieriger wurden 26 . Sie 


23. Delaville le Roulx, Cart. 1, 207 Nr. 276. — Ders., Bulle? 
407—408 Nr. 1. 

24. Prutz, Entw. Papstreg. Nr. 2. — Vgl. Nr. 207, Nr. 208, 
Nr. 211 und 212. 

25. Delaville le Roulx, Bulles 412 Nr. 7. 

26. W. Map, C. XXIII, S. 37. 


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benutzten schon in früher Zeit ihren Besitz, um Geldgeschäfte 
zu machen. Liehen sie doch König Ludwig VIL von Frank¬ 
reich einen Teil des Geldes, dessen er im Heiligen Lande 
bedurfte 27 . Mit Recht ist gesagt worden, daß, man aus den 
großartigen Geldgeschäften der Templer im 13. Jahrhundert 
erkennen kann, wie sie schon früher solche Gewinn 
bringende Handlungen vorgenommen haben müssen 28 . 

Mit Neid schreibt Wilhelm von Tyrus über den Besitz 
der Templer diesseits und jenseits des Meeres. Mit Neid er¬ 
klärt er, daß sie größere Reichtümer aufweisen könnten, 
als Könige. Ueber den Ausfall der bischöflichen Einnahmen 
ist er so erzürnt, daß er sagt: Die Templer „entzogen den 
Kirchen auch den Zehnten und die Erstlingsgaben. Indem 
sie ungebührlicher Weise den Besitzstand der Kirche störten, 
wurden sie sehr lästig“ 29 . 


4. 

Etwaiger Verdacht Wilhelms betreffs Häresie im Orden. 

Als ein weiterer Grund für die Abneigung Wilhelms 
gegen die Templer könnte Häresie vermutet werden 30 . Sie 
scheinen mit mohammedanischen Verhältnissen genauer ver¬ 
traut zu sein, als nötig ist. 

Ein vornehmer Araber nennt die Templer seine Freunde. 
Er besucht sie in Jerusalem. Er verrichtet in oder bei dem 
ihnen gehörigen Palaste seine Andacht. Als man ihn darin 
stören will, wird er von jerusalemischen Templern wiederholt 
in Schutz genommen 31 . — In der Gesandtschaft nach Kairo 


27. S. oben S. 71, Antn. 106. 

28. Delisle, Oplratians fin. 2. 15. — Dodu, Inst. 225—226. 

29. W. v. T. 12, 7. 

30. Prutz, Geh. Lehre 15. 51—110 u. a. — Ders., Ein neuer 
Versuch. ... 281. 

31. Usama 187—188. 


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an den Kalifen el'Atfid befindet sich der Templer Galfried 
Foucher 32 . War er etwa nur der geheime Berater Hugos von 
Cäsarea, weil er mit mohammedanischen Gebräuchen besser 
vertraut war als sonst irgendein Christ? — Verdächtig kann 
die Stellung der Templer beim Einfalle des Königs Amalrich 
in ägyptisches Gebiet erscheinen 33 . Denn während die 
Spitalbrüder ohne weiteres dem Könige sich anschließen, 
wollen sich jene von einem solchen Kampfe fern halten. — 
Die Templer liefern 1166 ein Kastell jenseits des Jordans den 
Sarazenen aus, und Amalrich läßt im Zorne 12 von ihnen 
aufhängen 34 . War ihre Haltung vielleicht zweideutig? Ist 
es nicht sehr bedenklich für ihre religiösen Anschauungen, 
wenn Wilhelm sogar einem Ordensmeister vorwirft, er habe 
Gott überhaupt nicht gefürchtet 35 ? 

Es konnten Wilhelm auch noch andere Gründe bekannt 
sein, die den Verdacht einer Abweichung von kirchlichen 
Lehren bei ihnen nahelegten. Die Kirche hält sich grundsätz¬ 
lich und selbstverständlich von allen Exkommunizierten und 
Interdizierten fern, nicht so die Templer 30 . Wenn aber solche 
Menschen mit ihnen in Berührung kamen oder gar im Orden 
aufgenommen wurden, war die Gefahr vorhanden, daß, deren 
Gesinnung auf den Orden abfärbte. 

Mußte nicht durch das dem Orden verliehene Vorrecht, 
an interdizierten Orten jährlich Gottesdienst zu halten 37 und 
Leute außer den Exkommunizierten zuzulassen, eine gegen 
kirchliche Lehren und Satzungen freiere Stellung hervor¬ 
gerufen werden, die wenigstens den Keim zu häretischen 
Gedanken und Lehren legen konnte? Wurden sie durch 


32. S. oben S. 101—104. 

33. S. oben S. 104 f. 

34. S. oben S. 101. 

35. W. v. T. 21, 20. 

36. Lat. T. regel Art. 57. 

37. Abdruck bei Wilcke 447. — Du-Puy 104. VI. — Prutz, 
Malt. Urk. Nr. 1. 


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fleißigen Gebrauch solcher Privilegien nicht in einen ge¬ 
wissen Gegensatz zur Kirche geradezu getrieben? Johann 
von Würzbutg schreibt um 1165, daß. die Templer trotz 
ihres Reichtumes weniger Almosen gäben als die Spital¬ 
brüder. Ja er spricht sogar von einem Verdachte der „per- 
fidia“, der auf ihnen geruht habe 38 . 

Den Templern wird durth Papst Innocenz 111. am 
13. September 1208 39 vorgeworfen, daß sie die kirchliche 
Sitte verletzten, indem sie für zwei bis drei Denare kirch¬ 
liche Beerdigung auf ihren eigenen Friedhöfen . Ehebrechern, 
Wucherern und anderen Leuten zusicherten, denen die Kirche 
das Begräbnis an geweihter Stätte und durch ihre Organe 
verweigere. Ferner werden sie getadelt, weil sie unter dem 
Schutze des Ordenskleides weltlichen Lüsten fröhnten und 
dämonischen Lehren huldigten und Dinge trieben, von denen 
man jetzt noch nicht sprechen wolle, um nicht mit be¬ 
sonders schweren Strafen gegen den Orden Vorgehen zu 
müssen. Solche Zustände können nicht mit einem Male auf¬ 
getreten sein. Sie müssen ihre Wurzeln in einer früheren 
Zeit haben. 

Obendrein glaubt man eine Templerbibel 40 entdeckt zu 
haben, die zur Zeit Odos von St.-Amand geschrieben sein 
müsse. Schon in der Tatsache einer Uebersetzung der Bibel 
ins Französische liege eine Verachtung des kirchlichen Her¬ 
kommens; denn wahrscheinlich habe schon damals ein Ver¬ 
bot betreffs Uebersetzung der Bibel in die Muttersprache be¬ 
standen, über das die Templer sich kühn hinwegsetzten. 

Aus dem Inhalte der Bibel soll nachgewiesen werden, 
daß man sich um die Kirchenlehre selbst wenig kümmerte, 
indem man im Gegensätze zum Herkömmlichen kühne, 
rationalistische Erklärungen des Textes bot. Es zeigten sich 


38. Tobler, Descr. T. S. 130. 

39. Schreiben an den Visitator der abendländischen Ordens¬ 
provinzen,^Wilhelm CEil'deTBceuf. Prutz, Entw. 111. 

40. Prutz, Entw. 116—126. 


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Ansichten, die mit der strengen Orthodoxie der mittelalter¬ 
lichen Kirche kaum vereinbar seien. Da nun Wilhelm von 
Tyrus sehr hart und erbittert über Odo von St.-Amand 
spreche, so habe dieser vermutlich die Bibelübersetzung ver¬ 
anlaßt und den ersten Schritt zu einer häretischen Verirrung 
des Ordens getan. Wird doch versichert, daß,^Mißbräuche 
durch einen in sarazenische Gefangenschaft geratenen Meister 
eingeführt worden seien 41 . Daraus erkläre es sich, daß 
Wilhelm mit ungewöhnlicher Feindseligkeit von Odo rede. 

Die für das Vorhandensein von Häresie angeführten 
Gründe müssen wir einzeln prüfen. 

Vertrautheit mit mohammedanischen Verhältnissen ist 
kein Beweis für Häresie. Freundschaft mit einzelnen 
Sarazenen ist ein Zeichen beiderseitiger Weitherzigkeit und 
gegenseitiger Achtung. Häresie kann man daraus nicht ab¬ 
leiten. 

Die ablehnende Stellung der Templer beim Einfälle 
König Amalrichs in ägyptisches Gebiet als verdächtig zu be¬ 
zeichnen, ist eine unhaltbare Annahme; denn da der König 
einen Waffenstillstand mit den Sarazenen bricht, steht das 
Recht auf Seiten der Templer, wenn sie sich an diesem 
Einfalle nicht beteiligen wollen. 

Am bedenklichsten könnte uns die Behauptung Wilhelms 
machen, daß, Odo von St.-Amand „Gott nicht gefürchtet 
habe“. Aber der Ausdruck verliert an Bedeutung, wenn wir 
sehen, daß Wilhelm fast wörtlich dieselben Vorwürfe den 
Spitalbrüdern macht, weil sie dieselben Privilegien genießen 
wie die Templer und daher gegen den Patriarchen von 
Jerusalem bei der Wahrung ihrer Rechte sehr übermütig 
wurden. Wilhelm sieht offenbar den Gehorsam gegen den 
Patriarchen und die Zahlung vom Zehnten an denselben als 
eine von Gott geforderte Ordnung an. Wenn man dieser 


41. Wilkins II, 361. 


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sich nicht unterwirft, hat man keine Ehrfurcht und ist Gott 
verhaßt 42 . 

Auch die Nachrichten neben den Mitteilungen Wilhelms 
geben uns keine Veranlassung zu dem Glauben, daß» Wilhelm 
die Templer nicht liebte, weil sie häretischen Anschauungen 
gehuldigt hätten. Wenn sie bei Gelegenheit der Einsamm¬ 
lung von Kollekten Interdizierten Teilnahme am Gottes¬ 
dienste boten, so benutzten sie nur ihr vom Papste zuge¬ 
sichertes gutes Sonderrecht. Wenn sie von diesem aus¬ 
giebiger Gebrauch machten, als vom Papste beabsichtigt war, 
so wurden sie auf dem Laterankonzile 1179 dafür streng 
getadelt. Wenn sie mit Interdizierten in Berührung kamen, 
so geschah dies wiederum in einer ihnen ausdrücklich er¬ 
laubten Weise. Wenn sie später für die Aufhebung der Ex¬ 
kommunikation einzelner bei d&n Bischöfen eintraten und 
diese bei sich aufnahmen, so handelten sie nicht inkorrekt 
und beriefen sich dabei auf Bernhards laus novae militiae 
Templi. Dieses Lob würde sicherlich von letzterem nicht so 
ausgiebig ausgefallen sein, wenn auch nur der Verdacht von 
häretischen Gedanken bei den Templern ihm gekommen 
wäre. Der Cluniacenserabt Petrus Venerabilis würde nicht 
so freundlich an den Meister Eberhard des Barres ge¬ 
schrieben haben und würde nicht so begeistert von der Be¬ 
deutung des Ordens gewesen sein, wenn der Verdacht von 
Häresie Vorgelegen hätte 43 . Dasselbe gilt von Geschichts¬ 
schreibern jener Zeit 44 . 

Ehe „Perfidia“ gegen Konrad III., von der Johannes 
von Würzburg spricht, kann nur Treulosigkeit bedeuten, aber 
nicht Unglauben 45 . 


42. W. v. T. 18, 3. 21, 29. 

43. Petr. Venerab. bei Migne 189, 434 Ep. XXVI. 

44. Ordericus Vitalis 423 C. 29. — Jacob v. Vitry C. 65. 

45. Tobler, Descr. T. S. 130. — Gegen Prutz, Kulturgesch. 
551-552. 


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Wenn ferner in der Drohung Innocenz* III. vom 
13. September 1208 allerlei Schlimmes angedeutet wird, so 
wird das eben nur angedeutet. Es wird von gegnerischer Seite 
sogar zugegeben, daß derlei Ausdrücke und Andeutungen 
zum kurialen Stile gehörten. Wir haben daher keine Ver¬ 
anlassung, in jenen starken Worten den Vorwurf der Häresie 
zu erblicken. 

Wenn in einem Antichristspiele aus dem 12. Jahrhundert 
von Hypocritae gesprochen wird, so ist es nur eine Ver¬ 
mutung, die in der Luft steht, daß Templer darunter gemeint 
seien. Vermag man doch als Begründung nur anzugeben, 
daß die Templer Na$r ed-dTn Näsr für 60000 Goldstücke 
verkauft hätten, obgleich er Christ werden wollte 16 ! 

Gibt nun die „Templerbibel“ uns ein Recht, das Vor¬ 
handensein häretischer Gedanken und Anschauungen im 
Orden zu behaupten? In diesem Falle könnte Wilhelm von 
Tyrus gegen Odo von St.-Amand, den angeblichen Miturheber 
dieser Bibel, eingenommen sein. Aber wir suchen dort ver¬ 
gebens häretische Gedanken. Es ist keineswegs einzigartig, 
wenn man da grobsinnliche, anthropomorphe Vorstellungen 
von Gott zurückweist. Obendrein ist diese Bibelübersetzung 
nur eine Fortführung einer bereits vorhandenen Uebersetzung 
des Hexateuch. Die Bibelübersetzung enthält nirgends etwas 
Häretisches. Auch eine Abweichung vom Dogma ist nicht zu 
finden. Es bleibt nur die Behauptung übrig, daß die Ein¬ 
leitung und die Erläuterungen in den ersten 6 Büchern bis¬ 
weilen einen Ton anschlagen und Ansichten erkennen lassen, 
„die mit der strengen Orthodoxie der mittelalterlichen Kirche 
kaum vereinbar sind“. Aber das will schließlich nicht viel 
sagen. In dem Vorhandensein einer französischen Ueber¬ 
setzung darf man noch keinen Ungehorsam gegen die Kirche 
sehen; denn die Meinung, daß schon um 1170 ein Verbot 


46. Sdierer, Antichristspiel. 450—455. — Meyer, Ludus de 
Antichrist. - ) 1—192. 


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— 119 - 

gegen Bibelübersetzung vorhanden gewesen sei, entbehrt des 
Beweises 47 . 

Ist es denn überhaupt erwiesen, daß, jene Uebersetzung 
eine Templerbibel ist? Die Schrift wird für eine Ritter¬ 
schaft hergestellt, die das Kreuz trägt und mit dem Kreuze 
Leib und Seele gewappnet hat. Wie der Heiland am Kreuze 
gestorben ist, um die Hölle zu überwinden, so sollen die 
Zugehörigen dieser Ritterschaft ihr Fleisch töten, um zu 
Gottes Herrlichkeit aufzuleben. Zu diesem Zwecke müssen 
sie zwei Tugenden üben: charite und humilite. Sie bilden 
eine „heilige Bruderschaft, welche in der Heiligung wachsen 
soll durch den süßen, freien, frommen Jesus“. 

Der Deutsch-Ritterorden kann nicht gemeint sein, da er 
eine französische Bibel natürlich nicht braucht. Man ent¬ 
schied sich für den Templerorden, weil Bernhard von Clair¬ 
vaux in seinem Lob der neuen Brüderschaft „dilectio“ und 
„devota subjedio“ 48 brauche, was den Ausdrücken „charite“ 
und humilite“ in der Bibelübersetzung genau entspreche. 
Aber diese beiden Ausdrücke passen für jeden geistlichen 
Ritterorden. Charite entspricht den Spitalbrüdern sogar noch 
viel besser als den Templern, da sie in der Krankenpflege 
charite üben. 

Die Veranlassung zur Uebersetzung haben „Meister 
Richard und Bruder Othon“ 49 gegeben. Aber einen Meister 
Richard in Jerusalem kennen wir nicht. Der Vorsteher einer 
Provinz oder eines einzelnen Hauses wird schwerlich einen 
so wichtigen Auftrag für einen nur kleinen Kreis von Rittern 
erteilen. 

Der Bruder Othon soll Odo von St.-Amand sein! Aber 
der Name Odo kommt in jener Zeit nachweislich sehr häufig 


47. Rietschet, Bibellesen 700—713, bes. S. 703. 

48. De laude nov. mit. c. 5. 

49. Pnitz, Entw. Beil. 319, letzte Zeile. 


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vor 50 . Aus einer Urkunde kennen wir sogar einen Templer 
Odo, der Odo von St.-Amand nicht ist, da außer dem ersteren 
auch der letztere mit unterschreibt 51 . Der Othon in der fran¬ 
zösischen Bibelübersetzung wird wegen seiner Tugenden ge¬ 
priesen und als ein Vorbild, das zu Gott führt, hingestellt. 
Wilhelm von Tyrus nennt Odo von St.-Amand einen nichts¬ 
würdigen Menschen. Es kann unmöglich dieselbe Person 
gemeint sein! 

Nach alledem dürfen wir nicht sagen, daß. der Erzbischof 
von Tyrus gegen den Templerorden eingenommen war, weil 
häretische Gedanken und Anschauungen im Orden seinen Un¬ 
willen erregten. 


5. 

Persönliche Mißhelligkeiten zwischen Wilhelm von Tyrus und 
dem Meister Odo von St.-Amand. 

Das scharfe Urteil Wilhelms über den Ordensmeister 
Odo von St.-Amand ist bis jetzt noch nicht erklärt; denn 
Wilhelm ist trotz seiner grundsätzlichen Abneigung gegen den 
Orden gerecht genug, einige Templer ausdrücklich wegen 
ihrer Verdienste, mehr noch wegen ihrer guten religiösen und 
sittlichen Eigenschaften zu loben 52 . 

Das Verhalten Odos von St.-Amand gegen den Assas- 
sinenmörder Walter von Mesnil war korrekt 53 . Trotzdem 
durfte sich König Amalrich schwer beleidigt fühlen. Aehnlich 
wie er muß Wilhelm von Tyrus empfunden haben; denn 
letzterer stand mit dem Hofe in enger Berührung. Die Ver- 


50. U. a. Bongarshis, Vorbem. Bogen e, Blatt 1 (Seitenzahlen 
fehlen). 

51. Privil. eocl. S. Sepulcri Iherus. 1150—1152 Nr. 56. — 
Röhricht, RH. 76 Nr. 299. 

52. W. v. T. 12, 7. 15, 6. 19, 8. 

53. S. oben II, 14. S. llOf. 


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Handlungen werden mit den Templern in dieser Angelegen¬ 
heit nicht ohne ihn geführt worden sein; denn der kranke 
König konnte die Regierungsgeschäfte schwerlich selbst er¬ 
ledigen. Die Templer mußten — etwa durch Wilhelm von 
Tyrus — gefragt werden, ob sie im Falle der Annahme des 
Christentums seitens der Assassinen auf den Tribut von 
2000 Goldstücken verzichten würden. Aber sie scheinen ge¬ 
antwortet zu haben, daß sie nicht zu verzichten gedächten, da 
an der Aufrichtigkeit der Assassinen stark zu zweifeln sei. 

Wilhelm von Tyrus war aber Geistlicher. Ihm kam die 
Christianisierung der Assassinen als ein verdienstliches Werk 
vor. Nun machten plötzlich die Templer, wie ihm schien, 
lediglich aus Geldrücksichten Schwierigkeiten. Das mußte ihn 
erzürnen und, da er sich einer guten Absicht bewußt war, 
zum Widerstand gegen die Templer anspornen. So setzte er 
dem Könige zu, die Templer nicht triumphieren zu lassen. 

Er wird König Amalrich aufgereizt haben, „die Ange¬ 
legenheit durch ehrenhafte Unterhändler mit den Fürsten des 
Abendlandes zu erledigen“ 54 . Wilhelm dachte dabei in erster 
Linie wohl an sich selbst, da er schon 1168 in Konstantinopel 
als Unterhändler gebraucht worden war. Aber es kam nicht 
so weit, da der König 1173 starb. 

Die königliche Familie kann auf die Dauer gegen Odo 
von St.-Amand nicht so erbittert gewesen sein, wie Wilhelm 
es darstellt; denn unter König Balduin IV. nimmt Odo eine 
wichtige Stellung ein 55 . Es ist demnach weniger der König 
und seine Familie zornig gewesen als Wilhelm von Tyrus. 

Die Feindschaft des letzteren gegen Odo muß. lange 
angedauert haben; denn Wilhelm schrieb seine harten Worte 
über den Meister erst um 1182 56 , also nicht im ersten Mißmut. 
Es ist anzunehmen, daß auch spätere Ereignisse seinen Zorn 


54. W. v. T. 20, 32. 

55. W. v. T. 21, 14. — S. oben S. 116f. u. S. 120 f. 

56. Prutz, Studien über W. v. T. 93—132, 


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nicht milderten. In dieser Meinung werden wir durch eine 
geschichtliche Tatsache bestärkt. 

Wilhelm von Tyrus reist H78 zum Lateran-Konzile, 
welches im Frühjahr 1179 stattfand 07 . Gegen 300 Bischöfe 
nahmen daran teil, und Wilhelm spielte dort eine sehr wich¬ 
tige Rolle 58 . Da 1177 das päpstliche Schisma zu Ende ge¬ 
gangen war, brauchte Papst Alexander III. nicht mehr so 
sehr auf die Hilfe des Ordens zu rechnen. Darum meinten 
die Bischöfe, und an ihrer Spitze Wilhelm von Tyrus, daß 
die Zeit gekommen sei, die Macht und den Einfluß des 
Templerordens beim Papste zu brechen. Auf dem Konzil 
hagelte es Vorwürfe gegen den Orden. Selbst Alexander III. 
erkannte an, daß die Templer im Hochmut und im Uebermut 
zu weit gegangen waren. Er mußte Schranken errichten. 
Der Orden wurde wieder mehr unter die bischöfliche Ge¬ 
walt gebracht, indem er Zehnten und sonstige Legate durch 
Laien nur annehmen durfte, wenn die Bischöfe ihre Zu¬ 
stimmung gaben 59 . Ferner sollten sie Pfarrer an Kirchen 
nicht ohne Genehmigung der Bischöfe anstellen, wenn ihr 
Patronat über die betreffende Kirche nicht zweifellos fest¬ 
stand. Es wurde ausdrücklich verboten, daß Leute, die an 
einem mit dem Interdikt belegten Orte starben, auf den Fried¬ 
höfen der Templer mit kirchlichen Ehren bestattet wurden 60 . 
Man scheint sogar verlangt zu haben, daß der Orden die 
Kirchen und Kirchenzehnten zurückgebe, die in neuerer 
Zeit 61 durch Schenkungen von Laien ihnen verliehen worden 
waren 62 . 

Wilhelm von Tyrus stand an der Spitze der unzufriedenen 
Bischöfe und konnte, besonders sachkundig, mit vielen Tat- 


57. Vgl. a. a. Jacob de Vorag. 41. 

58. W. v. T. 21, 26. 

59. Mansi XXI. Con. Lat. 111, 358—374, bes. c. 9. 

60. Migne 200 Ep. 1573. — JafK-L. Nr. 13331. 

61. Protz, Ritterorden 225. 

62. Mansi XXII, S. 222 c. 9. 


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Sachen zuungunsten der Templer dienen. Das Verhalten Odos 
gegen die Assassinen und gegen den König von Jerusalem 
wird er ähnlich, vielleicht noch viel härter und schärf«* dar¬ 
gestellt haben wie in seiner Geschichte. 

Es ist kaum anzunehmen, daß, Odo von St.-Amand über 
die Gefährlichkeit Wilhelms gegen den Orden im Unklaren 
war, als dieser zum Laterankonzil nach Rom reiste. Der 
Meister wird seinerseits Templer an Alexander III. geschickt 
haben, die ihre Angelegenheiten genügend erklärten und ins 
rechte Licht setzten. 

So mag Wilhelm auf jenem Konzil auch manchen Wider¬ 
spruch seitens der durch die geistlichen Ritterorden unter¬ 
richteten Kurie erlebt haben. Dies trug nicht dazu bei, seine 
Stimmung gegen die Templer zu verbessern. Jedenfalls 
lockerte das Laterankonzil die Spannung zwischen Wilhelm 
von Tyrus und Odo von St.-Amand nicht. Wilhelm mag auf¬ 
geatmet haben, als er die Nachricht empfing, daß der Ordens¬ 
meister im Gefängnisse der Sarazenen gestorben sei 63 . Unter 
dem Eindrücke des Laterankonzils und unter der Erinnerung 
an seine persönliche Feindschaft mit Odo von St.-Amand hat 
Wilhelm von Tyrus seinen Bericht über den Templerorden 
abgeschlossen. 


63. W. V. T. 21, 29. 


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Schluß. 

Wilhelm von Tyrus ist gegen den Templerorden einge¬ 
nommen, nicht weil er Häresie oder auch nur Keime von 
Häresie im Orden gekannt hätte, sondern weil ihn als Staats¬ 
mann die von weltlicher Macht unabhängige Stellung des 
Ordens befremdete, weil ihn als Bischof die Freiheit der 
Templer erbitterte, weil der immer mehr auf Kosten der 
Weltgeistlichkeit wachsende Reichtum des Ordens Mißstim¬ 
mung hervorrief und weil er mit seinem Zeitgenossen, dem 
Templermeister Odo von St.-Amand, in Feindschaft lebte. 

Wir können nach alledem eine objektive, ruhige Dar¬ 
stellung und Beurteilung der Geschichte des Ordens von ihm 
nicht erwarten. Es ist stets für den Geschichtsschreiber außer¬ 
ordentlich schwer, wenn nicht geradezu unmöglich, Ereig¬ 
nisse richtig zu beurteilen, die er selbst miterlebt. Wir sind 
Wilhelm für die Ueberlieferung mancher wertvollen Tat¬ 
sachen dankbar. Aber bedauerlich bleibt es, daß er bei seiner 
Abneigung gegen den Orden uns nur Einzelheiten bietet, wo 
wir aus der Fülle seines Wissens mehr hätten erwarten dürfen. 
Im Unmut hat er manches Ereignis verzeichnet und geradezu 
entstellt. 


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Beilage I. 

Die ursprüngliche Templerregel. 

Die Meinung, daß die französische Fassung der Regel 
die ursprüngliche sei 1 2 , ist zu bestreiten 8 . Denn auch Prutz 
konnte sie nicht durchaus aufrecht erhalten 3 . Er mußte 
wenigstens zugeben, daß die uns bekannte französische Form 
ein entwickelteres Beamtentum voraussetzt als die lateinische. 
Wir treten für eine lateinische Fassung der Regel auf dem 
Konzile von Troyes ein; denn die Konziliensprache ist die 
lateinische, und daß die Templer überhaupt kein Latein ver¬ 
standen hätten 4 , ist unzutreffend. Der heilige Bernhard hätte 
in diesem Falle sicher in französischer Sprache an den Orden 
geschrieben 5 * * . Allerdings wird man aus praktischen Gründen 
die Regel später in die französische Sprache übertragen 
haben. Daß die uns bekannte lateinische Fassung durchaus 
die ursprüngliche sei, muß freilich auch in Abrede gestellt 
werden; denn schon Artikel 21 weist auf eine spätere Zeit 
hin. Wird doch da gesagt, daß manche den weißen Mantel 

1. Prutz, Forschungen 150 163. — Gmelin, Regel d. T. 
O. 204 f. 

2. de Mas-Latrie, Lettre i M. Beugnot 397. — Curzon, Regle 
S. IV. — Knöpfler, Ordensregel 670. — Dodu, Inst. mon. 66—67. 
222—225. — Körner, Fassung der T.-Regel 4. 10. — Grützmacher, 
Tempelherren 505. 

3. Prutz, Autonomie 35—36. — Ders., Ritterorden 26. 

4. Prutz, a. a. Autonomie 221. — Ders., Ritterorden 512. 

5. Migne 182 I, 922—940. (Ep. 175 S. 336) Ep. 31 S. 133. 

Ep. 288 S. 493—494. — Vgl. Brief i. franz. Sprache über d. Templer¬ 

meister Thomas Berard in AOL. I, 390—391. 


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getragen hätten und so als Pseudotempler erschienen seien, 
während dieser erst nach dem Konzile von Troyes gegeben 
wurde 6 . 

Die ursprüngliche Regel — denn ohne eine solche war 
das Zusammenleben der „armen Ritter Christi“ unmöglich — 
hatte Hugo von Payns wohl aus Her Regel des heiligen 
Benedikt 7 zusammengestellt 8 . Verhältnismäßig geringe Ab¬ 
änderungen hatte er vorgenommen, vieles scheint er sogar 
wörtlich entlehnt zu haben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß 
der heilige Bernhard die Regel redigierte und daß der 
Patriarch Stephanus in Jerusalem noch einige Aenderungen 
gut hieß 9 . 

Die Regel, wie wir sie jetzt besitzen, verpflichtete, unter 
Voraussetzung der drei Mönchsgelübde, zu einem Leben frei 
von jedem Ueberfluß. Einfache Kleidung und kurz ge¬ 
schorenes Haar wurde verlangt. Unnützes Reden war ver¬ 
boten, ebenso Lachen und die Geltung irgendwelcher persön¬ 
lichen Vorzüge. Dem Vergnügen der Jagd sollten die Templer 
fernbleiben, besonders das Jagen mit abgerichteten Raub¬ 
vögeln war verboten. Dagegen durften sie Löwen er¬ 
legen 10 . Das mönchische Leben spielte eine wichtige Rolle. 
Für einen gestorbenen Bruder mußten z. B. 100 Vaterunser 
bis zum siebenten Tage nach seinem Tode gebetet werden. 
Wenn ziner am Gottesdienste sich nicht beteiligen konnte, 
sollte er wenigstens einige Vaterunser beten 11 . Ueberhaupt 
mußte ihr Leben dahinfließen secundum canonicam institu- 


6. Vgl. die Sorgfalt. Unters. Schnürers über d. urspr. T.-Regel. 

7. Vgl. Benedicti reg. mon. ed. Woelfflin. 

8. Nach dem Prolog hat Hugo v. Payns „modum et obser- 
vantiam exiguae inchoatidnis sui militaris ordinis“ dem Konzil von 
Troyes vorgelegt. — Mansi, Coli. XXI, 359 f. 

9. Vgl. Schnürer, T.-Regel 49. 54-59. 

10. Vielleicht sind nur gefährliche Raubtiere gemeint, da der 
Löwe in Syrien, jetzt wenigstens, nicht mehr vorkommt. 

11. Art. 3 ti. 2 d. lat. Fassung. 


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tionem ac regularium doctorum sanctae civitatis consuetudi- 
nem 12 . Bei den Mahlzeiten wurde aus der heiligen Schrift 
vorgelesen. 

Im Gegensätze zur Benediktinerregel war die Aufnahme 
von Kindern verboten 13 . Der Magister teilt jedem die 
Kleidung, die Waffen und die Pferde zu. Jedoch darf ein 
Templer nicht mehr als 3 Pferde haben. Daß die Zügel und 
die Sporen einfach sein sollen, wird in einem besonderen 
Artikel eingeschärft 14 . Frauen zu küssen, ist verboten, selbst 
wenn es sich um die eigene Mutter handelt 15 . 

Es war möglich, dem Orden auch auf Zeit anzugehören. 
Solche Ritter mußten die Waffen und das Pferd vom Orden 
erwerben und wurden von diesem verpflegt. Bei der Heim¬ 
reise aber sollte ihnen die Hälfte des für das Pferd be¬ 
zahlten Geldes zurückgegeben werden 16 . 

Vorübergehender Anschluß an den Orden ist schon früh 
möglich gewesen; denn Hugo von Payns forderte schon 
hierzu auf 17 . Ehelosigkeit scheint er von den Gastrittern 
nur für die Zeit ihres Aufenthaltes. im Orden gefordert zu 
haben. Schon um 1120 kam der verheiratete Graf Fulko von 
Anjou nach Jerusalem zu den Templern, um für seine Sünden 
zu büßen, und nach seiner Heimreise gab er ihnen jährlich 
30 Pfund Silber zur Unterstützung 18 . 

Ich glaube daher nicht, daß Schnürer recht hat. wenn 
er Artikel 32 für spätere Zutat hält, wegen der dabei vor¬ 
auszusetzenden „gefüllten Kasse der Templer“ 10 . Der Orden 


12. Art. 1. 

13. Art. 62. — Zu vgl. mit Art. 30 der Bencdict.-Regel S. 36. 

14. Art. 37. — Bei Schnürer Art. 35 S. 144. 

15. Art. 72. — Bei Schnürer Art. 70 S. 153. 

16. Art. 32. 

17. W. Map, c. 18 S. 29. 

18. Orderic. Vit. 423 c. XXIX. — Vgl. Dodu, Fulc. Hieros. 
Regn. 12-13. - Wilken II, 547-548. 

19. Schnürer, T. R. 62 und 75. 


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erwartete Schenkungen vom Tage seiner Entstehung, und 
wenn er Waffen und Pferde an die Gastritter verkaufte, so 
füllte sich doch die Kasse, oder man hatte wenigstens Geld, 
um das Nötige anzuschaffen. Erhielt ein Ritter bei der Rück¬ 
kehr die Hälfte des eingezahlten Betrages zurück, so machte 
der Orden, dem natürlich Pferde und Waffen wieder gehörten, 
noch ein gutes Geschäft. Obendrein hoffte man, daß, die Gast¬ 
ritter öfter auf die Rückzahlung auch der zweiten Hälfte des 
Preises freiwillig verzichten würden 20 . 

Besonders wichtig ist die Bestimmung über die Be¬ 
ziehung des Ordens zu Exkommunizierten. Es wird ein 
Unterschied zwischen excommunicati nominatim ac publice 
und zwischen interdicti tantum 21 gemacht. Während der Ver¬ 
kehr mit den ersteren unbedingt verboten ist, darf man mit 
letzteren in Verbindung treten. 

In der französischen Fassung der Regel wird sogar ge¬ 
sagt : „Wo ihr exkommunizierte Ritter beisammen wißt, dahin 
heißen wir euch gehen und wenn sich einer von denselben 
dem Ritterorden jenseits des Meeres anschließen will, so sollt 
ihr nicht sowohl auf den zeitlichen Vorteil sehen, als vielmehr 
sein Seelenheil im Auge haben/' Daran wird nur die Be¬ 
dingung geknüpft, daß der Ritter seine Absicht dem Bischof 
mitteile. Dieser soll alsdann den Mann lösen, damit der 
Ritter später in Jerusalem aufgenommen werde, wenn Meister 
und Brüder ihn für würdig halten. Stirbt er aber vor der 
endgültigen Aufnahme infolge von durchgemachten Strapazen, 
so wird er im Tode doch der kirchlichen Wohltaten des 
Ordens teilhaftig 22 . 


20. Art. 32 . . . medietatem prctii ipsc miles divino amore 
concedat, alteram ex comimuii fratrum, si ei placeat, recipiat. 

21. Art. 57. — Bei Schnürer Art. 55. S. 148. 

22. Curzon, Rfcgle 23—24 Art. 12. — In der lat. Fassung 
bei Mansi. Maillard de Chambure (S. 532) u. Jacquot (S. 63—64) 
Art. 64. — Franz. Fassung § VI S. 210. — Bei Knöpfler Art. 59. 
— Bei Schnürer (S. 150) Art. 63. 


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In der lateinischen Fassung steht genau das Gegenteil. 
Nur zu den nicht exkommunizierten Rittern sollen sie gehen. 
Welche von beiden Fassungen ist die ursprüngliche oder gibt 
wenigstens den Sinn der ursprünglichen wieder? Wir glauben 
nicht, daß jenes „non“ in der lateinischen Fassung fälsch¬ 
licherweise eingeschoben worden ist 23 . Denn die lateinische 
Form der Regel hat offenbar bei den Templern später eine 
viel zu geringe Rolle gespielt, als daß sich eine solche nach¬ 
trägliche Aenderung gerade hier erklären ließe. Auch ein 
Schreibfehler kann das „non“ nicht sein. Einen Solchen würde 
man sicher alsbald gemerkt und entfernt haben 24 . 

Unter den non excommunicati sind vermutlich interdicti 
tantum zu verstehen. Denn der diesen Unterschied machende 
Artikel in der lateinischen Fassung steht unmittelbar voran. 
In späterer Zeit, jedenfalls erst nach der Bulle „Omne datum 
Optimum“ scheint der Orden den Mut gewonnen zu haben, 
auch Exkommunizierte aufzunehmen 2& , weil es solche vielfach 
gegeben haben mag, die nicht eigentlich gefährlich waren zu 
einer Zeit, da Gegenpäpste Bann und Interdikt benutzten, 
um sich Geltung zu verschaffen. 

Aber auch nach der französischen Fassung sollten Ex¬ 
kommunizierte als solche nicht aufgenommen werden, 
sondern nur Leute, von denen der Bischof in aller Form 
des Rechtes den Bann genommen hat. Die Templer werden 
aber schwerlich diesbezügliche Bitten einem Bischof nahe¬ 
gelegt haben, wenn nicht Aussicht auf Erfüllung der Bitte 
vorhanden war, also nur, wenn der Mann einer Aufhebung 
des Bannes auch in den Augen des Bischofs würdig erschien; 
denn die Bischöfe hatten seit der Bulle „Omne datum Op¬ 
timum“ im allgemeinen keinen Grund, sich den 
Templern besonders freundlich zu erweisen. Andernfalls blieb 


23. Gegen Prutz, Entwickelung 12. 

24. Vgl. Körner, Fassung der T. R. 12. 

25. Gegen Prutz, Autonomie 31. 


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die Forderung bestehen, daß die Templer mit Exkommuni¬ 
zierten keinerlei Gemeinschaft haben sollten. 

Sehr lesenswert ist die Untersuchung Schnürers über 
diesen Punkt 86 . Aber ich glaube nicht, daß er recht hat, wenn 
er hier die französische Fassung als eine flüchtige und teil¬ 
weise verständnislos angefertigte Uebersetzung des latei¬ 
nischen Textes ansieht 27 . In letzterem soll das „non ex- 
communicatos“ nur „nebenbei“ zu milites gesetzt sein 28 , 
während doch für unbefangene Leser gerade dieser Zusatz 
in die Augen springt. Vor den Bischof sollten die Kandidaten 
geführt werden, um eine Art provisorischer Aufnahme in den 
Orden durch diesen vornehmen zu lassen. Aber die Stim¬ 
mung der Bischöfe gegen den Orden war doch eine feind¬ 
liche! Warum genügten dazu nicht die Templer, die als 
Vertrauensleute des Ordens zur Werbung neuer Mitglieder 
ausgeschickt waren ? Was soll die Mitwirkung eines Bischofs, 
wenn die letzte Entscheidung erst in Jerusalem durch den 
Meister und die Brüder getroffen wird? Ist ferner die vor¬ 
läufige Aufnahme vor dem Bischof wirklich ein Akt der 
„Klugheit“ 29 , „weil in der langen Zwischenzeit, welche eine 
Fahrt nach dem Orient in Anspruch nahm, die Kandidaten 
wieder anderer Meinung werden und den Gedanken des Ein¬ 
tritts in den Templerorden aufgeben konnten“? Das wäre 
doch ein recht bedenkliches Mittel, um unsichere Leute fest¬ 
zuhalten. So etwas hätte doch nur um des praktischen, zeit¬ 
lichen Nutzens willen geschehen können. Und doch sollten 
die Werber „nicht so sehr auf den zeitlichen Nutzen als viel¬ 
mehr auf das ewige Heil der Seelen sehen“! 

Obendrein muß es uns seltsam anmuten, daß die Werber 
unter normalen Rittern eine Art Seelsorge treiben sollen 


26. Schnürer, T. R 32-43. 

27. Ders., 39. 

28. Ders., 36. 

29. Schnürer, T. R. 36. 


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und in die Rechte der zuständigen Geistlichkeit eingreifen 
dürfen 30 . Ist nicht von vornherein die Frage, ob man als 
Werber an ritterlichen Zusammenkünften teilnehmen darf, 
recht weit abliegend ? Wie Soll man denn Ritter werben, wenn 
man Bedenken trägt, zu ihnen zu gehen 31 ? 

Das „misericorditer recipiatur“ soll heißen: „Man möge 
solchen Kandidaten keine weiteren Schwierigkeiten bei der 
Aufnahme machen, sie nicht noch warten lassen und ihnen 
nicht noch eine besondere Probezeit auferlegen“ 32 . Diese 
Erklärung wird gegeben, weil „misericorditer“ für normale 
Ritter eben nicht paßt. Schnürer gibt dem Worte den Sinn 
von „ausnahmsweise“. Aber auch dann will uns der Sinn 
noch nicht einleuchten. In den zur Erhärtung für die Richtig¬ 
keit solchen Verständnisses angegebenen Stellen ist das „aus¬ 
nahmsweise“ ein Nebengedanke, der weniger in „miseri¬ 
corditer“ als im Zusammenhänge liegt 33 . 

Die Fahrt nach dem Heiligen Lande würde die beste 
Probezeit abgeben. Wer soll also nach einer anderen suchen ? 
Die Tätigkeit des Bischofs wäre nach allem schließlich nur ein 
Akt der Einschüchterung für die auf der Fahrt etwa unsicher 
werdenden Kandidaten. Die Erklärung des lateinischen 
Textes bei Schnürer ist zu künstlich. Nun soll der Ueber- 
setzer ins Französische, der sicher ein Abendländer ist, da 
er vom Orden „jenseits des Meeres“ spricht, die ganze Stelle 
nicht verstanden haben. Aber ist es für einen Abendländer, 
der seine Klugheit in der geschickten andersartigen Zu¬ 
sammenstellung der einzelnen Artikel bewiesen hat 34 , so, 
schwer, den Ausdruck „fratres in ultramarinis partibus“ 
richtig zu verstehen? Das „spe subvectionis“ soll ihm so 
unklar gewesen sein, daß er es fortließ 35 . 


30. Ders., 35. 87. 

31. Ders., 35. 

32. Schnürer, T. R. 37. 

33. Ders., 37, Anm. 4. 

34. Ders., 10. 12. 

35. Schnürer, T. R. 37. 


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Viel einfacher löst sich das Rätsel, wenn wir „non ex- 
communicati“ 36 auf Grund von Artikel 57 37 im Sinne von 
„interdicti tantum“ nehmen und übersetzen: „Wenn sie nur 
wenigstens nicht exkommuniziert sind.“ Interdiziert dürfen 
sie also sein. Gibt es doch außer dem örtlichen Interdikt 
schon in alter Zeit ein persönliches, außer dem „interdidum 
offidorum divinorum“ ein „interdidum ingressus ecclesiae“, 
den Ausschluß bestimmter Personen vom Kirchenbesuche 38 . 
Dann ist der Ausdruck „non excommunicati“ nicht neben¬ 
sächlich; dann ist die ausdrückliche Aufforderung an die 
Werber, zu ihnen zu gehen, erklärt; dann ist die Beteiligung 
des Bischofs ohne weiteres verständlich, sowie die Forderung, 
nicht sowohl das zeitliche, als das ewige Heil ins Auge zu 
fassen. Nun erklärt sich eine endgültige Aufnahme in 
Jerusalem von selbst, ebenso das „misericorditer recipiatur“. 

Die französische Fassung ist dann gar keine bloße Ueber- 
setzung, sondern eine bewußte Weiterbildung 38 . Man wurde 
nach der Bulle „Omne datum Optimum“ kühner und 
ging von den interdicti tantum gelegentlich auch zu Ex¬ 
kommunizierten. Man strich also das „non“. Man ließ das 
„spe subvectionis“ fort 40 , man änderte das „illis fratribus — 
directis“. Man erwartete von dem Bischof nicht bloß das 
Anhören des Kandidaten, sondern auch die Absolution, von 
der im lateinischen Texte doch auch nichts steht. Im übrigen 


36. ln Art. 63 bei Schnürer; in Art. 59 bei Knöpfler; in Art. 64 
bei Mansi u. Maillard de Chambure (S. 532). 

37. Bei Schnürer Art. 55 S. 148; bei Maillard de Chambure 
S. 529. 

38. Richter-Dove, Kirchenrecht 659. 661—662. — Kober, Arch. 
297—304, bes. 301. — Marx, „Interdict“ in K.-Lex. v. Wctzer u. 
Welte, Bd. VI. — Perthes, Hd.-Lex. li, 205—206. — Hinschius, 
Kirchenrecht, 30—31. — Friedberg, Kirchenrecht, 295—297. 

39. Die Möglichkeit einer solchen Erklärung hat schon Körner 
gestreift, ist ihr aber nicht näher getreten. Progr. 12—13. 

40. Gegen Körner, Progr. 7. 


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hielt man sich, so gut es ging, an den alten lateinischen 
Wortlaut, den man nur ins Französische übertrug. 

Ein Zeugnis für die Richtigkeit unserer Ansicht finden 
wir in Bernhards Schrift „de laude novae militiae Templi“ 41 . 
Hier werden die Templer sehr gelobt, weil sie sich auch 
um zweifelhafte Elemente kümmern, die aus Europa herbei¬ 
kommen 42 . Außer den wenigen guten Leuten kämen mit 
irgendeinem Vergehen Behaftete, die sich gegen die Kirche 
vergangen hätten, Räuber, Schänder heiliger Einrichtungen, 
Totschläger, Meineidige, Ehebrecher, von deren gründlicher 
Besserung, die demnach als feste Bedingung angesehen wird, 
offenbar doppelter Vorteil komme. So werde eine zwiefache 
Freude hervorgerufen. Die einen jubelten über den Weggang 
solcher Menschen, die anderen (die Templer) über ihre An¬ 
kunft, da sie sich beeilten, denselben zu helfen. So seien die 
Templer auf beiden Seiten nützlich, indem sie die Europäer 
vor (weiterem) Schaden schützten und die Verbrecher doch 
auch nicht vernichteten. Europa verliere seine grausamsten 
Verwüster, Palästina nehme sie fröhlich auf als sehr zuver¬ 
lässige Verteidiger des Landes. 

Daraus ergibt eich, daß die Templer in der Tat mit allerlei 
zweifelhaften Menschen in Berührung kamen und ihnen zu 
helfen suchten. Leider werden jene Ankömmlinge nicht aus¬ 
drücklich Exkommunizierte oder Interdizierte genannt. Ver¬ 
mutlich ist aber an die letzteren zu denken; denn so kräftige 
Ausdrücke wie scelerati, impii, periuri und sacrilegi sind von 
Bernhard nur um des rhetorischen Erfolges willen gewählt. 
Jedenfalls sind Leute gemeint, denen eine Pilgerfahrt nach 
Jerusalem als Kirchenstrafe auferlegt worden ist 43 . Hoff¬ 
nungslos schlechte Menschen können keinesfalls gemeint sein, 


41. Migne, 182, 922-940. 

42. Ebenda Cap. 5. S. 928. 

43. Röhricht, Pilgerfahrten, 354. — Ders. Deutsche Pilger¬ 
reisen 5. 


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sonst hätte Bernhard von Clairvaux selbst über den zu 
lobenden Orden stutzig werden müssen. Immerhin beweist 
dies, daß man sich schon zu Troyes über die Aufnahme 
solcher Leute klar werden mußte; denn die Schrift Bernhards 
stammt aus einer unmittelbar auf das Konzil von Troyes 
folgenden Zeit 44 . 

Das Leben der Templer, das Bernhard in seiner Schrift 
lobt, erscheint in demselben Lichte, wie nach den Bestim¬ 
mungen des Konzils von Troyes. Dabei muß man freilich 
wiederum von dem Rhetorischen absehen, das hier und da 
übertreibende Ausdrücke veranlaßt 45 . Es würden nur Wieder¬ 
holungen sein, wenn wir die Lebensgewohnheiten der 
Templer nach dieser Schrift anführen wollten. Ein besonderer 
Vorzug der Templer besteht nach Bernhard noch im Wohnen 
an heiliger Stätte 46 . Diese Schrift stützt sich öffenbar auf die 
Bestimmngen des Konzils. 

So spricht der heilige Bernhard in Erinnerung daran, 
daß die Templer auch zu Interdizierten gehen durften, um 
daselbst zu werben, von scelerati, periuri, sacrilegi usw. 
Seine Schrift mit so starken Ausdrücken mußte aber nach 
Empfang der Exemtionsibulle „Omne datum Optimum“ ge¬ 
radezu aufreizen, sich unter Umständen auch zu Exkommuni¬ 
zierten zu begeben, wie die französische Fassung der Regel 
zeigt. 


44. Gegen Prutz, Forschungen 152 u. 163. — Sdion in Autonomie 
43 gibt er zu, daß die Sdirift vor dem Konzil v. Troyes nicht ent¬ 
standen sein kann. Die Zeit von 1130 oder 1131 erscheint mir 
zu spät (S. 70). — Schnürer, 57—58, setzt wohl mit Recht den Traktat 
zwischen 1128 u. 1129. Vgl. dagegen Organisation 518. 

45. Bern. Laud. mit. C. 4, S. 925—927. 

46. Ebenda C. 5—13, S. 927—940. — Seltsam ist die Be¬ 
merkung bei Röhricht, Königr. 145, Anm. 5, daß Bernhards de 
laude novae militiae eine allegorische Deutung der heiligen Stätten 
Jerusalems und des heiligen Landes bedeute. Das ist doch gewiß 
nicht die Hauptsache in dem Traktat. 


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Nun ist freilich nicht anzunehmen, daß die Templer zu 
Lebzeiten des heiligen Bernhard, also bald nach der Exemtion 
vom 29. März 1139 47 , mit Exkommunizierten schon in Ver¬ 
bindung traten und sich dabei auf die „Räuber, Schänder 
heiliger Einrichtungen, Totschläger, Meineidigen und Ehe¬ 
brecher“ in Bernhards: Schrift de Faude novae militiae be¬ 
riefen 48 ; denn dieser wollte von Exemtionen überhaupt nichts 
wissen 42 , und sicher würde er sich gesträubt haben, jene 
Worte auf Exkommunizierte beziehen zu Tassen. Die Templer 
hätten also schon bei einem derartigen Versuche fürchten 
müssen, eine Erklärung Bernhards zu ihren Ungunsten zu 
bewirken. Auch nach der Erneuerung der Exemtion durch 
Papst Anastasius IV. am 17. Februar 1154 50 ist den Ordens¬ 
brüdern der Gedanke an eine Heranziehung von Exkommuni¬ 
zierten vermutlich noch nicht gekommen; denn da war der 
heilige Bernhard kaum ein halbes Jahr tot, und man dachte 
schwerlich jetzt schon daran, die eben erst erneuerte Bulle 
in so kühner Weise auszubeuten. Viel eher wird man erst 
nach der Erneuerung der Exemtion durch Alexander III. 
am 18. Juni 1163 51 den Mut dazu gefunden haben; denn 
je öfter ihnen dieselben großen Privilegien amtlich zugesichert 
wurden, um so übermütiger mußten sie werden, besonders 
da sie sahen, daß dieser Papst eine besondere Vorliebe für 
sie hatte 52 . Nun konnte man schon eher etwas wagen, ohne 
eine Bestrafung durch 1 den Papst fürchten zu müssen, der 
doch die Tempelritter zur Stützung seiner Macht notwendig 
brauchte! Jetzt konnte der Orden mit bestem Erfolge sich 
auf die Schrift Bernhards berufen; denn niemand vermochte 
mehr zu sagen, ob unter den sacrtlegi, periuri usw. Ex- 


47. S. Nachtrag. 

48. S. oben S. 165. 

49. Schreiber, Kurie I 96. Schnürer, Organisation 522. 

50. S. oben'.S. 72. 

51. Jaff6-L. Nr. 10897. — Prutz, Autonomie 51. Ders., Ritter¬ 
orden 34. 

52. Jaff4-L. Nr. 10807 a Nr. 11013. Protz, Malt. Urk. Nr. 5. 


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kommunizierte nicht verstanden werden dürften. Den Traktat 
de laude novae militiae hat man mit der Templerregel stets 
hoch geschätzt. Ja man scheint beide Schriften von jeher 
zusammen aufbewahrt zu haben, so daß die eine zur Er¬ 
klärung der anderen herangezogen werden konnte. Denn 
es ist gewiß kein Zufall, daß in Handschriften aus dem 
Ende des 12. Jahrhunderts beide Schriftstücke vereinigt sich 
vorfinden 5a . 

Es ist nach alledem klar, daß an den Bestimmungen des 
Ordens oft geändert worden ist. Mithin darf man den Aus¬ 
druck „Regel“ nicht pressen. Soeben 54 hat Schnürer darauf 
hingewiesen, daß man zwischen reguta und consuetudines 
scharf zu scheiden pflegte und daß in der Bulle „Omne datum 
Optimum“ nicht von einer „regula“ gesprochen wird, sondern 
nur von consuetudines — observatae et scripto firmatae — 
ad observantiam a magistro et fratribus communiter in- 
stitutae 55 . Aber das bedeutet doch mehr aFs unser deutsches 
Wort „Gewohnheiten“. Das sind Lebensnormen, Satzungen. 
Wenn also Prutz sagt, wir hätten von den Templern nur 
„eine der Schlußredaktion entbehrende Sammlung von Auf¬ 
zeichnungen, die im Anschluß an die zu Troyes geführten 
Verhandlungen entstanden sind und für die Weiterfühning 
der Sache als Material dienen sollten 56 , so ist das viel 
zu scharf ausgedrückt, um anerkannt werden zu können. 
Eine Richtschnur für die Lebensführung hat der Orden stets 


53. Vgl. SchnQrer, Organisation 301 u. Anm. 3 ebenda. 

(I. Die Pariser Handschrift der Regel. Vgl. ebenda 299. — 
2. Die Handschrift in der Stadtbibliothek zu Brügge aus dem 
Zisterzienserkloster Dunes in Flandern. — Die beiden 
ältesten bisher bekannten Handschriften der Templerregel 
in lateinischer Fassung.) 

54. Im Septemberheft des HJB. XXXII (1911, Heft 3). 

55. Organisation 541. Vgl. auch Prutz, Autonomie 54. 

56. Forschungen 152. Ders., Autonomie 38, 39. Ders., Ritter¬ 
orden 25, 204 gegen Ende. 


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gehabt. Die Väter des Konzils von Troyes sagen: Modum 
et observantiam Equestris Ordinis per singula Capitula ex 
ore ipsius Magistri Hugonis audire meruimus 57 . Was sie 
diesen Grundregeln hinzugefügt haben, galt als maßgebend. 
Was der heilige Bernhard ihnen sagte, war für sie be¬ 
stimmend. Was der Patriarch von Jerusalem vorschlug, ist 
für sie von Bedeutung gewesen, bis Papst Innocenz II. 
durch die Exemtionsbülle vom 29. März 1139 sie von solchem 
Einflüsse befreite 58 , indem er sie lediglich 1 unter die Aufsicht 
des Papstes stellte. 

Einzigartig, ohne Seitenstück in früherer oder in späterer 
Zeit, wie Prutz sagt 59 , war die Stellung des Ordens darum 
noch nicht; denn Aenderungen konnten immer noch seitens 
der Päpste gelegentlich vorgenommen werden 60 , und andere 
Orden, namentlich die Spitalbrüder, hatten ähnliche Privi¬ 
legien 61 . 

Erst um die Zeit Alexanders 111. (1159—1181), und auch 
da keinesfalls vor 1163, entstand die französische, gegen 
Exkommunizierte sehr weitgehende Fassung der Regel, ohne 
daß darum die Kenntnis der lateinischen Form verloren 
ging 62 . 

Am 11. Juni 1188 erließ Papst Clemens III. an die 
Templer eine Bulle 63 , nach' welcher ihnen unter Erneuerung 


57. Z. B. Jacquot, Defense 49 Doc. B. bezw. Schnürer, T.-Regel 130. 

58. S. Nachtrag. — Schnürer, Organisation 529. 

59. Autonomie 51. 

60. Schreiber, Kurie 1 98, 269, 276/77 II 23. - Delaville le Roulx, 
Cartul. 2805. 

61. Schnürer, Organisation 533 f. 

62. Perlbach, Statuten XXXV Anm. 2: »Soweit die lat. Templer¬ 
regel reicht, ist sie Quelle der Deutschordensregel gewesen.* Vgl. dazu 
XL1II u. 160. Eine Vergleichung von 29 Kapiteln der Deutschordens¬ 
regel mit der lateinischen Regel der Templer bietet schon Jacquot. 
Defense 69. 

63. Kehr, Papsturkunden 408 Nr. 50. 


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der oonstitutiones et consuetudines eine Aenderung der 
Satzungen verboten wird. In dieser Bulle dürfen wir die 
Bestätigung und Anerkennung der nunmehr in der fran¬ 
zösischen Fassung geltenden Regel der Templer erblicken 64 . 


64. Vgl. Schnürer, Organisation 546. 


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Beilage II. 

Stammtafeln der Könige. 


Tafel 1. 

I. Frankreich. 

Philipp I., König v. Frankreich, 
gest 1108, 

heiratet Bertha, Tochter Florent’s I., Grafen v. Holland. 

- " " ‘ * — 

Ludwig VI., der Dicke, König v. Frankreich, 
gest. 1. 8. 1137, 
heiratet 1. Lucienne v. Rochefort, 

2. Adelheid, Tochter Humberts II., Grafen v. Savoyen, 
gest. 18. 11. 1154. 

Ludwig VII., König v. Frankreich, 
gest. 19. 9. 1180, 

heiratet 1. Eleonore v. Aquitanien (1137), 
geschieden 21. 3. 1152. 
heiratet 2. Konstanze v. Kastilien (1154). 


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Tafel 11. 


II. Deutschland. 

Oraf Friedrich v. Büren 

I 

Friedrich I., Herzog v. Schwaben, 
gest. 1105, 

heiratet Agnes, Tochter Kaiser Heinrichs IV. 

Friedrich II., Herzog v. Schwaben, Konrad III., König, 
gest. 1147, gest. 1152. 

heiratet Judith, Tochter Heinrichs 
des Schwarzen v. Baiem (Welfe). 

Friedrich III. (Barbarossa) 
gest. 1190. 


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Tafel 1U. 

III. Jerusalem. 

Eu stachius 11.,* G raf v. Boulogne. 

Gottfried v. Bouillon, Balduin I., König Eustachius Graf v. 
Herzog v. Niederlothringen, v. Jerusalem, Boulogne. 

gest. 1100. gest. 1119. 

Hugo, Grafjvon Rethel, 
heiratet Melisende von Montlh6ry. 

Balduin II. v. Bourg, Neffe Balduins I., 

König v. Jerusalem, 
gest. 21. August 1131, 
heiratet Morfia, armen. Prinzessin. 

Melisende 

heiratet 1. Fulko v. Anjou. S. Tafel IV. 

2. Gottfried Plantegenfit. 


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Tafel IV. 


I. Fortsetzung der Könige von Jerusalem. 
Die Anjous. 


Fulko IV., Graf v. Anjou, 
gest. 1109, 

heiratet Berthrade v. Montfort. 

—-—————» —. , 

Fulko V., Graf v. Anjou, König v. Jerusalem, 


gest. 1143 (1142? 1144?), 

heir. 1. Ermentrude v. Maine (2. Melisende, Tochter Kg. BalduinslI. v. Jerus. 
| Siehe Tafel V.) 


Gottfried v.PlantegenSt, Graf 
v. Anjou und v. Maine, 
gest. 1151, 

heiratet Mathilde v. England, 
Tochter Heinrichs I., 
gest. 10. September 1167. 
Heinrich II., Kg. v. England, 
gest am 6. Juli 1189, 
heir. Eleonore v. Aquitanien 
(Geschiedene Gemahlin Kg. 
Ludwigs VII. v. Frankreich). 

Richard Löwenherz, 
gest 6. April 1199. 


Sibylle v. Anjou, 
gest. 1165, 

heiratet Dietrich v. Elsaß, 
Graf v. Flandern, 
gest. 17. Ja nuar 1161. 
Philipp, Graf v. Flandern, 
gest. 1. Juni 1191. 


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Tafel V 


2. Fortsetzung der Könige von Jerusalem. 

Die letzten Anjous In Jerusalem. 

Fulko V., Graf v. Anjou, König v. Jerusalem, 
gest. 1142 (1144?), 

heiratet 2. Melisende, Tochter König Balduins II ., siehe Tafel III u. IV. 
Balduin III., König v. Jerusalem, Amalrich I., König v. Jerusalem, 

gest. 10. Februar 1162. gest. 11. Juli 1174, 

heiratet 1. Agnes v. Courtenay 
bez. Edessa 

heiratet 2. Marie Komnena. 
Isabella 

heir. 1. Humfried v. Toron; 
heir. 2. Konrad v. Mont- 
ferrat, Kg. v.Jerus., 
ge3t 28. April 1192; 
heir. 3. Heinrich ll.,Pfa!zgr. 
v.Troyes, König v. 
Jerusalem, gest. 10. 
September 1197; 
heir. 4. Amalrich II. 
v. Lusignan, Kg. v. Cypern 
u. Jerusalem, 
gest. April 1205. 


Balduin IV., 
der Aussätzige, 
Kg. v. Jerusalem, 
gest. 1185. 


Sibylle, 

gest. (Oktober ?) 1190, 
heiratet 1. Wilhelm Lang¬ 
schwert v. Montferrat, 
gest. Juni 1177, 
heirat. 2. Wido v. Lusignan, 
König v. Jerusalem — Okt. 
1187; Königv. Cypern 1192; 
ge st. April 119 4. 
Balduin V., 

König v. Jerusalem, 
gest. 1186. 


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Beilage III. 

Tafel der nachweisbaren Templermeister bis zum Jahre 1182. 

Ein lückenloses Verzeichnis der ersten Meister in 
Jerusalem vermögen wir nicht aufzustellen. Die herkömm¬ 
liche, aber unrichtige Aufzählung findet sich u. a. bei de Mas- 
Latrie, Tresor S. 2209. Eine von dieser abweichende Auf¬ 
stellung Gmelins 1 hat Wenck in den Gött. Gel. Anzeigen 2 
anerkannt. Aber auch sie ist nicht ganz zutreffend. — Die 
unten mit Sternen versehenen Namen finden sich bei Wilhelm 
von Tyrus. 

1. 'Hugo von Payns, um 1120 Meister. 

2. 'Robert von Burgund oder von Aquitanien, urkundlich 

erwähnt 1137 (1138), zuletzt am 24. Juni 1148 gen. 

3. Eberhard des Barres, als Nachfolger Roberts von 

Burgund in einem Briefe vom Jahre 1150 erwähnt, 

— 1153. 

4. 'Bernhard von Tremelai, gest. 19. Sept. (August?) 

1153. 

5. 'Bertrand von Bfanquefort, unterschreibt eine Ur¬ 

kunde am 2. November 1156, — 1164. 

6. 'Philipp von Milly oder von Näbuhis, Meister seit 

Ende 1165, — 1170. (Im März 1171 ist er nicht 

mehr Tempfer.) 

7. 'Odo von St.-Amand, 1171. Gefangen am 10. Juni 

1179, stirbt in demselben Jahre im Gefängnis. 

8. 'Arnold von Toroge, 1180—1184. 


1. Schuld oder Unschuld 83. 

2. Jg. 1896 S. 532 f. 


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Nachtrag I. 

Die Bulle „Omne datum Optimum“ und die Vorliebe des 
Papstes Innocenz II. für den Orden. 

Daß die Bulle „Omne datum Optimum“ nicht, wie Prutz 
noch in seinen „Geistlichen Ritterorden“ 1908 behauptet, 
von Papst Alexander III. zum ersten Male gegeben worden 
ist, war mir bekannt. Denn Delaville le Rouix hat sie bereits 
in seinen Bulles pour l’ordre du Temple tirees des archives 
de S. Oervasio de Cassolas als eine Verfügung des Papstes 
Anastasius IV. angeführt 1 , was Schnürer entgangen zu sein 
scheint 2 . 

Somit waren die Folgerungen von Prutz vielfach nicht 
mehr haltbar. Ich vermutete aber aus mancherlei Gründen, 
daß die Exemtion in noch frühere Zeit zurückreichen müßte 
und schrieb daher auf Seite 72 vorliegender Arbeit, daß 
die Bulle, „soweit jetzt bekannt,“ am 17. Februar 1154 
zum ersten Male gegeben worden sei. An allen übrigen 
Stellen meiner Untersuchung hütete ich mich, die genannte 
Bulle zu datieren. 

Meine Vermutung hat sich bestätigt; denn soeben teilt 
Schnürer mit 3 , daß Marquis d'Albon ihm auf eine Anfrage 
folgenden Bescheid gegeben habe: „Am 29. März 1139 er¬ 
ließ der Papst Innocenz II. die Bulle Omne datum Optimum.“ 
— Leider kennt er dieselbe nicht im Original, sondern nur 


1. ROL. XI (1905-1908) 409 Nr. 3, 412 Anm. 

2. Organistion 522: „Bisher kannten wir ja auch nur die Exemtions¬ 
bulle aus der Zeit Alexanders III.“ Vgl. auch 529. 

3. Ebenda. 


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in zwei Abschriften aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist der 
Bulle Alexanders III. ganz gleich, nur enthält sie den vor¬ 
letzten Paragraphen nicht 4 . 

Es ist wohl nicht anzunehmen, daß jene zwei Ab¬ 
schriften auf ihren Wert hin erst noch geprüft werden müssen. 
Somit können wir uns das Urteil Schnürers aneignen, daß 
Papst Innocenz II. durch diese Bulle der zweite Organisator 
der Templer wurde 5 . Der „definitive Organisator“, wie 
Schnürer vorher sagt 6 , war er aber unseres Erachtens nicht; 
denn die französische Regef zeigt, wie man erst durch den 
Besitz der häufig wiederholten Bulle „Omne datum Optimum“ 
so kühn wurde, gefegentlich auch Exkommunizierte zu be¬ 
suchen, um sie für den Orden zu gewinnen 7 8 . 

Der größte Teif meiner Arbeit war bereits gedruckt, als 
die wertvolle Untersuchung von Schnürer erschien. Nur 
auf den letzten Seiten meiner Beilage I konnte ich die Er¬ 
gebnisse derselben noch benutzen. 

Dankbar trage ich 1 nach Prüfung der Sachlage hier nach, 
daß Papst Innocenz II. seine Vorliebe für die Templer auch 
abgesehen von der Bulle „Omne datum Optimum“ vielfach 
bewiesen hat. Auf dem Konzile zu Pisa 1135 redete er 
selbst für den Orden und bewirkte reiche Geldunterstützung 6 , 
ebenso auf dem 2. Laterankonzile im April 1139 9 . Durch, Be¬ 
stätigung von Schenkungen an die Tempelherren zeigte er 
seine Freundlichkeit 10 , ln der Bulle „Quantam utilitatem“ 


4. Quicunque vero de facultatibus .... exclusis excommunicatis 
divina officia celebrentur. Ebenda. 

5. Ebenda 546. 

6. Ebenda 530. 

7. Vgl. oben Beilage I S. 167. 

8. Bentheim, Bericht 149. 

9. Wiederhold, Papsturkunden III, IV 84. 

10. Am. 2. XII. 1138 nach Kehr, Reg. pont. III 449. Am 12.1. 1142 
nach Wiederhold, Papsturkunden II 26 f. 


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vom 1. Mai 1139—1143 erinnert er daran, daß er den Oruen 
in Schutz genommen, durch apostolische Autorität ihm vieles 
bewilligt habe und daß keiner ohne Erlaubnis des Meisters 
und der Brüder austreten dürfe 11 . Das ist auf Seite 72 meiner 
Arbeit in Anmerkung 108 zu ergänzen. 


11. Wiederhold, Papsturk. III, IV 84. — Vgl. dazu Schnürer 
Organisation 522 Anm. 2. 


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Nachtrag II. 

Verzeichnis während des Druckes erschienener bezw. 
noch herangezogener Bücher. 

Baedeker, Palästina u. Syrien. Jetzt 7. Aufl. Leipzig 1910. 

E. Bernheim, Ein bisher unbekannter Bericht vom Konzil zu Pisa. 

Z. für Kirchenrecht XVI. Freibg. u. Tübingen 1881. 

R. G. Bindschedlet, Kirchliches Asylrecht (Immunitas ecclesiarum lo¬ 
calis) und Freistätten in der Schweiz. Stuttgart 1906, Heft 32/33 
in d. Kirchenrechtl. Abhandlungen hg. v. U. Stutz. 

A. Bulmerincq, Das Asylrecht und die Auslieferung flüchtiger Ver¬ 
brecher. Dorpat 1853. 

G. Buschbell, Papsttum und Untergang des Templerordens. HJB. 
XXXII (1911) Heft 3 S. 547-561. 

J. -B. Chabot, Chronique de Michel le Syrien, patriarche jacobite d’An- 

tioche. III u. IV Paris 1911. 

L. Fuld, Das Asylrecht im Altertum und Mittelalter. Z. f. vergleichende 

Rechtswissenschaft VII Stuttgart 1887. 

G. Grupp, Kulturgeschichte des Mittelalters 2 . Paderborn 1908. 

HJB. = Historisches Jahrbuch. Im Aufträge der Görres-Gesellschaft 
und unter Mitwirkung von H. Grauert usw. München. 

P. Kehr, Papsturkunden in Malta. Nachrichten der Göttinger Gesell¬ 
schaft der Wissenschaften. Phil.-hist. Kl. 1899 Heft 3. 

— Regesta pontificum Romanorum. III. Italia pontificia sive repertorium 
privilegiorum et litterarum a romanis pontificibus ante annum 1198 
Italiae ecclesiis, monasteriis, civitatibus singulisque personis con- 
cessorum. Berlin 1908. 

K. Lamprecht, Deutsches Wirtschaftsleben im Mittelalter. Leipzig 1885. 

M. Perlbach, Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Hand¬ 

schriften. Halle 1890. 

J. Schmidlin, Die geschichtsphilosophische u. kirchenpolitische Weltan¬ 
schauung Ottos von Freising. Studien u. Darstellungen aus dem 
Gebiete der Geschichte. Hg. v. H. Grauert. Freiburg i. B. 1906- 
Bd. IV 2. u. 3. Heft. 


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Ed. Schmidt, Regula S. Patris Benedicti iuxta antiquissimos Co¬ 
dices recognita. Ed. altera et emendatior. Regensburg usw. 1911. 

G. Schnürer, Zur ersten Organisation der Templer. HJB. XXXII (1911) 
2. Heft S. 298-316; 3. Heft S. 511-546. 

G. Schreiber, Kurie und Kloster im 12. Jahrhundert Studien zur Privi¬ 
legierung, Verfassung u. besonders zum Eigenkirchenwesen der 
vorfranziskanischen Orden, vornehmlich auf Grund der Papst¬ 
urkunden von Paschalis II. bis auf Lucius III. (1099—1181) 1. Bd. 
Heft 65 u. 66; 2. Bd. Heft 67 u. 68 der Kirchenrechti. Abhand¬ 
lungen hg. v. U. Stutz, Stuttgart 1910. 

M. Tangl, Die päpstl. Kanzleiordnungen v. 1200—1500. Innsbruck 1894. 

L. Traube, Textgeschichte der Regula S. Benedicti 3 . Hg. v. H. Plenkers. 
München 1910. (Abh. d. K. B. AK. d. W., philos.-phiiol. u. hist 
Kl. XXV.) 

A. Widder, Kirchliches und weltliches Asylrecht und die Auslieferung 
flüchtiger Verbrecher. Archiv für katholisches Kirchenrecht LXX VDI 
Mainz 1898. 

W. Wiederhold, Papsturkunden in Frankreich. 11. Nachrichten d. Gött 
Gesellschaft der Wissenschaften. Philot-hist Kl. 1906. Bei¬ 
heft II. Papsturk. i. Frankr. III, IV. Ebenda 1907 Beiheft 

F. X. Zech, Diss. de benignitate moderata ecclesiae Romanae in crimi- 
nosos ad se fugientes seu de jure asyli ecclesiastici. Thesaurus 
juris ecclesiastici. V. Heidelberg 1776. 


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Namenverzeichnis. 


Aa, Fluß 51. 

‘Abbäs 94. 

‘Abdallah 111. 

Abü Säma 97 105 121. 

Aegypten 138. 

Ahamant 109 u. Anm. 162. 

Ahmed 121. 

‘Akkä 45 Anm. 10 81 82 92 99 
108 112 134 135. 

d’Albon, Marquis 183. 

Aq$ämoschee 54 55. 

Alamut in Persien 113 Anm. 184. 

Aleppo 11 , 8 . 

Alexander III., Papst 45 72 Anm. 
110, 109 127 140 152 153 167 
169 183 184. 

Amalrich I, König von Jerusalem 
(1162-1173) 44 46 72 99 101 
102 104 105 106 107 108 109 
110 111 115 125 126 128 138 
144 146 150 151. 

Anar 86. 

Anastasius IV.. Papst 72 u. Anm. 
110 167 183. 

Andreas v. Montbarrey 57 58 59 
70 87 89. 

Aneb 88 Anm. 60. 

Anselm v. Canterbury 81. 

Anselm, Sohn Roberts v. Burgund 81. 

Antiochien 80 85 88 91 118 133. 

Apamea 88. 

Archembald v. St.-Amand 57. 

Aristoteles 44. 

Armenien 110. 

Arnold v. Toroge 134. Tafel der 
Meister. 

Askalon 80 89 90 91 92 93 119. 

Assassinen 86 110 111 112 113 
114 115 116 128 150 151 153. 

Aube, Dip. 50. 


az-Zafir 94. 

Ba'albek 122. 

Bäb Zuwcle in Kairo 95. 

Bagdad 130. 

Baitu’ l-ahzän 131. 

Balduin II., König von Jerusalem 
48 53 61 68 70 79. 

Balduin III., König v. Jerusalem 
82 84 88 89 90 91 96 109 124 
125. 

Balduin IV., König von Jerusalem 
46 116 117 118 119 122 126 129 
130 133 134 135 138 151. 
Tafel V. 

Bau^ant 65. 

Bänijäs 86 96 97 122. 

Barcelona 81. 

Beaumont, Benedict. Kloster 126. 

Beirut 99. 

Belcha 109. 

Beifort, Schloß 122. 

Benedict v. Nursia 158. 

Benjamin v. Tudela 75. 

Bernhard v. Clairvaux 57 58 59 
65 66 67 68 69 70 87 147 
149 157 158 165 166 167 169. 

Bernhard v. Tremelai, T. Meister 
90 92. 

Bernhard Vacher 80. 

Bertrand von Blanquefort 71 97 
98 103 125 138. 

Bethlehem 80. 

Bohemund III., Fürst v. Antiochien 
88 99 100 118 133 134. 

Brahin, Schloß 127. 

Bulle „Quantam utilitatem" 184. 

Bulle omne dat. opt. 72—75 77 
104 110 128 141 161 164 166 
168 183 f. 


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Caesarea Philipp« 96. 

Champagne 50. 

Cicero 44. 

Cisterzienser 67. 

Citeaux 49. 

Clairvaux 49 59 68. 

Clemens III., Papst 169. 

Clermont 126. 

Cluny 87. 

Columba, Kloster zu Sens 50. 
Coelestin II., Papst 141. 

Constantia 88. 

Damaskus 68 79 82 83 84 85 86 
93 119 132. 

Dan 123. 

Darum 106 107. 

Davidsturm 61 62. 

Delaville le Roulx 183. 

Der el-Belah 106. 
Deutschritterorden 52 69. 

Eberhard des ßarres, T. Meister 
87 89 147. 

el-‘Adid, Kalif von Kairo 101 144. 
el-Beika 109. 

Elisabeth, Gemahlin des Grafen 
Hugo von der Champagne 58. 
Elise, Schwester der Melisende 88. 
Eneb oder Aneb 88 Anm. 60. 
Ernoul 131. 
er-Ramle 120 121. 
e§-Salt 109 Anm. 163. 

Eugen III., Papst 49 74 Anm. 116, 
87. 

Exemtion 167 183. 

Felsendom 56. 

Fons muratus 88. 

Friedrich v. Regensburg, Dom¬ 
voigt 82. 

Fulko v. Anjou, König von Je¬ 
rusalem 79 80 159. Tafel V. 

Galfried Foucher 71 100 102 103 
104 105 144. 

Galfried v. St.-Omer 48 51 57 58. 
Gaza 89 90 91 106 119 120. 
Gilbert v. Lascy, Praezeptor der 
Templer 99. 

Gottfried Bisol 57. 

Gottschalk v. Turholdt 111. 


Gundemar 57 58 59 70. 

Habehis 80 94. 

Hadrian IV., Papst 97. 

Haleb 87 100. 

Hamfih 111 Anm. 172. 

Haman, Ort 109. 

Haramplatz 55 60. 

Harim 100 101 118 119. 

Hassan ben ‘Ali, Assassinenfürst 
113 Anm. 184. 

Hassan II., Assassinenfürst 113 
Anm. 184. 

Hebron 80. 

Heinrich, Herzog von Sachsen und 
Bayern 112 113. 

Helene, Tochter Philipps von 
Milly 108. 

Heraclius, Patr. von Jerusalem 133. 
Hirbet TeqtVa 79 80. 

Honorius II., Papst 49 66 67. 
Horaz 44. 

Hugo v. Caesarea 102 103 104 144. 
Hugo v. d. Champagne 58 59. 
Hugo v. Payns 48 50 53 57 58 60 
68,69 75 79 158 159 169. 

Hugo Salomonis de Quiliugo, 
Templer 92. 

Hüle-See 96 u. Anm. 91 u. 92 
‘ 122 Anm. 229 131. 

Humfried v. Turon 108 u. Tafel V. 
Husain el-Mulk 94. 

Jacob v. Vitry 52 65 75. 
Jacobsfurt 45 Anm. 10 96 130 131. 
Jäfa 120 Anm. 213. 

Jäfiitor 61 63. 

Jilqüt 83 Anm. 27. 

Ibn al-Atlr 119. 

Ibn Ruzzik 94. 

Jerusalem 45 46 47 48 50 52 53 
55 58 61 75 80 82 87 88 89 108 
112 113 118 135 138 165. 
‘lmäd-ad-din 120 123. 
nnocenz II., Papst 169 183 184. 
nnocenz III., Papst 142 145 148. 
oel, Prophet 80. 

' ohannes Michael 51 57 Anm. 43. 
ohannes v. Würzburg 84 u. Anm. 
37 J45 147. 

Johanniter 84 s. auch Spitalbrüder. 
Jordan 109 122 129 130 131 144. 


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UNIVERSETY OF MICHIGAN 



191 


josephus 44. 

Isabella, Gemahlin Philipps von 
Milly 108. 


Kairo 94 95 101 103 104 143. 
Kerak 109 u. Anm. 161. 117 u. 

Anm. 193. 

Kidrontal 82. 

Konrad Hl., deutscher König 81 
82 83 84 108 147. 
Konstantinopel 44 118 125 151. 

Lädikije, Fluß 133. 

Laodicea 118 133. 

Lateran Konzil 45 147 152 153 
184. 

Laus novae militiae Templi 167 168. 
Lazarus, Haus des Heil. 126. 

Litani 122 123. 

Livius 44. 

Lucan, Pharsalia 44. 

Lucius III., Papst 134. 

Ludwig VII., König von Frankreich 
71 72 81 82 84 85 87 100 103 
108 138 143. 


Ma'iin 109 u. Anm. 162. 

Malik es-Salih 119. 

Manuel, Kaiser 125. 

Marco Polo 114. 

Margat 127. 

Maria Komnena, Gemahlin König 
Amalrichs I. 125. 

Ma§hd 111 Anm. 172. 

MaMub 98. 

Matthäus v. Albano 49 67 69. 
Melih v. Cilicien 110. 

Melisende, Königin 88. Tafel V. 
Merg ‘ajjiin 122 123 128. 

Mesnil 111 u. Anm. 179. 

Milo v. Plancy, Templer 107. 
Mohammed 43. 

Montdidier 57 u. Anm. 44. 
Montfaucon 80 u. Anm. 7. 
Montreal 109. 

Montroyal 117 s. Montreal. 

Mossul 87. 

Mu'in ed-din Anar 86. 


Näbulus 107 108 109. 
Nähr el-Häsbani 122. 


Nähr el-Käsimije 122. 

Nähr el-Leddän 122. 

Nä§r ed-din Näsr 93 94 95 148. 
Noseredinus 93 94. 

Nagm ed-daula Abfl Abdallah 
Mohammed 94. 

Nfir ed-din 87 96 97 98 99 100 110. 

Odo v. Montfaucon 80. 

Odo v. St.-Amand, T. Meister 97 
99 111 112 116 120 121 122 123 
124 125 126 127 128 129 134 
145 146 148 149 150 151 153 
155. 

Odo, ein Templer 150. 

Othon, Bruder 149 150. 

Otto v. Freising 82. 

Ovid 44. 


Palma 82 Anm. 15. 

Paneas 96. 

Pas de Calais, D6p. 51. 

Payen v. Montdidier 57. 

Payns, Ort 50. 

Pisa 184. 

Petrus Venerabilis, Abt 87 147. 
Philipp, Graf von Flandern 116 
117 118 119. 

Philipp v. Milly oder v. Näbulus 
107 108 109 110. 

Pikardie 108. 

Plato 44. 

Pru.'z 58 168 169 183. 

Ptolemais 81. 

Qadmus 111 Anm. 172. 

Qal ‘at el-Mudiq 88. 

Qal'at es-Saqif 122. 

i Raimund, Graf v. Barcelona 81. 
Raimund, Fürst v. Antiochien 85 88. 
Raimund, Graf v. Tripoli 100 118 
122 . 

Raimund Mansoer 127. 

Rainier 108. 

Rasid ad-din, Assassinenfürst 110 
Anm. 172. 

Raynald v. Chätillon, Fürst v. 
Kerak 117. 

Razze 89 Anm. 64 106 107. 

Reims 97. 

Richard, Meister 149. 


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Richeza 81. 

Robert v. Burgund, Ordensmeister 
80 81 82 87. 

Robert, Templer 81. 

Roger des Moulins 128. 

Rom 133 153. 

Roral, Templer 57. 

§afed 96 97 125. 

Sähän-Säh 121. 

Saida 122. 

Saif ed-dln 86 Anm. 47 87. 
Saint-Gilles 98 u. Anm. 102. 

Saläh ed-dln 106 107 110 117 119 
' 12Ö 121 122 123 124 126 129 
130 131 132 133. 

Samson, Erzbischof 97. 

Sä wer, Sultan 102. 

Schnürer 168 184. 

Seiher v. Mamedun 111. 

Seine 50. 

Senex 113 114. 

Sens 50. 

Sibylle, Schwester König Bal¬ 
duins IV. 134 135. 

Sichern 108. 

Sidon 109. 122. S. auch Saidä. 
Sinän 110 Anm. 172. 

Sirküh 101. 

Söbek 109 Anm. 160 u. 162. 117 
Anm. 194. 

Solinus 44. 

Spitalbrüder 69 104 106 127 128 
144 145 146 149 169. S. auch 
Johanniter. 

St.-Amand 57. S. auch Odo v. St-A. 
Statius 44. 

Stephanie 108. 

Stephanus, Patr. von Jerusalem 49 
66 67 158. 

St.-Omer 51. 


Suger, Abt 71. 

$ür 10 122. S. auch Tyrus. 

Tabanja 10. 

Taqi ad-dln 121. 

Teil el-Qädi 122 123. 

Teil dezer 119 120 121 126. 

Templum Salomonis 52 53 54 
Anm. 40 59 60 75. 

Terenz 44. 

Thekoa 80. S. auch Hirbet Teqtt'a. 

Theobald II., Graf v. Blois, Cham¬ 
pagne 58 68. 

Theobald, Sohn Hugos v. Payns 50. 

Thoros, Fürst v. Armenien 100. 

Tiberias 85 Anm. 40 96 124 130 
132. 

Tripoli 99 111. 

Troyes 49 50 51 57 58 59 60 63 
66 67 68 69 75 76 157 158 166 
168 169 

Tyrus 43 46 47 51 109 122 125 
137. S. ?&r. 

Usäma ibn Munqid 94 98. 

Velletri 134 u. Anm. 289. 

Vergil 44. 

Walter v. Mesnil 111 116 126 128 
129 138 150 

Warmund, Patr. v. Jerus. 48 61 67. 

Wido v. Lusignan, Graf 134 135. 

Wilhelm IX. v. Aquitanien 88. 

WUhelm Langschwert v. Mont- 
f errat 134. 

Wilhelm v. Mandeville, Graf v. 
Essex 119. 

Ypern 51. 

Zenki 86. 


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Nachwort. 

Es ist mir eine angenehme Pflicht, H«rxq Professor 
Dr. A. Cartellieri in Jena für seine unermüdliche Unter¬ 
stützung besonders hinsichtlich neuerer Literatur zu danken 
sowie Herrn Dr. Delaville le Roulx in Paris für gütige 
Antwort auf eine Anfrage, ebenso den Orientalisten, Herrn 
Professor Dr. H. Stumme in Leipzig und Herrn Professor 
D. Dr. G. Dalman in Jerusalem. 

Als Undankbarkeit bitte ich es nicht anzusehen, wenn 
ich die große Zahl von Bibliotheken und deren Beamten 
im In- und im Auslande, die mich freundlichst unterstützten, 
hier nicht mit Namen anführe. 

Rudolstadt, im Oktober 1911. 

Friedlich Lundgreen. 


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Inhalt, 


Seite 


Vorwort .9 

Verzeichnis der Bücher und der Abkürzungen .13 

Einleitung. 


Besonders zuverlässige Nachrichten über den Anfang des Templer¬ 
ordens sind bei Wilhelm von Tyrus zu erwarten .... 43 

Darstellung. 

I. 

Die Entstehung und Ausbildung des Ordens 


1. Der Bericht Wilhelms.48 

2. Untersuchung des vorstehenden Berichtes 

§ 1. Die beiden Gründer .50 

§ 2. Das Stiftungsjahr.51 

§ 3. Der Anfang des Ordens vor Ueberlassung des „Templum 

Salomonis“. 52 

§ 4. Die Wohnung der Templer.53 

§ 5. Namen und Zahl der ersten Brüder.57 

§ 6. Beteiligung König Balduins II. und der Geistlichkeit bei 

der Entstehung des Ordens.61 

§ 7. Das Wappen der Templer.62 

§ 8. Die Ordensfahne.66 

§ 9. Das Ordenskleid.65 

§ 10. Das Provinzialkonzil zu Troyes und die daselbst auf¬ 
gestellte Regel.67 

§ 11. Wilhelms Schweigen über die Vorliebe des heiligen Bern¬ 
hard für den Orden.70 

§ 12. Wilhelms Schweigen über das Wohlgefallen weltlicher 

Großen an dem Orden .71 

§ 13. Die Bulle „Omne datum Optimum“.72 

§ 14. Zunehmende Zahl der Ritter.75 

§ 16 Ungenaue Darstellung des Besitzes der Templer bei 

Wilhelm .76 

§ 16. Urteil über Wilhelms Bericht von der Entstehung des 

Ordens.76 


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196 


II. 

Beteiligung desOrdens an Ereignissen im Orient 

1. Die Bluttaufe der Templer bei Damaskus am 5. Dezember 1129 79 

2. Die Templer bei der Niederlage von IJirbet Teqit'a im 


Jahre 113».79 

3. - Die Templer unter Konrad IIL, König von Deutschland, und 

Ludwig VII., König von Frankreich, im Heiligen Lande ... 81 

4. Die Templer bei Antiochia im Jahre 1149.88 

6. Bedeutung der Templer im Kastell Gaza und vor Askalon . 89 

6. Verhalten der Templer gegen Nä$r Cd-dln Näsr im Jahre 1154 93 

7. Niederlage der Templer unter König Balduin III. bei $afed im 

Jahre 1157.96 

8. Nflr ed-dln’s Niederlage durch Fürst Bohemund III. von Anti¬ 
ochien unter Beteiligung der Templer. — Nftr ed-din’s Rache 

im Jahre 1163.99 

9. Auslieferung eines Höhlenkastells durch Templer und deren 

Bestrafung durch König Amalrich I. im Jahre 1166 .... 101 

10. König Amalrichs I. Gesandtschaft an den Kalifen el-‘Adid in 

Kairo im Jahre 1167.101 

11. Weigerung der Templer, sich an einem Zuge gegen Aegypten 

zu beteiligen, im Oktober 1168.104 

12. Kämpfe um Der el-Belah’(Darum) und Razze (Gaza) gegen 

Ende des Jahres 1170.106 

13. Zwei ehemalige Tempelherren . *.107 

14. Die Ermordung eines Assassinen im Jahre 1172.HO 

15. Eine Reichsversammlung^in Jerusalem unter König Balduin IV. 

im Jahre 1177.116 

16. Belagerung Hiirim’s durch den Grafen Philipp von Flandern 

unter Beteiligung der Templer.118 

17. Sieg König BalduinsJV.'über §aläh ed-dln bei der Ruinenstätte 

Teil Gezer im^November 1177.119 

18. Die Niederlage bei Sidon am 10. Juni 1179.122 

19. Ein Kastell am Jordan im Besitze der Templer und dessen 

Zerstörung im August 1179 . . ..129 

20. Aufhebung eines über Antiochien verhängten Interdikts . . .133 

21. Ein Versöhnungsversuch zwischen König Balduin IV. und Wido 

von Lusignan im Beisein'des Templermeisters.134 

22. Schlußurteil über den Bericht Wilhelms.135 

III. 

Begründung der unfreundlichen Stellung Wil¬ 
helms zum Te-mplerorden 
1. Unabhängigkeit des Ordens von weltlichen Herrschern . . .137 


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197 


2. Unabhängigkeit des Ordens von den Bischöfen.139 

3. Reichtum des Ordens.*.141 

4. Etwaiger Verdacht Wilhelms betreffs Häresie im Orden. . .143 

5. Persönliche Mißhelligkeiten zwischen Wilhelm von Tyrus und 

dem Meister Odo von SL-Amand.ISO 

Schluss.155 

Beilage 1. 

Die ursprüngliche Templerregel.157 

Beilage II. 

Stammtafeln der Könige. Tafel 1—5.171 

Beilage III. 

Tafel der nachweisbaren Templermeister bis 1182.181 

Nachtrag I. 

Die Bulle »Omne datum Optimum" und die Vorliebe des Papstes 
Innocenz II. für den Orden.183 

Nachtrag II. 

Verzeichnis während des Druckes erschienener bezw. noch heran¬ 
gezogener Bücher.187 

Namenverzeichnis.189 

Nachwort.193 

Verzeichnis der Abbildungen (Aufnahmen des Verfassers) 

1. Die Moschee el-Aq$ä von Osten mit einer Rosette aus der 

Kreuzfahrerzeit.54 

2. Die Moschee el-Aq?ä von Westen mit Refektorium der Tempel¬ 
herren .55 

3. Qubbet e?-Sachra. Aufnahme vom ehemaligen Palaste der 

Templer aus.56 

4. Davidsturm.62 

5. Jäfätor mit Davidsturm.63 

ß. Vom Jäfätore nach Süden zu abfallendes Gelände mit der 

„Davidsburg" (südwestlicher Teil der Citadelle el-Qal‘a) . . 64 


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Berichtigungen. 

S. 25 Z. 4 lies: Bar-Ie-Duc. 

S. 26 Z. 6 lies: 4 lmäd ad-dln. 
S. 38 Z. 21 lies: Schumacher. 
S. 40 Z. 17 lies: migliori. 

S. 51 Z. 9 lies: Stiftungsjahr 
S. 64 Z. 1 lies: Vom 
S. 85 Z. 33 lies: ‘Imad ad-dln. 
S. 94 Z. 17 lies: az-Zafir. 

S. 123 Z. 31 lies: ‘Imäd ad-dln. 


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Von demselben Verfasser erschienen: 

I. Die Einführung des Christentums in Aethiopien. Neue Kirchl. 

Zeitschrift X (1899) S. 736-769. 

II. Die Heilsbedeutung des Todes Jesu. Neue Kirchl. Zeit¬ 
schrift XII (1901) S. 261-285. 

III. Die Fama über die Bruderschaft des Rosenkreuzes. Ebenda 
XIV (1903) S. 104—127. 

IV. Heilige Bäume im Alten Testamente. Osterprogramm des Fürsti. 
Gymnasiums zu Rudolstadt. 1908. 

V. Der salomonische Tempel und seine Einrichtungen. JB. des 
Thür. Paramenten-Vereins. Rudolstadt 1908. 

VI. Die Benutzung der Pflanzenwelt in der alttestamentl. Religion. 
Gießen 1908 (A. Töpelmann). Beihefte z. Zeitschr. für die 
alttestamentl. Wissenschaft XIV. XXIII u. 191 S. 

VII. Das Jerusalem des Wilhelm von Tyrus und die Gegenwart. 
Neue Kirchl. Zeitschrift XX (1909) S. 973-992. 


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